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Neue Solidarität
Nr. 27, 7. Juli 2016

Frontalangriff der Wall Street in Südamerika: Peru

Nach den jüngsten Rückschlägen für die BRICS-Gruppe in Brasilien und Argentinien, über die wir berichteten, gab es bei der Präsidentschaftswahl in Peru am 5.6. einen weiteren, als der Wall-Street-Banker Pedro Pablo Kuczynski - oft kurz „PPK“ genannt - die Wahl gewann.

In einer äußerst knappen Stichwahl schlug Kuczynski Keiko Fujimori, die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, mit nur 0,25% Vorsprung, weniger als 43.000 Stimmen, nachdem der Apparat von George Soros und die Regierung Obama sich massiv auf seiner Seite eingemischt hatten. Er wird allerdings große Schwierigkeiten beim Regieren haben, da Keikos Partei über 73 der 130 Parlamentssitze verfügt, seine Partei jedoch nur über 18.

In der ersten Wahlrunde Mitte April hatte Keiko noch um fast 20% vor „PPK“ gelegen, und zwei Wochen vor der Stichwahl hatte sie immer noch 5% Vorsprung. Aber die Wall Street-London-Fraktion wollte um jeden Preis einen „zweiten Präsidenten Fujimori“ verhindern. Alberto Fujimori war nämlich ein strikter Gegner der Drogenmafia gewesen und hatte während seiner Präsidentschaft 1990-2000 die Narko-Terrorgruppen Leuchtender Pfad und MRTA erfolgreich eingedämmt. Seine Fähigkeiten als unabhängige Führungspersönlichkeit für sein Land waren ein Vorbild für viele andere in Südamerika.

2000 wandte Fujimori sein Hauptaugenmerk der Wirtschaftsentwicklung zu und setzte sich enthusiastisch für den Aufbau einer Südamerikanischen Union ein. Gerade als Lyndon LaRouche im Oktober 2000 Peru besuchen wollte, gingen George Soros und Madeleine Albright mit vereinten Kräften daran, Fujimori zu stürzen, systematisch zu verleumden und schließlich sogar ins Gefängnis zu sperren.

Der Mann der Wall Street ist heute der 77jährige Banker Kuczynski. Er war für Kuhn-Loeb, die Weltbank und den IWF tätig, war dann fast ein Jahrzehnt lang einer der Chefs der mit der Credit Suisse verbundenen First Boston International und gründete dann seinen eigenen Hedgefonds. Sein designierter Wirtschaftsminister ist der genauso wie PPK in Oxford ausgebildete Alfredo Thorne, der jahrelang Chef der internationalen Forschungsabteilung von J.P. Morgan war.

In den letzten Wahlkampfwochen erhielt Kuczynski Unterstützung von der dritten Präsidentschaftsbewerberin, der Linken Veronika Mendoza. Sie rief den Leuchtenden Pfad und dessen ländliche Unterstützerbasis auf, massenhaft für den Banker PPK zu stimmen, und das erwies sich im Süden des Landes als wahlentscheidend.

Man muß jedoch betonen, daß die Bevölkerung in Südamerika trotz der jüngsten Rückschläge bei verschiedenen Wahlen weiterhin stark gegen die Freihandels- und Austeritätspläne dieser Regierungen mobilisiert ist.