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Neue Solidarität
Nr. 41, 13. Oktober 2016

Tschadsee-Nationen bringen Transaqua-Vorschlag in die UN

Zum erstenmal seit dem „Erdgipfel“ in Rio 1992 ist das Transaqua-Projekt zur Wiederauffüllung des Tschadsees und Schaffung eines zentralafrikanischen Netzes von Wasserwegen und Kanälen im Rahmen der Vereinten Nationen präsentiert worden. Bei der diesjährigen Vollversammlung erklärte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari am 20. September, die horrende Krise in der Tschadseeregion müsse durch ein Wassertransferprojekt gelöst werden.

Die durch die Terrorgruppe Boko Haram verursachte humanitäre Krise in der Region hat sich beträchtlich verschärft, weil die UN nur ein Viertel der notwendigen Hilfsgelder mobilisieren konnte. Buhari sagte, durch das Austrocknen des Tschadsees und die daraus resultierende Armut sei dort eine Brutstätte des Terrorismus entstanden.

Etwa 30 Mio. Einwohner des Tschadseebeckens, verteilt auf Kamerun, Tschad, Niger und Nigeria, seien akut gefährdet. Man schätze die Kosten für das Wiederauffüllen des Sees auf 14 Mrd. $; außerdem unterstütze Nigeria die Initiative der Afrikanischen Union (AU) gegen die Wüstenausbreitung.

Am 22. September sprach der Exekutivdirektor der Tschadseekommission, Abdullahi Sanusi, bei der kleineren UN-Veranstaltung „Klimaschutz-Handeln für nachhaltige Entwicklung“ und beschrieb Transaqua als mögliche Lösung. Sanusi beschrieb die Vorgeschichte der Austrocknung des Sees und stellte drei Lösungsvorschläge dar, darunter Transaqua:

Die anderen beiden Vorschläge, die Sanusi erwähnte, sind: 1. Wasser aus dem Ubangi, einem Nebenfluß des Kongo, abpumpen, und 2. eine Variante, bei der Solarenergie für den Betrieb der Pumpen genutzt wird.

Von EIR befragte Experten halten die beiden letzten Vorschläge für wirtschaftlich und ökologisch nicht haltbar. Es besteht der Verdacht, daß westliche Interessen „billigere“ alternative Vorschläge propagieren, um Transaqua zu sabotieren, die jedoch nicht funktionieren würden.

eir