Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Neue Solidarität
Nr. 32, 9. August 2018

Corbyn startet Kampagne zur Reindustrialisierung Großbritanniens

Der Vorsitzende der Labour-Partei Jeremy Corbyn stellte am 24. Juli in einer Rede vor Unternehmern in Birmingham die Kampagne seiner Partei für den Wiederaufbau der britischen Industrie vor, der Slogan lautet „Baut es in Britannien“ (Build it in Britain). Corbyn möchte nicht gern mit Donald Trump verglichen werden, aber er klang dabei tatsächlich ein wenig wie ein „Labour-Trump“, u.a. mit einem scharfen Angriff gegen die Londoner City.

Er warf der Konservativen Partei vor, so weiterzumachen wie schon immer: „Sie fallen vor der Londoner City auf die Füße und verbiegen die Politik in deren ureigenstem Interesse, ignorieren aber in ihren verpfuschten Brexit-Verhandlungen die Bedürfnisse der großen Mehrheit.“ Die Wirtschaftspolitik der letzten 40 Jahre sei eine Art „Glaube an Zauberei“ gewesen. „Man hat uns gesagt, es sei gut, ja sogar fortschrittlich, wenn unser Land immer weniger produziert und sich statt dessen auf billige Arbeitskräfte im Ausland verläßt, die Importe produzieren, während wir uns auf die Londoner City und den Finanzsektor konzentrieren.“ Der Bankenkrach habe die Schwäche dieser Politik bloßgelegt.

Corbyn erklärte, er wolle keiner protektionistischen oder nationalistischen Politik das Wort reden. Der Guardian zitierte ihn: „Das ist kein wirtschaftlicher Nationalismus, es ist gesunder Menschenverstand, in die Kompetenzen zu investieren, die wir hier schon haben, und diese Kompetenzen für die Zukunft zu verbessern.“ Er fügte hinzu: „Bisher hat noch niemand jemals gesagt, ich hätte etwas mit Donald Trump gemeinsam. Das ist wohl für uns beide neu.“

Eine Labour-Regierung würde mehr im eigenen Land einkaufen. „Der Staat gibt mehr als 200 Mrd. Pfund jährlich in der privaten Wirtschaft aus. Allein diese Kaufkraft gibt uns Hebel an die Hand, die Industrie anzukurbeln, Unternehmen zu ermuntern, im Interesse der Menschen zu handeln, indem ehrliches Unternehmertum, Fairneß, Investitionen in Spitzentechnologie, qualitativ hochwertige Dienstleistungen und richtiges Handeln von Kommunen gefördert werden. Um aber hier für Wohlstand zu sorgen, müssen wir unsere Industrien unterstützen und sicherstellen, daß der Staat, wo immer dies möglich ist, hinter unserer Industrie steht, anstatt nur ihren Niedergang zu verwalten.“

Corbyn erwähnte als Beispiele, daß der britische Staat Eisenbahnwaggons und sogar Schiffe der Kriegsmarine im Ausland bauen und britische Pässe von einem französisch-niederländischen Unternehmen drucken läßt. „Wir haben reichliche Kapazitäten, um Eisenbahnwaggons in Großbritannien zu bauen, trotzdem wurden in den letzten Jahren die Verträge nach außen ausgelagert, was unsere Wirtschaft wichtige Investitionen, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen kostet. ... Wir setzen uns dafür ein, in Produktion in diesem Land zu investieren.“

Corbyn stellte eine dreiteilige Strategie vor, die u.a. vorsieht:

Er forderte eine Zollunion mit der EU. „Es kommt nicht oft vor, daß die Labour-Partei und Institute of Directors, CBI [Unternehmerverbände] und TUC [Gewerkschaftsverband] einer Meinung sind – wir müssen eine neue Zollunion aushandeln.“

eir