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Neue Solidarität
Nr. 28, 13. Juli 2011

Die größte Krise der Weltgeschichte:
Können wir sie lösen?

Von Helga Zepp-LaRouche

Die folgende Rede hielt die Präsidentin des internationalen Schiller-Instituts zur Eröffnung der Konferenz des Schiller-Instituts am 2. Juli 2011.

Liebe Freunde Friedrich Schillers und der Menschheit! Ich denke, Sie alle wissen, daß die Welt in einem dramatisch schlechten Zustand ist. Tatsache ist sogar, daß wir, während wir uns hier zu dieser Konferenz versammeln, vielleicht nur Tage von einer Katastrophe der Zivilisation entfernt sind. Mit einer „Katastrophe der Zivilisation” meine ich einen Prozeß, wo in der transatlantischen Region Chaos ausbricht in einem Ausmaß, daß es sich nicht mehr überwinden läßt. Wenn man das nicht innerhalb von Tagen aufhält und umkehrt, besteht die Gefahr eines Prozesses, der in der Geschichte beispiellos wäre. Es wurde auf Ähnlichkeiten zum 14. Jahrhundert hingewiesen, aber wenn man sich den globalen Kollaps betrachtet, der gegenwärtig abläuft, ist dieser Vergleich meiner Ansicht nach sogar noch zu schwach.

Es gibt eine Lösung. Sie ist, relativ gesehen, sogar ziemlich einfach, wenn in den Vereinigten Staaten die Bevölkerung mobilisiert werden kann, so daß der Kongreß und Senat den Mut finden, Glass-Steagall umzusetzen, damit man Billionen Dollar Spielschulden abschreibt und zu einem Kreditsystem in der Tradition der Amerikanischen Revolution zurückkehrt. Dann gibt es Hoffnung für Europa. Wenn die Vereinigten Staaten mutig handeln und Glass-Steagall beschließen, dann bliebe Europa nichts anderes übrig, als analog zu handeln und das gleiche zu tun - einfach wegen der Interaktion der Marktsegmente der Derivatmärkte, wegen der Kombination des globalen Systems.

Aber wenn das nicht geschieht, gibt es Entwicklungen wie die, die wir jetzt leider in Griechenland sehen. Dabei kann ich Ihnen versichern, daß Sie nicht einmal die Hälfte von dem wissen, was dort vorgeht, weil die Medien nicht darüber berichten. Es könnte auf der ganzen Welt gewalttätiges Chaos ausbrechen, denn es steht außer Frage, daß wir uns in der absoluten Endphase des Zusammenbruchs des transatlantischen Systems befinden.

Die Regierungen in Europa und den Vereinigten Staaten wollen auf den Bankrott dieses Systems reagieren, indem sie die Lasten in Form von brutalen Kürzungen der Bevölkerung aufbürden und ihr den Lebensstandard rauben. Praktisch sollen die Menschen für die angehäuften Spekulationsschulden sterben. Es ist ganz klar, daß die vorgeschlagenen Kürzungen so brutal sind, daß dies zu sozialen Explosionen führen wird und das bereits tut, weil die Menschen erkennen, daß ihre Existenz bedroht ist, ihr Leben verkürzt wird, ihre Zukunft gestohlen wird.

Gefahr eines neuen Faschismus

Wie mein Ehemann in den letzten Tagen warnte, besteht die Gefahr, daß in den Vereinigten Staaten schon sehr bald, in den nächsten Tagen im Juli, ein faschistischer Putsch stattfindet. Das haben wir nicht etwa als Information von irgendwelchen geheimen Quellen, sondern wir schließen es aus der Natur der Bestie, mit der wir es zu tun haben - wenn man weiß, wer für den Reichstagsbrand 1933 verantwortlich war, als nach Hitlers Machtergreifung in einer scheinbar kontrollierbaren Situation nach dem Reichstagsbrand sehr schnell die Ermächtigungsgesetze folgten, und dann war es zu spät.

Denken Sie nur daran, wie viele Menschen sich damals etwas vormachten und meinten, dieser „österreichische Gefreite“ würde mit der nächsten Wahl schon wieder weg sein. Es gab in ganz Deutschland vielleicht nur drei Menschen, die den grundlegenden Unterschied zwischen Hitler und einem gewöhnlichen Konservativen erkannten. Und die Gefahr ist jetzt wieder, daß die Menschen nicht verstehen, daß die Finanzoligarchie, die Hitler bezahlte und an die Macht brachte, jetzt vor dem Kollaps ihres Systems steht und deshalb absolut fähig ist, wieder genau das gleiche zu tun.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie es zu einem solchen faschistischen Coup kommen könnte. Es könnte soziale Unruhen geben, und dann wird einfach der Notstand erklärt; oder es könnte einen neuen Terrorvorfall geben in der Art des 11. September. Irgendein Vorwand würde schon ausreichen, und das ist die große Gefahr.

Und in Europa: Wir hatten sehr gute Gründe, warum wir gegen den Lissabon-Vertrag gekämpft haben. Denn der Lissabon-Vertrag enthält auch Regelungen für Notstände, die sogar die Todesstrafe gegen Aufständische einschließen. Wir sind also nur sehr, sehr wenig entfernt von einer supranationalen Diktatur.

