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Neue Solidarität
Nr. 12, 23. März 2011

Die Welt ist verrückt - und zwar um 4,5 m!
Sind wir schlauer als die Dinosaurier?

Von Helga Zepp-LaRouche

Die Reaktion der im Bundestag vertretenen Parteien auf die Ereignisse in Japan kann man nur als Resultat einer energiepolitischen Gehirnwäsche bezeichnen. Wenn wir nicht bald so enden wollen wie die Dinosaurier, dann brauchen wir in Deutschland ein Trennbankensystem zur Überwindung der Kasinowirtschaft und eine wirkliche Renaissance der Naturwissenschaften und der klassischen Kultur.

Die dramatische Folge des Erdbebens im Pazifik mit einer Stärke von 9,0 auf der Richter-Skala - dem nachfolgenden Tsunami, die zusammen einige Zehntausende Menschen töteten, und dem dadurch ausgelösten Unfall im AKW Fukushima - konfrontieren die Menschheit in der Tat mit einer existentiellen Herausforderung. Aber die ist von völlig anderer Art, als uns die Medien mit ihrer 24-stündigen Katastrophen-Berichterstattung weiszumachen versuchen. Wie die Vertreter aller im Bundestag vertretenden Parteien allerdings auf die Ereignisse reagiert haben - einschließlich der dramatischen Kehrtwende von Bundeskanzlerin Merkel -, das kann man tatsächlich nur so bezeichnen, wie es die FAZ vom 17.3. getan hat: als das Resultat einer „energiepolitischen Gehirnwäsche“.

Wir sind gegenwärtig mit zwei fundamentalen Krisen konfrontiert: 1. der Endphase des Zusammenbruchs des Finanzsystems im transatlantischen Bereich, zu dem sich als Reaktion ein immer mehr Regionen der Welt umfassender Massenstreikprozeß bildet, und 2. einem dynamischen Prozeß von massiv verstärkten Aktivitäten auf der Sonne, die in einem inneren Zusammenhang mit einer Serie von Erdbeben und Vulkanausbrüchen vor allem im pazifischen Raum - dem sogenannten „pazifischen Feuerkranz“ - stehen, die in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich noch erheblich zunehmen werden.

Und anstatt die möglicherweise kriegsentscheidende Frage zu stellen, wieso es zu dem schlimmsten Erdbeben in der Geschichte Japans von der Stärke 9,0 auf der Richter-Skala kommen konnte - die japanischen Kernkraftwerke sind nur für ein maximales Beben von 8,2 ausgelegt -, fokussierten die Medien tagelang so gut wie ausschließlich auf die schrecklichen Unglücke in den  Atomkraftwerken, ohne auch nur im geringsten zu reflektieren, daß es sich hier nicht um einen isolierten Vorfall in Japan, sondern das dritte Beben im Rahmen einer gewaltigen Verschiebung innerhalb des Feuerrings der pazifischen Platte handelt, die mit einem Beben am 27. Februar 2010 in Chile mit einer Stärke von 8,8 auf der Richter-Skala  begonnen hatte und mit einem Beben am 22. Februar 2011 in Neuseeland, das mit einer Stärke von 6,3 Christchurch, die zweitgrößte Stadt des Landes, zerstörte, sowie dem Beben vom 11.3. in Japan mit 9,0 fortgesetzt wurde.

Bei diesem letzten Beben rückte Japan um viereinhalb Meter näher an die USA, der Nordosten Japans sank um 75 cm nach unten, was die zerstörerische Kraft des Tsunami noch verstärkte. Seitdem dehnt und zieht sich der Planet im Sechseinhalb-Minuten-Takt zusammen und vibriert so, daß er gewissermaßen brummt, allerdings einige Oktaven unter dem Bereich, den das menschliche Ohr noch hören kann. Laut NASA hat sich die Erdachse um 17cm verschoben, die Erde hat einen Drall bekommen und dreht sich um zwei Millionstel-Sekunden schneller. Russische und amerikanische Forscher warnen, daß weitere katastrophale Erdbeben in Nord- und Südamerika kurzfristig bevorstehen.

