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Neue Solidarität
Nr. 51-52, 21. Dezember 2011

LPAC-Kandidat stellt NASA-Vizechefin Fragen zur SDE

Am 9. Dezember nahmen der LPAC-Kongreßkandidat Dave Christie (Seattle) und sein Mitstreiter Dave Dobrodt am sogenannten „NASA Future Forum 2011“ im Luftfahrtmuseum in Seattle teil. Etwa 300 Personen waren zu der Veranstaltung gekommen, die auch über NASA-TV im Internet übertragen wurde. Eigentlich, kommentierte Christie, hätte man die Veranstaltung auch das „NASA No-Future Forum“ nennen können, denn es handelte sich nur um eine Diskussion über kommerzielle Weltraumflüge - beispielsweise den Plan des britischen Milliardärs Richard Branson, zusammen mit seiner 91jährigen Mutter und weiteren Milliardären zum Vergnügen einen Ausflug in den Weltraum zu unternehmen. Hinzu kamen der übliche Ökowahn, Kosten-Nutzen-Unsinn etc. Die stellv. NASA-Administratorin, Lori Garver, hielt einen sehr defensiven Vortrag über die Privatisierung der bemannten Weltraum-Missionen für Tourismuszwecke und die Versorgung der Internationalen Raumstation.

Die meisten Anwesenden waren Vertreter der Luft- und Raumfahrtindustrie, die darauf hoffen, daß dieser Plan irgendwie funktionieren kann oder wenigstens soll. Vertreter von Boeing, Virgin und SpaceX waren gekommen, um für ihre Beteiligung an dem Projekt zu werben. Als „Wissenschaftler“ saß Bill Nye auf dem Podium, ein bekannter TV-Wissenschaftskomiker für Kinder und Erwachsene. Offenbar sollte der durch witzige Bemerkungen die Spannungen abbauen und von den eigentlich wichtigen Fragen ablenken.

Interessant war zu sehen, daß mehrere der Industrievertreter auf dem Podium nickten, als Christie darauf hinwies, daß die NASA schon immer den privaten Sektor zur Unterstützung ihrer Projekte herangezogen hat und ihre eigene Rolle darin bestand, „Einsicht und Aufsicht“ beizusteuern. Tatsächlich hatte man den Eindruck, daß sie von der Kommerzialisierung der Weltraumfahrt gar nicht so begeistert sind, weil sie erkennen, daß es einen wirklichen Markt für eine kommerzielle Raumfahrt gar nicht gibt, und daß ihre Kundschaft dann nur aus reichen Oligarchen bestünde, die ihr Vermögen aufgrund des voranschreitenden Zusammenbruchs des Finanzsystems schon bald verlieren werden - und aus einer US-Regierung, der ebenfalls die Mittel ausgehen und die dann kein Geld mehr dafür ausgeben wird, Astronauten zur ISS zu schicken.

In seinem Diskussionsbeitrag wies Christie auf die akute Weltkriegsgefahr unter Präsident Obama hin und stellte als Alternative den russischen Vorschlag einer „Strategischen Verteidigung der Erde“ (SDE) als Kriegsvermeidungsstrategie gegenüber. In ihrer Antwort wollte Garver sich zur Weltkriegsgefahr oder zu Obamas Geisteszustand nicht äußern, und sie behauptete, bei der SDE handle es sich um ein militärisches Programm, wofür eine zivile Weltraumbehörde nicht zuständig sei. Schließlich rühmte sie Obamas brillante Idee, die NASA durch die Privatisierung der Raumfahrt „auszuweiten“. Den Mitschnitt von Christies Intervention finden Sie im Internet unter http://www.youtube.com/watch?v=anbNrKAZ3ZY.

DC