Das ist offensichtlich eine unhaltbare Lage, weil die europäischen Regierungen und die US-Regierung sich auf einem völligen Kollisionskurs mit der Bevölkerung befinden. Das Volk fühlt sich in dem, was die Regierungen tun, überhaupt nicht mehr vertreten.

Wenn man also die Lage sieht: In den Vereinigten Staaten ist der Staat faktisch zahlungsunfähig: Die USA haben derzeit 14,3 Billionen Dollar Haushaltsschulden, und gegenwärtig sind die Verhandlungen zwischen der Regierung Obama und den Republikanern über die Erhöhung der Schuldengrenze völlig festgefahren - nicht, weil eine Seite gegen Kürzungen wäre; beide sind dafür, Obama will Kürzungen, die Republikaner wollen Kürzungen. Der Unterschied ist nur, daß Obama die Steuern erhöhen will, angeblich nur für die Reichen. Aber wenn man sich die Sache etwas genauer ansieht, stellt man fest, daß die Kürzungen nur die Industrie noch mehr ruinieren würden, wie auch die Gewerkschaften erklären. Die Positionen beider Seiten sind völlig verrückt.

Eine der Ratingagenturen, Moody’s, hat gefordert, daß die Vereinigten Staaten bis Mitte Juli die Schuldengrenze erhöhen, sonst würde sie die US-Schulden herunterstufen, was ein offensichtlich extremer Schritt ist, um die Kürzungen schneller durchzusetzen. Und der IWF schrieb in seinem Jahresbericht praktisch, die Schuldengrenze müsse sofort erhöht werden, um einen Schock mit dramatischen weltweiten Konsequenzen zu verhindern.

Gestern (1. Juli) hat nun das neue Haushaltsjahr begonnen, und nach US-Recht dürfen die Bundesstaaten keine Schulden aus dem alten Haushaltsjahr ins neue mitnehmen. Deshalb haben die Staaten, jedenfalls die meisten, mit wenigen Ausnahmen, in ihrem Budget ganz unglaubliche Kürzungen beschlossen. Sie kürzen rücksichtslos bei Sozialleistungen, Polizei, Feuerwehr, Schulen, Universitäten. Gefängnisse werden privatisiert. - Wie macht jemand mit einem Gefängnis Profit? Natürlich durch Sklavenarbeit. - Sie kürzen Gesundheitsversorgung, Renten etc., und diese Einschnitte sind so dramatisch, daß es auf Chaos zuläuft. So gibt es in den USA schon Flashmobs, Raubüberfälle, und die Lage spitzt sich auf einen Bürgerkrieg hin zu. Die Arbeitslosigkeit in Amerikas Städten ist unglaublich hoch. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in manchen Gegenden bei 40%, bei jungen Schwarzen noch darüber. Eine solche Arbeitslosigkeit sieht man auch in Portugal, Spanien, Griechenland.

Europa ist bankrott

In Europa bewegt sich die Lage in die gleiche Richtung. Europa ist bankrott. Die Europäische Zentralbank ist faktisch eine Bad Bank, mit Billionen an toxischen Staatsanleihen der sogenannten Bankrottstaaten. Das europäische Bankensystem ist hoffnungslos bankrott. Und man versucht das durch eine Senkung des Lebensstandards der Bevölkerung, Privatisierung und Abbau staatlicher Funktionen zu lösen. Vor der Abstimmung in Griechenland letzten Mittwoch herrschte auf den internationalen Märkten eine Spannung, die man sich nicht vorstellen kann: Es hieß allgemein, wenn das griechische Parlament das Austeritätsprogramm nicht beschließe, dann werde das gesamte Weltfinanzsystem in eine Krise stürzen, die noch viel schlimmer wäre als im Fall von Lehman Brothers und AIG im September 2008.

Das Sparpaket, dem das griechische Parlament zustimmen mußte, wird Griechenland umbringen. Es gibt keine Möglichkeit, wie Griechenland damit leben kann. Denn schon das erste Paket von 110 Mrd. Euro im letzten Jahr führte zu einem Einbruch des Lebensstandards in Griechenland um 25%. Jetzt wollen sie ein neues Rettungspaket mit noch mehr Kürzungen. Staatsfunktionen sollen privatisiert werden, Arbeitsplätze abgebaut - es würde alles nur noch schlimmer machen.

Auf größtmöglichen Druck der EU und der Banken hin stimmte das griechische Parlament für das Austeritätspaket - mit 155:145 Stimmen, also nicht gerade eine breite Mehrheit. Aber die Bevölkerung hat das nicht akzeptiert. Denn sie empfinden es als zutiefst ungerecht, und das, entgegen der Propaganda gewisser deutscher Boulevardmedien, völlig zu recht. Denn die Reichen, die von den Umständen profitiert haben, mit den Jachten und den Villen, haben natürlich ihr Fluchtkapital längst in andere Länder geschafft, und nun sollen die Armen zahlen. Menschen mit einem Einkommen von 500 Euro sollen mehr Steuern zahlen, höhere Mehrwertsteuer, und in allen Bereichen Kürzungen hinnehmen.

