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Neue Solidarität
Nr. 16, 19. April 2018

Aus Wissenschaft und Technik

Uganda will Uranvorkommen erschließen und Kernkraftwerke bauen

Eine sechsköpfige Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat auf Einladung der Regierung für eine Inspektions- und Beratungsmission, eine sog. SEED-Mission (Site and External Events Design), Uganda besucht. Solche Missionen sollen Mitgliedstaaten der IAEA in verschiedenen Stadien der Entwicklung ihrer Kerntechnik unterstützen. Die Aufmerksamkeit dieser Mission richtete sich auf vier uranreiche Bezirke des Landes, wo Ugandas Ministerium für Energie und Mineralvorkommen eine Uranförderung für möglich hält. Ugandas Atomenergierat hat einen Fahrplan zur Nutzung der Kernkraft ausgearbeitet, den die Regierung 2015 genehmigte; später wurde eine Vereinbarung mit Rußland über die friedliche Nutzung der Kernenergie unterzeichnet, das erste Kernkraftwerk des Landes ist für 2026 geplant.

Wie die ugandische Tageszeitung Observer berichtete, traf sich Präsident Museveni im Januar mit IAEA-Generaldirektor Yuiya Amano, um über Ugandas Pläne für die Anwendung von Kerntechnik für Medizin, Energie und Landwirtschaft zu sprechen. Museveni mußte diesem Bericht zufolge Ugandas Pläne gegen Kritiker – u.a. im UN-Sicherheitsrat – verteidigen und zusichern, daß das Land seine Uranvorkommen nur für friedliche Zwecke verwenden wird. IAEA-Chef Amano hatte damals mehrere afrikanische Nationen besucht und die Unterstützung der IAEA bei ihren neuen Atomprogrammen angeboten.

Uganda ist eines von 45 Ländern, darunter auch andere in Ostafrika wie Kenia und Tansania, die ihre Uranvorkommen für den Einsatz in Kernkraftwerken erschließen wollen.

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Sambia will mit Kerntechnik „Brotkorb der Region“ werden

„Kernkraft könnte Sambia in einen Brotkorb der Region verwandeln“ – unter dieser Überschrift berichtete die African News Agency am 27. März, wie die Nahrungsmittelversorgung und Ernährung in Afrika durch den Einsatz der Kerntechnik dramatisch verbessert werden kann. Entsprechende Pläne möchten in Sambia das staatliche Agrarforschungsinstitut und das Landwirtschaftsministerium mit Unterstützung der russischen Nuklearbehörde Rosatom verwirklichen. Sie schlossen mit Rosatom eine Vereinbarung über die Einrichtung eines Zentrums für Kernforschung und -technik in der Hauptstadt Lusaka, das helfen wird, Sambia darauf vorzubereiten.

Die Stromversorgung in Sambia ist sehr schlecht, wenn der Wasserstand in den Wasserkraftwerken niedrig ist, muß der Strom zwischen 8 und 14 Stunden am Tag abgeschaltet werden. Die Stromerzeugung aus Kernkraft ist allerdings ein längerfristiges Vorhaben, unmittelbar will man die Kernforschung und -technik für die Landwirtschaft nutzen.

Saatgut läßt sich resistent gegen Krankheiten, widerstandsfähig gegen Umweltbelastungen wie Dürre und ertragreicher machen, wenn die genetische Struktur der Pflanzen durch Bestrahlung verändert wird. Sambia entwickelt neue Saatgutsorten mit diesen Eigenschaften, die nicht nur die Ernährungslage für die Bevölkerung verbessern, sondern auch den Landwirten das Leben erleichtern.

Bestrahlung mit radioaktiven Isotopen wird auch eingesetzt, um Nahrungsmittel haltbar zu machen, was das Nahrungsmittelangebot sofort verbessert. Derzeit verdirbt insbesondere in Entwicklungsländern ein großer Teil der erzeugten Nahrungsmittel, bevor sie auf den Tisch des Verbrauchers kommen können. Beispielsweise verrotten bis zu 40% des gefangenen Fischs. Heute nutzen 60 Länder der Welt Bestrahlung, um Nahrungsmittel haltbar machen, Sambia wird nun auch dazugehören.

Andere Anwendungen der Kerntechnik in der Landwirtschaft dienen der Bekämpfung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten, der Kontrolle der Qualität und Quantität von Wasservorkommen und der Erhaltung der Böden.

Sambias Agrarministerium betreibt zahlreiche Forschungsprojekte in verschiedenen Bereichen, um die Landwirtschaft zu verbessern, und das neue Zentrum für Kernforschung und -technik wird ihm neue Werkzeuge dafür schaffen.

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Raumfahrttechnik als Motor für Wachstum und Entwicklung in Afrika

Afrikanische Länder müssen Weltraumanwendungen und -dienste zur Unterstützung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung nutzen, erklärten Experten beim Internationalen Raumfahrt-Forum in Kenia am 13. Februar. Die Veranstaltung wurde vom kenianischen Verteidigungsministerium in Partnerschaft mit der International Astronautical Federation (IAF) und der Italienischen Raumfahrt-Agentur (ASI) durchgeführt und brachte Experten aus Regierungen, Akademien und Forschungseinrichtungen zusammen.

Die Staatssekretärin im kenianischen Verteidigungsministerium, Raychell Omamo, erklärte, die Weltraumtechnik sollte dazu beitragen, Frieden und Sicherheit auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen, Rohstoffe effektiv zu nutzen und Wohlstand für eine harmonische sozioökonomische Transformation aufzubauen. „Weltraumtechnik sollte afrikanische Farmer in die Lage versetzen, den Zustand ihrer Böden zu erkennen und zu wissen, was für bessere Erträge getan werden muß“, sagte Omamo. Dies könne den Farmern helfen, auf bevorstehende Bedrohungen ihrer Ernteerträge zu reagieren. Kenia werde dieses Jahr die Agrikultur zu einem Tätigkeitsschwerpunkt in seinem Raumfahrtsektor machen. Wetterdienste könnten mit Hilfe von Telekommunikations-Satelliten Informationen für genaue Wettervorhersagen sammeln, und afrikanische Regierungen könnten daraufhin passende Pläne entwickeln.

Der Technische Direktor des Regionalen Zentrums für Rohstoffkartierung für Entwicklung, John Kelemu, betonte, wissenschaftliche Weltraumsysteme, z.B. zur Erdbeobachtung, könnten die Lebensgrundlagen der Menschen verbessern. Der gesamte Kontinent brauche Investitionen in die Weltraumtechnik.