Bei dem jüngsten Beben in Japan wurde soviel Energie freigesetzt, wie bei der Explosion von 480.000 Kilotonnen TNT. Zum Vergleich: bei der Explosion der größten getesteten Atombombe wurde das Äquivalent von 50.000 Kilotonnen TNT freigesetzt, beim Unfall von Chernobyl war es knapp ein Fünftel - 0,2 kt - einer Kilotonne. Bei den in jüngster Zeit verstärkt auftretenden Eruptionen auf der Sonne wird Energie im Bereich von einer Billion  (1.000.000.000.000) Kilotonnen frei. Und diese Eruptionen, die ihrerseits auf zyklische Prozesse in unserer Galaxie zurückgehen, setzen elektrodynamische Pozesse in Gang, die in einem noch nicht ausreichend verstandenen, aber unleugbaren Zusammenhang mit der vermehrten Erdbebentätigkeit auf der Erde stehen.

Wenn wir vermeiden wollen, daß eines nicht so schönen, baldigen Tages der ganze Planet so aussieht wie jetzt der Nordosten Japans, dann müssen wir die Prozesse, die in unserem Sonnensystem und in unserer Galaxie vor sich gehen, sehr schnell besser verstehen lernen, und dazu ist es u.a. notwendig, so schnell wie möglich zu höheren Energieflußdichten im Produktionsprozeß zu kommen, um so schnell wie möglich die thermonukleare Kernfusion - also den Prozeß, der auf der Sonne stattfindet - zu erreichen. Nur so können wir den Energiebedarf einer wachsenden Erdbevölkerung decken, der bis zum Ende des Jahrhunderts auf das Sechsfache ansteigen wird. Und nur so können wir gegebenfalls in diese Prozesse so eingreifen, daß wir „die Natur beherrschen“.

Vor diesem Hintergrund wäre das, was sich soeben mit der deutschen Regierung und dem Bundestag abgespielt hat, eine Tragikömödie, wenn dabei nicht die Existenz Deutschlands auf dem Spiel stünde. Das gesamte im Bundestag vertretene Parteienspektrum - mit Ausnahme eines einzigen Abgeordneten - bekannte sich zum schnellstmöglichen und vollständigen Übergang zu „erneuerbaren“ Energiequellen. Wenn es dabei bleiben sollte, und das liegt an den Wählern, dann ist das das Aus für Deutschland als Industrienation, für den Lebenstandard der Bevölkerung und für jegliche Hoffnung, daß Deutschland irgendeine positive Rolle bei der Lösung der oben genannten existentiellen Probleme des Planeten übernehmen wird. Was dort im Bundestag dargeboten wurde, war eine Gala-Aufführung der Bewohner von Charenton, hätte Heinrich Heine sicher kommentiert.

Das ARD-Magazin „Kontraste“ berichtet von einem geheimen Dokument des Bundesumweltministeriums, das als Grundlage für die Entscheidung der Bundesregierung diente, ein Moratorium über die Verlängerung der Restlaufzeit der Kernkraftwerke zu verhängen. Darin wird aufgelistet, mit welch umfangreichen Sicherungs-Vorkehrungen die deutschen AKWs nachgerüstet werden sollen. Die Hürden seien so hoch, daß damit ein völliges Ende der Kernenergie für Deutschland besiegelt würde. Damit realisiert die Regierung Merkel, was die rot-grüne Opposition will.

Ein erschreckendes Licht auf das, was all diese Parteien wollen, wirft die Enquete-Kommission vom  23.11. 2010 „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der sozialen Marktwirtschaft“. Die Kommission soll einen ganzen Katalog von Fragen erarbeiten, wie unter anderem Wohlstand, Wachstum und nachhaltiges Wirtschaften neu definiert werden können. Dabei geht sie unglaublicher Weise, komplett von den Thesen des Club of Rome von 1972 aus, gibt als zu bearbeitende Literaturauswahl ausschließlich Schriften von grünen, nullwachstumsorientierten Autoren an, die sich allesamt nicht auf die realen naturwissenschaftlichen Gesetze des Universums, so wie es wirklich ist, beziehen, sondern auf die Fiktion eines entropischen Universums. Sie behaupten im Prinzip, daß unser Universum eine Art Aquarium sei, ein geschlossenes System, in dem ein Gleichgewicht erreicht sei und in dem man mit immer weniger Ressourcen auskommen müsse. Und natürlich ist der neokonservative Professor Meinhard Miegel einer der „sachverständigen“ Mitarbeiter.