Deshalb gibt es jeden Tag Demonstrationen der Bewegung der „Empörten”, die das von den spanischen „Indignados” übernommen haben, die wiederum die Revolution in Ägypten zum Vorbild nahmen, um zu zeigen daß sie mit diesen oligarchischen Strukturen nicht mehr einverstanden sind.

Auf dem Syntagma-Platz in Athen und in vielen anderen Städten gab es jeden Tag Demonstrationen. Aber zuletzt hat Papandreou nach der Abstimmung im Parlament angeordnet, daß die Polizei diese Proteste mit großer Brutalität gewaltsam unterdrückt. Videoaufnahmen beweisen, daß Provokateure eingesetzt wurden, um Gewalt anzuzetteln, und dann nahm die Polizei dies als Vorwand, um die Proteste zu ersticken. Wir haben Beweise auf Video dafür, daß einige dieser Provokateure, nachdem sie ihre Provokationen begangen hatten, hinter den Linien der Polizei verschwanden und von der Polizei geschützt wurden.

Ich möchte Ihnen einen kurzen Ausschnitt aus solchen Filmaufnahmen zeigen, die in Griechenland gemacht wurden und die man hier bei uns im Fernsehen nicht zu sehen bekommt, die aber einen Eindruck geben, war wirklich vorgeht.

Man sieht, wie die Polizei Tränengas einsetzt. Tränengas wurde auch in der U-Bahn eingesetzt [wohin Demonstranten flohen], es wurde behauptet, die Demonstranten hätten in der U-Bahn ihr „terroristisches Hauptquartier“. Die Menschen sagten: „Sie machen aus der U-Bahn eine Gaskammer.“

Ich wollte Ihnen damit nur einen Eindruck vermitteln, wohin uns diese EU-Politik führt, die angeblich Europa friedlich vereinen und sicherstellen sollte, daß es hier nie wieder Krieg gibt.

Man kann eindeutig sagen, daß die Politik der US-Regierung und der Europäischen Union gescheitert ist. Sie ist gescheitert, denn wenn man sich vier Jahre nach dem Ausbruch der globalen Finanzkrise die Lage betrachtet, so ist sie schlimmer als vorher. Es wurde absolut nichts dagegen getan.

Die Zeit für eine Lösung läuft davon

Erinnern Sie sich an die prophetische Internetsendung meines Mannes am 25. Juli 2007, eine Woche oder nur wenige Tage vor dem Ausbruch der Finanzkrise, als er sagte: „Dieses System ist hoffnungslos am Ende, es gibt nichts, war dieses System noch retten kann“ - was sich dann komplett bestätigte! Schon im August schlug er dann Maßnahmen vor, nämlich das Gesetz zum Schutz von Eigenheimbesitzern und Banken. Wenn man dieses Gesetz damals beschlossen hätte, wäre die Krise unmittelbar gestoppt worden, sie hätte sich nie so entfaltet!

Aber die Wallstreet und London stellten erst über Bush junior und jetzt über Obama sicher, daß dieser Gesetzentwurf gestoppt wurde. Statt dessen haben die G20-Länder ein Rettungspaket nach dem anderen umgesetzt, die Spielschulden der Hochrisikospekulanten honoriert und wahrscheinlich um die 30 Billionen Dollar in das Geldsystem gepumpt, was das Inflationspotential sehr erhöht hat, so daß es jetzt kurz vor der Explosion in eine Hyperinflation wie in Deutschland 1923 steht.

Die Regierungen haben damit in diesem Zeitraum die privaten Schulden der Kasinowirtschaft, der Zocker, in öffentliche, staatliche Schulden umgewandelt, und nun wollen sie, daß der Steuerzahler das zahlt - aber auch alle, die keine Steuern zahlen, indem auch ihr Lebensstandard gesenkt wird. Es läuft auf nichts anderes hinaus, als Menschen umzubringen, indem man ihr Leben verkürzt. Das ist zweifellos die Absicht.

Der Angelides-Bericht oder „Financial Crisis Inquiry Commission Report“, der im Januar veröffentlicht wurde, und der darauf folgende Levin-Coburn-Bericht des US-Senats lieferten alle Informationen, die man braucht, um das zu beenden. Sie deckten das unverantwortliche Verhalten der „Finanzindustrie“ auf, und ebenso das völlige Versagen von Politik und Aufsichtsbehörden, die nicht eingriffen. Sie verwiesen auch auf die Ursache, daß nämlich die Abschaffung des Glass-Steagall-Gesetzes 1999 und ähnliche Deregulierungen der letzten 30 Jahre für diese Krise verantwortlich sind.

Der Angelides-Bericht erschien vor einem halben Jahr und der Levin-Coburn-Bericht vor einigen Monaten, aber in dieser gesamten Zeit hat keine einzige europäische Regierung sie ernsthaft kommentiert oder irgendwie danach gehandelt!

Jetzt läuft die Zeit aus. Sie läuft jetzt in diesen Tagen aus, und wir müssen raus aus diesem System, das diese Lage verursacht hat. Wenn wir das System nicht ändern, besteht die Gefahr einer Tragödie der Menschheit.

