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Neue Solidarität
Nr. 20, 17. Mai 2018

Neue Warnungen vor einem Finanzkollaps

Die Autorin und ehemalige Investmentbankerin Nomi Prins warnt in ihrem neuen Buch Collusion: How Central Bankers Rigged the World („Absprachen: Wie Zentralbankiers die Welt manipulierten“) den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der unausweichlich kommende Finanzkrach könne sein schlimmstes politisches Erbe werden, und sie fordert erneut die Wiedereinführung der Glass-Steagall-Bankentrennung.

Das Wort collusion – illegale geheime Absprache – ist das Schlagwort der Hexenjagd gegen Trump, aber Prins zeigt, daß die wahre illegale Absprache, über die man sich Sorgen machen muß, die zwischen den großen Finanzinstituten und den Zentralbanken ist, die es ihnen seit einem Jahrzehnt ermöglichen, die globalen Finanzmärkte zu manipulieren. „Große Zentralbanken gaben sich selbst einen Blankoscheck, um damit Problembanken wieder zum Leben zu erwecken – sie kaufen Staats-, Immobilien- und Unternehmensanleihen, und in einigen Fällen – wie in Japan und der Schweiz – auch Aktien.“

Indem die Zentralbanken Geld „herbeihexen“, mit dem große Banken und Konzerne ihre eigenen Aktien kaufen können, haben sie riesige Schuldenblasen geschaffen und gleichzeitig die Aktienbörsen auf schwindelnde Höhen hinauf manipuliert, von denen sie wahrscheinlich abstürzen werden. Kurz, sie schufen finanzielle Blasen, „die beim nächsten Mal in einer noch größeren Krise platzen können“, schreibt Prins. „Heute stehen wir nahe – wie nahe, wissen wir noch nicht – am Rande eines gefährlichen finanziellen Abgrunds.“

Man könnte hinzufügen, daß die größten privaten Banken heute nochmals um etwa 40% größer sind als vor der Krise 2007-08, und auch viel höher verschuldet.

Trotzdem ernenne der Präsident in die Leitung der Federal Reserve Personen, „die auf Jahre hinaus die Gefahr dieser Risiken nur noch erhöhen werden“, anstatt auf die Alarmglocken zu achten. Prins erinnert daran, daß Trump im Wahlkampf die Übel der globalen Finanzwelt angeprangert und eine moderne Glass-Steagall-Bankentrennung gefordert hatte, aber nichts in der Richtung getan hat.

In dem Buch, das am 1. Mai erschien, fordert Prins zwei entscheidende Maßnahmen gegen den drohenden Kollaps: Die Zentralbanken sollten statt Programmen für Spekulationsblasen von Privatbanken umfangreiche Programme für Investitionen und wirtschaftliche Erholung auflegen, und „wir sollten die Banken in der Art von Glass-Steagall trennen, damit sie in der nächsten Krise die Einlagen der Menschen nicht als Geisel halten können“.

Fast gleichzeitig mit Prins warnten der scheidende Vizechef der US-Einlagenversicherung (FDIC) Thomas Hoenig und die frühere FDIC-Vorsitzende Sheila Bair vor dem Vorhaben der Federal Reserve, den größten Banken weniger Mindestkapital vorzuschreiben. In einem Gastkommentar im Wall Street Journal vom 26. April schreiben sie, Studien hätten ergeben, daß die Banken das so frei werdende Kapital nicht für die Kreditvergabe, sondern nur für mehr Spekulation oder für Dividendenzahlungen verwenden. Die größten amerikanischen Banken seien bereits gefährlich überschuldet.

Der Vorschlag von Hoenig und Bair, mehr Mindestkapital vorzuschreiben, kann allerdings die Auswirkungen einer Finanzkrise nur abmildern, sie aber nicht verhindern. Dafür braucht man eine strenge Trennung zwischen Geschäfts- und Investmentbanken.

eir