Der Club of Rome war und ist der Propagandaapparat der internationalen Finanzoligarchie, deren Ziele immer wieder am offensten von Prinz Philip ausgedrückt werden: die Weltbevölkerung soll auf höchstens zwei Milliarden Menschen reduziert werden. Dabei soll eine kleine Geldelite unvorstellbar reich sein und alle Privilegien haben, während die reduzierte Masse der Bevölkerung rückständig und arm bleibt. Und sind wir nicht genau da? Nach über dreieinhalb Jahren Finanzkrise und zahllosen Rettungspaketen in zweistelliger Billionen-Höhe gibt es mehr Milliardäre und Millionäre, während für einige Milliarden Menschen die Lebensgrundlage wegbricht.

Wenn wir heute nicht nur in Deutschland, sondern weltweit den Ausstieg aus der Kernenergie realisieren würden, hätte dies den unmittelbaren Tod von einigen Milliarden Menschen zur Folge. Wenn wir nur in Deutschland den Ausstieg wählen, bedeutet dies den Abschied von Deutschland als Industrienation, Massenarmut und eine noch weiter verschandelte Landschaft durch umweltfeindliche Windräder und Sonnenkollektoren.

Die Probleme, die heute mit der Kernenergie weltweit existieren, sind allein das Resultat der Sabotage der Forschung seit den siebziger Jahren, was dazu führte, daß zum Beispiel der inhärent sichere Hochtemperaturreaktor derzeit nur in China gebaut wird. Die technischen Probleme, die bei den Siedewasserreaktoren in Japan - wohl bemerkt im Kontext der mit Vorgängen auf der Sonne zusammenhängenden Erdbeben - aufgetreten sind, wären längst überwunden gewesen, und Deutschland hätte seine Führungsrolle beim HTR und anderen sicheren Reaktortypen ausgebaut. Genau diesen Weg müssen wir heute einschlagen und darüber hinaus gemeinsam mit anderen Nationen ein Crashprogramm für die Entwicklung der thermonuklearen Kernfusion forcieren.

In der Nutzung und Beherrschung der Kernfusion liegt nicht nur der Schlüssel für eine langfristige Energie- und Rohstoffsicherheit der Menschheit, sondern auch für die Fähigkeit, mit den Prozessen, die sich jetzt aufgrund der Eruptionen auf der Sonne, wo pausenlos Kernfusion stattfindet, abspielen, so umzugehen, daß die Menschheit überleben kann.

In der Entwicklungsgeschichte unseres Planeten ist es im Zusammenhang mit großen Erdbeben und Vulkanausbrüchen wiederholt zum Aussterben von Gattungen und Arten gekommen; die Dinosaurier sind nur ein berühmtes Beispiel. Wenn wir verhindern wollen, daß die menschliche Gattung auch nur als Fossil erhalten bleibt, dann müssen wir besser verstehen lernen, wie das ungeheuer große, sich ständig anti-entropisch entwickelnde Universum, in dem sich dauernd neue  Galaxien bilden, unser Sonnensystem und damit die Prozesse auf der Erde beeinflußt.

Wenn der Mensch im Unterschied zu allen anderen Lebewesen diese kreative Fähigkeit, nämlich die Natur zu verstehen und dann zu beherrschen, nicht besäße, wären wir niemals über ein Bevölkerungspotenzial von vielleicht fünf Millionen Menschen hinausgekommen, nämlich als Jäger und Sammler. In der Geschichte des Universums repräsentiert die Geschichte des erfinderischen Menschen, also vielleicht 10.000 Jahre, einen lächerlich kleinen Bruchteil der Zeit. Die Menschheit ist also gewissermaßen noch in den ersten Babyschuhen, was unsere intellektuelle und moralische Entwicklung angeht.

Der bisherige Verlauf dieser Krise hat demonstriert, daß die japanische Bevölkerung intellektuell und emotional viel besser zur Krisenbewältigung in der Lage war als ein Großteil der durch  Medien und Grüne gehirngewaschenen deutschen Bevölkerung. Wenn wir nicht bald so enden wollen wie die Dinosaurier, dann brauchen wir in Deutschland ein Trennbankensystem zur Überwindung der Kasinowirtschaft und eine wirkliche Renaissance der Naturwissenschaften und der klassischen Kultur. Wenn wir das verwirklichen, können wir optimistisch in die Zukunft schauen.

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