Das System, von dem ich spreche, das wir loswerden müssen, ist das, was man allgemein die „Globalisierung“ nennt. Ein anderes Wort dafür ist das anglo-amerikanische Imperium oder besser, das Britische Empire - wenn man unter dem Empire nicht die Britischen Inseln versteht, sondern das Konglomerat von Zentralbanken, Investmentbanken, Hedgefonds, Private Equity Fonds, Versicherungen und Rückversicherungen, Kartellen. Das ist die Idee, daß Geld ein absoluter Wert sei, und man dafür die Menschen opfert, die Volkswirtschaften, die Landwirte usw. Es ist eine gewaltige Umverteilung von den Armen zu den Reichen.

Diese Tendenz des monetaristischen Systems existiert eigentlich schon immer, auch schon nach dem Tod von Franklin Roosevelt. Aber in der Nachkriegsperiode gab es gewöhnlich viele Einschränkungen: Es gab Bretton Woods, was nicht perfekt war, aber ein System von Regulierungen enthielt. Es gab Staatsmänner wie Adenauer, de Gaulle, John F. Kennedy und andere, die dafür sorgten, daß das Gemeinwohl der Menschen geachtet wurde und daß die Mächte des Imperiums relativ eingedämmt blieben.

Aber mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion von 1989-91 verschwand das größte Hindernis für die Oligarchie und ihr Ziel eines Weltimperiums. Schon Machiavelli hat ja darauf hingewiesen, daß selbst oligarchische Systeme, die den Fortschritt hassen, weil sie die Masse dumm und rückständig halten wollen, für militärische Zwecke technischen Fortschritt tolerieren müssen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Comecon-Länder verschwand diese Notwendigkeit eines technischen Fortschritts, und man ging daran, die Idee eines oligarchischen Weltreichs zu verwirklichen.

Die verpaßte Chance von 1989

Ich habe in dieser Zeit, 1989-90, in vielen Reden erklärt: Wenn man den Fehler begehen sollte, dem kollabierten kommunistischen System das Freimarktsystem überzustülpen, dann könne man zwar vielleicht über einige Jahre einen Prozeß der Ausplünderung haben, aber dann käme es zu einem noch weit schlimmeren Zusammenbruch als dem des Kommunismus - und das ist genau der Punkt, an dem wir jetzt stehen.

Wenn Sie an diesen Augenblick zurückdenken, was der Fall der Mauer 1989 für Deutschland bedeutete: Die Menschen waren ungeheuer froh über die große Chance von ’89. Man hätte eine ganz andere Welt schaffen können! Es hätte Frieden geben können. Es war im Grunde eine Situation, wo es keinen Feind mehr gab und der „Westen“ gewonnen hatte, und es gab die Chance für eine umfassende Friedensordnung auf der Welt. Man hätte die früher militärischen genutzten Mittel für friedliche Zwecke verwenden können, um wieder aufzubauen und die schrecklichen Bedingungen in den Entwicklungsländern zu überwinden.

Wir hatten einen Plan für diesen Augenblick. Das war zuerst das Produktive Dreieck, d.h. der Plan, das Gebiet zwischen Paris, Berlin und Wien mit moderner Technik wie der Magnetbahn Transrapid, dem Hochtemperaturreaktor usw. auszustatten und das dann als Motor zur Entwicklung des Ostens zu benutzen. Als die Sowjetunion sich 1991 auflöste, erweiterten wir das zum Programm der Eurasischen Landbrücke, wofür wir in vielen Ländern warben, und was Länder wie China, Rußland u.a. teilweise aufgegriffen haben.

Wir hatten also einen Plan, wie man auf den Kollaps dieses Systems reagieren sollte. Das Problem war aber, daß Bush senior und die Neokonservativen in den Vereinigten Staaten sich statt dessen für die Doktrin vom „neuen amerikanischen Jahrhundert” entschieden, auf der Grundlage der „anglo-amerikanischen Sonderbeziehung“, also dem Mechanismus, mit dem die Briten immer versuchen, die Amerikanische Revolution zu unterminieren. Statt eine Friedensordnung anzustreben, gab es Ideen wie die von Samuel Huntington mit dem „Kampf der Kulturen“, wo an die Stelle Rußlands der Islam als Feind tritt, ein angeblicher „Nord-Süd-Konflikt“ - und der Aufbau eines Imperiums, auf der Grundlage einer anderen Schrift Samuel Huntingtons, Der Soldat und der Staat, wo er die Vorstellung beschreibt, die Wehrpflicht abzuschaffen und statt dessen in der Tradition des Römischen Reiches Legionäre einzusetzen. Unser überführter Schwindler Guttenberg hinterließ den Deutschen ein solches Berufsheer - sein einziges „Geschenk“ an uns.

