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Neue Solidarität
Nr. 26, 25. Juni 2014

China verstärkt seine Seidenstraßen-Diplomatie

China setzt seine internationale Mobilisierung für die Perspektive der Neuen Seidenstraße fort. Diese war eines der Hauptthemen bei der 6. Ministerkonferenz des Chinesisch-Arabischen Kooperationsforums, die Anfang Juni in Beijing stattfand. Mehr als 200 Gäste aus China und den arabischen Staaten nahmen an dem Forum teil, das jetzt sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Obwohl die Konferenz nur auf Ministerebene organisiert war, bestand Präsident Xi Jinping darauf, das Treffen persönlich mit einer Ansprache zu eröffnen, in der er nochmals für sein Projekt zur Entwicklung des „Wirtschaftsgürtels der neuen Seidenstraße“ warb, das ist die Kombination aus dem Ausbau der Neuen Seidenstraße zu Lande und der Maritimen Seidenstraße als einem Gesamtprojekt, was er kurz mit der Formel „eine Straße und ein Gürtel“ zusammenfaßte. „Das kommende Jahrzehnt stellt sowohl für China als auch für die arabischen Staaten eine entscheidende Entwicklungsperiode dar und fordert uns heraus, den Geist der Seidenstraße weiterzutragen und unsere Länder zu erneuern“, sagte Xi. Er zitierte ein altes chinesisches Sprichwort: „Fünf Farben werden ihre Schönheit gegenseitig verstärken, wenn sie zusammen erscheinen, acht Musikinstrumente ergeben eine harmonische Melodie, wenn sie zusammen erklingen.“

Er betonte: „Keine Zivilisation kann für sich beanspruchen, den anderen überlegen zu sein.“ Er forderte die Organisation auf, Verhandlung über die Gründung eines chinesisch-arabischen Zentrums für Technologietransfer aufzunehmen, um arabische Kerntechniker auszubilden, und bot den arabischen Staaten die Nutzung des chinesischen Satelliten-Navigationssystems BeiDou an. Die Minister unterzeichneten drei größere Abkommen über die Zusammenarbeit in der Kerntechnik, der Luft- und Raumfahrt und bei alternativen Energiequellen.

Gleichzeitig fand in Beijing ein größeres Seminar über die „Chinesisch-iranische Seidenstraße“ statt. Veranstalter waren die Kultursektion der iranischen Botschaft und der chinesischen Minzu-Universität sowie die Vereinigung für ethnische Bildung und die Huimin-Schule aus Beijing. Das Seminar richtete sich offensichtlich an die muslimische Minderheit der Hui in China, deren Ursprung an der Seidenstraße liegt. Während der jüngsten Konferenz über Vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA) in Shanghai war Präsident Xi auch mit dem iranischen Präsidenten Rohani zusammengetroffen.

Südasien

Nur wenige Tage später, am 10. Juni, empfing Präsident Xi in Beijing Premierministerin Scheich Hasina Wajed aus Bangladesch und sprach mit ihr ebenfalls über die Pläne für die Seidenstraße. Beide vereinbarten, sich gemeinsam für die Schaffung eines Wirtschaftskorridors zwischen Bangladesch, China, Indien und Myanmar einzusetzen. „Bangladesch ist ein wichtiges Land an der maritimen Seidenstraße“, sagte Xi während des Treffens. China begrüße es, daß Bangladesch sich am Aufbau des Wirtschaftsgürtels an der Seidenstraße und der Maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts beteiligt, indem es den Wirtschaftskorridor vorantreibt.

Wajed griff Xis Vorschläge für den Wirtschaftsgürtel an der Seidenstraße zu Lande und zu Wasser auf. Der Wirtschaftskorridor durch die vier Nationen sei von großer Bedeutung für die Entwicklung Südasiens, und ihr Land werde beim Bau dieses Korridors eine aktive Rolle übernehmen.

Am Tag zuvor hatte Scheich Wasina erklärt, sie sei sehr beeindruckt von Chinas Entwicklung und Veränderung. „Seit meinem ersten Besuch in China 1993 bis heute war ich Zeuge der großartigen Entwicklung Chinas. Ich denke, Bangladesch kann eine Menge von China lernen - davon, wie sich China entwickelt. Ich glaube, daß China schon in naher Zukunft die größte Volkswirtschaft der Welt sein wird. Als asiatisches Land ist Bangladesch stolz darauf.“

China bemüht sich auch um Indien. Außenminister Wang Yi besuchte Indien am 8./9. Juni und führte dort u.a. Gespräche mit dem neugewählten Premierminister Narendra Modi, Außenminister Sushma Swaraj, Präsident Pranab Mukherjee und dem Nationalen Sicherheitsberater Ajit Doval. Er lobte die neue Ära in Indien und versprach Chinas volle Unterstützung bei der Entwicklung Indiens und der Ausweitung der Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Wang Yi konzentrierte sich auf die chinesischen Investitionen im Bereich der Infrastruktur. „Als Sondergesandter für den Präsidenten brachte ich die sehr wichtige Botschaft, daß China auf dem Weg zur Erneuerung Ihres Landes an Ihrer Seite steht“, sagte er. Nach seinem Treffen mit Modi sagte er vor Journalisten, Chinas Unternehmen wollten sich am Ausbau der Eisenbahnen und Autobahnen in Indien beteiligen. „Wir sind wettbewerbsfähig und kostengünstig.“ Swaraj sprach auch über die Möglichkeit, daß China in Indien Industrieparks aufbaut.

eir