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Neue Solidarität
Nr. 35, 1. September 2010

Akademiemitglied Alexander Granberg verstorben

Alexander Granberg, Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, ist, wie die Akademie und das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung bekanntgaben, am 22. August 2010 in seinem 75. Lebensjahr verstorben. Granberg war bis zu seinem Tode aktiv als Rußlands führender Spezialist für integrierte wirtschaftliche Entwicklungsprojekte, besonders im Norden und im russischen Fernen Osten. Granberg war Mitglied des Präsidiums der Akademie der Wissenschaften, leitete ihren Rat für regionale Studien und war zeitweise Vorsitzender des Russischen Nationalkomitees für die wirtschaftliche Zusammenarbeit am Pazifischen Ozean. Er leitete den Rat für das Studium der produktiven Kräfte (SPOS), einem gemeinsamen Gremium der Akademie und der russischen Regierung in der Tradition der Kommission zur Erforschung der natürlichen Produktionsressourcen Rußlands (KEPS) der Akademie der Wissenschaften, die 1915 auf Anregung von Wladimir Wernadskij entstanden war.

Prof. Granberg lebte lange Jahre in Nowosibirsk und leitete viele Projekte in Sibirien und im russischen Fernen Osten, darunter auch den derzeit gültigen nationalen Plan für die Entwicklung dieser Regionen. In letzter Zeit arbeitete er am Entwicklungsprojekt für den Industriellen Ural und den Polaren Ural.

Der Repräsentant des russischen Präsidenten für den Föderalbezirk Fernost, Viktor Ischajew, schickte von der Pazifikküste Kamtschatkas, wo er mit Ministerpräsident Putin an Konferenzen über den Ausbau von Infrastruktur für die Fischerei teilnahm, eine Beileidserklärung an Granbergs Familie und die Akademie der Wissenschaften. Darin heißt es:

„Akademiemitglied Alexander Granberg war ein bekannter Wirtschaftswissenschaftler, ein herausragender Lehrer und Autor von Werken über die regionale wirtschaftliche Entwicklung... Wir schätzten seine ehrfürchtige Haltung gegenüber Rußlands Fernem Osten und seine Beteiligung an der Ausarbeitung des Umfassenden Föderalen Programms für die sozio-ökonomische Entwicklung des Fernen Ostens und des Transbaikal sowie seine Arbeit an verschiedenen Infrastrukturprojekten. Granberg war im Osten unseres Landes ein häufiger und sehr willkommener Gast. Er wird uns fehlen.“

Im April 2007 leitete Akademiemitglied Alexander Granberg die vom SOPS veranstaltete Moskauer Konferenz über „Megaprojekte des Fernen Ostens: eine transkontinentale Eurasisch-Amerikanische Verkehrsverbindung durch die Beringstraße“, für die Lyndon LaRouche auf Einladung das Papier „Die politische Weltkarte verändert sich: Mendelejew würde zustimmen“ verfaßte.

Einen Monat später, bei einem Bankett aus Anlaß des 80. Geburtstags von Prof. Stanislaw Menschikow am 16. Mai 2007 in Moskau, brachte Akademiemitglied Alexander Granberg einen denkwürdigen Toast aus. Er sagte u.a.:

„Zu Rußland will ich nicht mehr sagen. Wir haben verloren, weil man vor 20 oder 30 Jahren, oder auch nur vor 10 Jahren, nicht auf Stanislaw Michailowitschs [Menschikows] Empfehlungen gehört hat. Er sah so vieles voraus, und so deutlich! Und es ist gut, daß das jetzt von den Politikern aufgegriffen wird, aber das ist immer noch weit vom vollen Potential Stanislaw Michailowitschs entfernt.

Heute bin ich auf eine überraschende und interessante Information gestoßen. Es ist wohlbekannt, daß Stanislaw Menschikow ein großer Experte für langfristige Wellen ist, und er hat dabei mit Larissa [Klimenko-Menschikowa] zusammengearbeitet. Und eine dieser langen Wellen hat mich heute erreicht.

Hier ist die Geschichte: Vor drei Wochen fand in Moskau eine Konferenz über eines der Megaprojekte statt, nämlich den Bau einer interkontinentalen Route von Eurasien nach Amerika über die Beringstraße. Das ist eine alte Idee, die Kontinente und das Eisenbahnnetz der ganzen Welt zu verbinden. Früher oder später wird dieses Projekt gebaut werden! Viele Generationen haben davon geträumt, es zu verwirklichen, und vor drei Wochen fand nun diese Konferenz unter aktiver Beteiligung der Regierung und der Regionalgouverneure statt, und die Idee findet Unterstützung.

Einer der Redner dieser Konferenz wurde als ein Vertreter von Herrn LaRouche vorgestellt. Drei Wochen sind vergangen - und hier ist Herr LaRouche. Und es gab Gelegenheit, darüber zu diskutieren, was wirklich getan werden muß, um dieses Projekt voranzutreiben. Das sind sehr ermutigende Ansichten! Diese Strecke wird gebaut werden!

Sie haben also bereits an dem Projekt teilgenommen. Bis zum Jahr 2027 wird es abgeschlossen sein. Vielleicht muß dann noch ein Stück des Tunnels unter der Beringstraße gebaut werden. Es sind nur 100 Kilometer.

Ich hoffe, daß ich Einfluß auf die Gestaltung dieser Querung nehmen kann. Und wir werden versuchen, die Station, die dem Beringstraßentunnel auf russischer Seite am nächsten liegt, ,Stanislaw’ oder ,Menschikow’ zu nennen! Gestern sprachen wir bei Ihrer Prognose über viele Zahlen, aber ich spreche von einem Bahnhof von nationaler Bedeutung, voller Leben und Atem, der nach Ihnen benannt ist.“

Larissa Klimenko-Menschikowa fügte damals hinzu: „Und auf amerikanischer Seite wird eine Station nach LaRouche benannt sein!“

2009 unterstützte Granberg Helga Zepp-LaRouches Aufruf an die Regierungen der Welt, den LaRouche-Plan zur Rettung der Weltwirtschaft auf die Tagesordnung zu setzen.

rbd

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Die politische Weltkarte verändert sich - Mendelejew wäre einverstanden
- Neue Solidarität Nr. 19/2007
Megaprojekte sind Alternative zu Krieg
- Neue Solidarität Nr. 19/2007
Die Ursprünge des Beringstraßen-Projektes: eine Chronologie seit 1869
- Neue Solidarität Nr. 19/2007