Das war der Plan: mit Legionen, d.h. privatisierten Sicherheitsfirmen, imperiale Kriege zu führen, und so machte man es im Irak, in Afghanistan, und jetzt in Libyen. Und natürlich gehörte zu diesem Krieg auch die geopolitische Zerstörung Rußlands und der anderen früheren Comecon-Länder. 1991 gab es eine CIA-Studie, die zu dem Schluß kam, daß die frühere Sowjetunion zu viele Rohstoffe und zu viele gutausgebildete Arbeitskräfte hatte, daß es also einen sehr starken Konkurrenten auf dem Weltmarkt geben würde, wenn man diese Industrie nicht abbaut. Daraus folgte das Privatisierungsprogramm, das die Oligarchen in Rußland umsetzten.

Für Europa war der Plan, die EU unter dem Mantel der Union faktisch in ein Britisches Empire umzuwandeln. Dabei würde Großbritannien selbst draußen stehen, aber die EU-Politik sollte dem Vorbild der Politik des Empire folgen.

Wir wissen, wie das zustande kam. Schließlich hatten wir 1989 einen Plan, was zu tun wäre - das Produktive Dreieck, die Eurasische Landbrücke -, und deshalb beobachteten wir viel bewußter als andere, was der Gegner tat. Am 28. November präsentierte Kanzler Kohl seinen berühmten 10-Punkte-Plan für eine Konföderation der beiden deutschen Staaten - noch keine Vereinigung. Am 30. November wurde der damalige Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, ermordet, weil auch er einen Entwicklungsplan für Polen und andere Länder hatte, ähnlich unserer Vorstellung. Seine Ermordung sollte eine Warnung an Kohl sein - er war einer der engsten Freunde Kohls -, daß er kapitulieren müsse.

Dann kam der berühmte Straßburger EU-Gipfel am 8.-9. Dezember 89, wo Mitterrand, Thatcher und aus der Entfernung Bush alle Druck auf Kohl machten und forderten, als Preis für die deutsche Wiedervereinigung die D-Mark aufzugeben. Kohl sagte später, das seien mit die dunkelsten Stunden seines Lebens gewesen.

Wir wissen, wie die D-Mark abgeschafft wurde, um Deutschland zu schwächen; Mitterrands Biograph Attali schrieb sogar, daß Mitterrand Deutschland mit Krieg drohte, falls Kohl nicht kapituliere und den Euro einführe. Derselbe Attali hat gerade vor einer Woche erklärt, sie hätten den Euro und die Eurozone bewußt so geschaffen, daß es nicht funktionieren würde, damit Europa später zu der politischen und wirtschaftlichen Union gezwungen wäre, gegen die sich die Länder bisher gesperrt hatten.

Dann entfaltete sich dieser ganze Prozeß, und die Leute wußten, daß der Euro und die Europäische Währungsunion nicht funktionieren konnten, wenn es keine politische Union gab. Dann führten sie Schritt für Schritt die verschiedenen Verträge ein, vom Maastricht-Vertrag bis zum Lissabon-Vertrag, der eine durch und durch monetaristische Struktur ist. Die EU-Kommission ist inzwischen eine supranationale Struktur, und das bedeutet den fast völligen Verlust der Souveränität aller Mitgliedsländer.

Europa ist ein Konstrukt geworden, der Euro kann und konnte nie funktionieren! Was wir jetzt in Griechenland sehen, war beabsichtigt: Es sollte nicht funktionieren, es sollte Deutschland schwächen und praktisch Europa eine Diktatur aufzwingen. Man muß diese Geschichte verstehen, denn wenn man es nicht versteht, wird man nicht die richtigen Schlußfolgerungen ziehen.

Schauen Sie sich die Argumente an, mit denen dieses „Europa“ verkauft wurde: Angeblich war es gut für den Frieden in Europa! Aber sehen Sie, was heute die Menschen auf den Straßen und Plätzen in Griechenland, in Portugal, in Spanien über die deutsche Kanzlerin sagen! Sie haben Fahnen mit dem EU-Zeichen, worin Hakenkreuze gemalt sind. Das ist das Gegenteil von Frieden.

Grüner Selbstmord Europas

Das zweite Argument für die Leichtgläubigen war, ein vereintes Europa sei notwendig als Gegengewicht zu den aufstrebenden Weltmächten wie China, Indien, Brasilien, Rußland. Aber mit der grünen EU-Politik begeht dieses Europa jetzt wirtschaftlichen Selbstmord. Die jüngste Entwicklung mit dem Ausstieg aus der Kernkraft im Bundestag hat mit Fukushima absolut nichts zu tun! Denn wenn man Länder sieht wie Rußland, China, Indien, Südkorea und viele andere: Sie sind 100%ig entschlossen, die Kernenergie auszubauen und aus Fukushima zu lernen, indem man von den weniger sicheren Reaktoren zu besseren und inhärent sicheren übergeht: Reaktoren der 4. Generation, Hochtemperaturreaktor und weiter zur Kernfusion. Nur einige wenige europäische Länder, wie Deutschland, die Schweiz, Österreich, Italien, begehen jetzt wirtschaftlichen Selbstmord!

Das hat nichts mit Fukushima zu tun, sondern ist das Resultat von 40 Jahren britischer Politik. Es begann mit den verrückten Lügen des Club von Rom, die einen Wertewandel in Europa auslösen sollten. Man verbreitete die absurde These von den „Grenzen des Wachstums” - daß die Welt sich bis 1970 zu einem Gleichgewicht entwickelt hätte und nun die Grenzen erreicht wären; von nun an bräuchte man „tragfähige Entwicklung“, angepaßte Technologie und all das!

Es war alles gelogen, denn weder der Planet noch das Universum ist so, und wir werden in den nächsten beiden Tagen viele Redebeiträge hören, die das beweisen werden. Aber dahinter stand die Politik von Prinz Philip, dem World Wildlife Fund, über den es jetzt im deutschen Fernsehen Enthüllungen gab, daß der World Wildlife Fund im Zusammenhang mit Biotreibstoffen mit mörderischen Methoden in der Dritten Welt verbunden ist. Prinz Philip hat es schon seit langem gesagt: Er will die Weltbevölkerung auf 1 oder 2 Milliarden Menschen reduzieren. Und das ist im Grunde die Absicht hinter dieser Politik. Wir verfolgen das seit 40 Jahren. Viele Leute in diesem Lager der Entvölkerungspolitik sagen: „Wie verringert man die Bevölkerung? Ganz einfach: Man läßt die Vier Reiter der Apokalypse los - Hunger, Tod, Krieg, Seuchen - so läßt sich das Problem lösen.“

Als der Club von Rom mit seiner bösartigen Politik begann, rechneten wir aus, daß infolge dieser Politik Hunderte Millionen Menschen sterben würden, besonders in den Entwicklungsländern. Ich selbst sagte es auf der Bevölkerungskonferenz in Bukarest 1974: „Diese Politik ist 100mal schlimmer als Adolf Hitler.“ Das hat vielleicht einige schockiert, aber wenn man zählt, wie viele Menschen an Hunger und Seuchen starben, obwohl man es hätte verhindern können, dann ist es absolut wahr!

Es wurde eine Lüge nach der anderen verbreitet, wie die Lüge von der globalen Erwärmung, dem sogenannten anthropogenen Klimawandel, was ja die Grundlage der ganzen Politik der erneuerbaren Energien ist. Und kürzlich gab es in Deutschland dieses unglaubliche Dokument, das die Grundlage der Entscheidung der deutschen Regierung für den Ausstieg aus der Kernenergie war, vom Wissenschaftlichen Beirat unter dem Vorsitz von Professor Schellnhuber, der den Titel eines „Commanders of die British Empire“ führt. Er sagt es bei jeder Rede und schreibt es in jedem Brief: „C.B.E.“, Commander of die British Empire - statt sich zu schämen und es zu verstecken, stellt er es besonders heraus. Das ist eine britische Politik, das haben wir auf vielerlei Weise bewiesen.

Was sie vorhaben, ist die sogenannte Große Transformation, ein „neuer Gesellschaftsvertrag für die Große Transformation“. Darauf arbeiten sie schon seit Jahren hin, es hat also mit Fukushima nichts zu tun. Es ist die Idee der sog. „Dekarbonisierung” des Energiesektors der ganzen Welt, d.h. nicht nur der Ausstieg aus der Kernenergie, sondern auch aus Kohle, Gas, Öl. Dazu wird es nicht kommen, weil Länder wie Rußland, China usw. niemals mitmachen werden. Aber der Plan ist, die Bevölkerung auf 1 oder 2 Milliarden zu reduzieren!

Das würde aber nicht funktionieren, sondern wahrscheinlich zum völligen Aussterben der Menschheit führen. Denn wenn man sich die letzte halbe Milliarde Jahre des Lebens auf der Erde ansieht, ist es nicht nur bewiesen, daß die antientropische Tendenz den allgemeinen Trend der Evolution im Universum bildet, sondern auch, daß es immer entwickeltere Gattungen von Lebewesen gibt, die einen Nettoanstieg der Energieflußdichte brauchen, um zu überleben.

Auf jeder Entwicklungsstufe stößt man auf eine relative Erschöpfung der Ressourcen, und wenn man dann stagniert, folgt ein Kollaps. Eine Gesellschaft, die versucht, eine gleichbleibende Energieflußdichte durchzusetzen, z.B. mit Solar- oder Windkraft, schafft einen Zustand, wo der Prozeß auf die Auslöschung der maßgeblichen Spezies zuläuft, also an diesem Punkt die Menschheit.

Damit die Menschheit fortbesteht, muß man zu höherer Energieflußdichte im Produktionsprozeß und einer höheren Kapitalintensität übergehen, um jeweils auf jeder Stufe die Rohstoffe neu zu definieren. Wenn man nicht die Dichte mit Kernspaltung, Kernfusion und schließlich Materie-Antimaterie-Reaktionen ständig erhöht und die Kapitalintensität der Produktion steigert, und wenn man nicht von einer „Plattform“ der Technologie, wie Lyndon LaRouche es nennt, zur nächsthöheren übergeht, dann bringt sich die Menschheit in die Lage, ebenso eine ausgestorbene Spezies zu werden wie die anderen, die in früheren großen Katastrophen verschwanden. Sie verschwanden hauptsächlich, weil sie ihre Existenzweise nicht änderten und mit den Naturkatastrophen, die sie trafen, nicht fertig wurden.

Deshalb würde diese „Energiewende“ und Deindustrialisierung nicht nur bedeuten, daß energieintensive Industrien Deutschland verlassen werden, sie werden auch viele andere Wirtschaftszweige mit sich nehmen. Denn es gäbe Stromausfälle, Brownouts, einen Einbruch des Lebensstandards und Verkürzung der Lebenszeit.

Das Britische Empire muß zerstört werden!

Dies hat jetzt den Punkt erreicht, wo die Situation absolut unakzeptabel geworden ist. Der Schlachtruf dieser Konferenz, zumindest was meine Person betrifft, ist: Das Britische Empire muß zerstört werden, mit allen axiomatischen Aspekten, die dazu gehören, nämlich Monetarismus und der Idee eines oligarchischen Gesellschaftssystems! Denn wir haben in der Realität zum jetzigen Zeitpunkt eine Oligarchie, eine Diktatur in Europa. Einige Leute werden protestieren und sagen: „Aber wir haben doch Demokratie - wir können wählen.“ Aber was nützt einem das, wenn man absolut keinen Einfluß auf die Entscheidungen hat, die aus Brüssel kommen? Deshalb sagen auch viele Leute: „Man kann sowieso nichts machen.“

Denn die Menschen spüren, daß gegenwärtig die Geldeliten die Politik machen und die Politiker unter ihrer Kontrolle haben, die deswegen nichts zur Eindämmung der Spekulation getan haben. Sie kontrollieren auch die Medien, die Unterhaltungsindustrie, und das Problem ist, daß als Resultat davon die Masse der Bevölkerung in einer Realitätsverleugnung lebt. Sie sind getrieben von ihrem Wunsch, die „Lebensqualität“ zu maximieren. Von Dingen, die ihrem Vergnügen im Wege stehen, wollen sie nichts hören! Das ist eigentlich Adam Smiths Theorie, daß der Mensch sich keine Gedanken um die Natur, das Universum, das Ganze machen soll - daß er das Gott überlassen soll, so Adam Smith -, und der Mensch nur von seinem Wunsch bestimmt ist, sein Vergnügen zu maximieren und den Schmerz zu minimieren.

Es ist wie im Römischen Reich mit Brot und Spielen in den Amphitheatern, wo die Christen den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurden und das Publikum den Daumen nach oben oder unten strecken sollte, um zu entscheiden, ob ein Gladiator weiterleben durfte oder nicht. Und man erinnere sich an die Warnung des hl. Augustinus, daß solche Spiele die Masse der Bürger dazu verleitet, sich selbst zu erniedrigen, und sich manipulieren zu lassen und so zu akzeptieren, daß sie Untertanen sind.

Wenn man sich die Jugendkultur heute ansieht, Dinge wie Lady Gaga, oder die Gewalt unter Kindern, wo sogar Achtjährige Sechsjährige ermorden, dann sieht man, wie weit wir an diesem Punkt gekommen sind.

Beginn einer neuen Epoche

Damit muß jetzt Schluß sein! Wir sind nun an einem Punkt, wo das sehr, sehr klar ist: Wir sind am Ende einer Epoche - was bedeutet, daß wir auch am Beginn einer neuen Epoche sind! Und ob diese neue Epoche ein neues finsteres Zeitalter sein wird oder eine neue Renaissance - das wird, denke ich, zum großen Teil davon abhängen, ob die Vereinigten Staaten sich für Glass-Steagall entscheiden und Europa es dann ähnlich macht und wir die Billionen an Zockerschulden abschreiben.

Wir würden neuen Kredit ausgeben und diesen neuen Kredit unmittelbar für den Wiederaufbau verwenden. Schließlich haben wir mit der Weltlandbrücke viele konkrete Programme entwickelt, angefangen mit NAWAPA und vielen anderen Wasserprojekten, von denen wir auch morgen hören werden. Wir würden nicht nur NAWAPA bauen und den amerikanischen Kontinent transformieren, sondern auch die Beringstraße entwickeln, die Eurasische Landbrücke aufbauen. Wir würden viele ausgetrocknete Seen wieder auffüllen, wie den Tschadsee, den Aralsee und andere. Wir würden sofort damit anfangen, Afrika zu entwickeln, Infrastruktur zu bauen, die Wüsten zu begrünen und die Nahrungsmittelproduktion zu verdoppeln!

Wir würden sofort darangehen, die Armut zu beseitigen. Innerhalb weniger Monate könnten wir die schlimmste Armut und Hunger soweit überwinden, daß kein Mensch mehr hungert, und in ein oder zwei Jahren könnten wir weltweit den Anfang einer prosperierenden Wirtschaft haben. Wir würden sofort wieder Grundlagenforschung betreiben, um die Gesetze der Natur und des Universums besser zu studieren. Statt eines Atomausstiegs würden wir unser Wissen über Vorwarnzeichen auf eine höhere Stufe heben, was es uns möglich machen wird, Erdbeben zwar nicht zu verhindern, aber ein Frühwarnsystem einzurichten, um Menschen rechtzeitig evakuieren zu können. Wir könnten verhindern, daß Hunderte Millionen Menschen durch Vulkanausbrüche und ähnliches sterben.

In der letzten halben Milliarde Jahre gab es fünfmal große Katastrophen auf diesem Planeten, in Verbindung mit einem Zyklus von 62 Millionen Jahren, der mit der wechselnden Position unseres Sonnensystems in unserer Galaxis verbunden ist. Jedesmal, fünfmal kam es zur völligen Vernichtung von bis zu 98% aller Gattungen auf der Erde, und wir bewegen uns jetzt eindeutig in eine solche Periode hinein, wo dies wieder geschehen kann. Nicht gleich morgen, aber wenn wir sicherstellen wollen, daß unsere Kinder und Enkel und deren Enkel richtig darauf vorbereitet sind, das Überleben der menschlichen Gattung zu sichern, dann tun wir gut daran, diesen Prozeß jetzt einzuleiten. Und wenn wir Dinge nicht ändern können, müssen wir lernen, uns daran anzupassen und dafür zu sorgen, daß die Menschheit überleben kann.

Änderung des Denkens notwendig

Das bedeutet eine fundamentale Änderung in unserem Denken. Das Schiller-Institut und die LaRouche-Bewegung sehen sich in der Tradition großer Denker wie Nikolaus von Kues, der schon im 15. Jahrhundert betonte, daß es eine klare Übereinstimmung zwischen den Gesetzen des Mikrokosmos und denen des Makrokosmos gibt. Mit dem Mikrokosmos ist die menschliche kreative Schöpferkraft gemeint, und mit dem Makrokosmos das erschaffene Universum. Und Nikolaus verwies auch darauf, daß dieses Universum sich ständig weiter entwickelt. Er als Kardinal sagte natürlich, daß der Schöpfergott dieses Universum als ein schöpferisches Universum geschaffen hat. Und da der Mensch dort in diesem Universum ist, setzt der Mensch den Schöpfungsprozeß fort, auf einer höheren Ebene, als das Universum sich bereits von allein entwickelt. Nikolaus nennt dies die „vis creativa“, die den Menschen wie auch das Universum regiert.

Es ist jetzt höchste Zeit, daß wir rund um die Welt eine Massenbewegung von Menschen schaffen, die die politische und wirtschaftliche Ordnung in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Schöpfung bringen wollen. Unser verstorbener großartiger Freund, der Raumfahrtpionier Krafft Ehricke, nannte das den „extraterrestrischen Imperativ“. Er sagte, nur wenn der Mensch bemannte Raumfahrt betreibt, wird er sich so rational verhalten, daß die Evolution des Menschen und des Lebens in den Weltraum weiter geht, und dieser extraterrestrische Imperativ werde den Zeitpunkt markieren, an dem die Menschheit erwachsen wird und ihr irrationales Verhalten aufgibt. Die Inder sagen es so: Man muß die Politik in Übereinstimmung mit der kosmischen Ordnung bringen.

Dazu braucht man nicht nur wissenschaftlichen Fortschritt, sondern insbesondere auch klassische Kunst. Warum ist die klassische Kunst die einzige wirkliche Kunst des Menschen? Warum kann man nicht liberale Ansichten über „Geschmack“ haben, über diese und jene Musik oder Dichtung und Drama? Nun, weil es allein die klassische Kunst ist, die in der Musik und Poesie dem schöpferischen Prozeß entspricht: Man hat eine poetische oder musikalische Idee, und man entwickelt diese Idee, bis sie durch den Prozeß des Durchkomponierens erschöpft ist. Und dann erreicht man eine höhere Ebene, die sich in einer Metapher oder in einer Hypothese äußert.

Und wir müssen auch das ideale Menschenbild meines und Ihres geliebten Dichters Friedrich Schiller wieder auf die Tagesordnung setzen. Er sagte, der einzige Weg, wie der Mensch wirklich Mensch sein kann, sei als eine schöne Seele. Eine solche schöne Seele im Sinne Friedrich Schillers ist ein Mensch, der das Notwendige tut und seine Freiheit in der Notwendigkeit findet - er erfüllt seine Pflicht mit Leidenschaft. Er ist kein Kantianer, der sich sagt: „Ich muß moralisch sein, und deshalb muß ich alle diese schrecklichen Lasten tragen...“ Sondern es ist ein Mensch, der mit Freuden zum Genie wird. Denn laut Schiller ist nur das Genie eine schöne Seele - jemand, der die Gesetze des Universums, der Kunst, der Musik auf gesetzmäßige Weise erweitert.

In dieser Art müssen wir die Gesellschaft verändern. Wir müssen sicherstellen, daß jeder Mensch sein Potential ganz ausschöpft und ein Genie, eine schöne Seele wird. Es gibt keinen Grund, warum Menschen keine Genies sein sollten! Es ist der natürliche Zustand des Menschen. Der Mensch ist die einzige Gattung mit der Fähigkeit zu schöpferischem Denken.

Lassen Sie uns deshalb die feierliche Verpflichtung eingehen, nicht zuzulassen, daß die Menschheit in dieser beispiellosen Krise zur Bestie wird, sondern Imperien und Oligarchismus für immer hinter sich läßt.

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- Neue Solidarität 25/2011
Stellungnahmen und Reden der BüSo-Vorsitzenden
- Internetseite der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)