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Neue Solidarität
Nr. 7, 15. Februar 2018

Neues von der Seidenstraße

Nahrungsmittelproduktion in der Wüste

Die chinesische Sinomach Heavy Industry Corporation baut derzeit den wohl weltgrößten Treibhaus-Komplex in der ägyptischen Wüste, etwa zwei Stunden Fahrtzeit von Kairo entfernt, wie CGTN berichtet. Zu dem Komplex werden einmal über 3000 Treibhäuser gehören, wo Obst und Gemüse wie Tomaten, Gurken, Auberginen und Paprika angebaut werden. Die Entscheidung darüber wurde in Absprache mit ägyptischen Agrarexperten getroffen, erklärte der stellvertretende Projektmanager Hou Huicong. Das Wasser für die Pflanzen kommt aus einem Nebenzweig des Nils und wird über Gräben zu den Treibhäusern geleitet.

Die Bauteile der Treibhäuser wurden in 80 chinesischen Fabriken hergestellt, die seit Juli an diesem Projekt arbeiten. Der ehrgeizige Plan sieht vor, daß die Treibhäuser schon in diesem Jahr in Betrieb genommen werden können, was nach Auffassung des Einkaufsleiters des Projektes, Sun Guiding, möglich sei. „Wir haben fast alle Ressourcen in China mobilisiert, die Agraranlagen herstellen, und viele haben rund um die Uhr gearbeitet.“ Das 400-Mio.-Dollar-Projekt ist das Ergebnis eines Abkommens mit der ägyptischen Regierung vom Mai letzten Jahres.

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1500 Arbeiter, 9 Stunden – Job erledigt!

Wer kennt nicht den Ärger mit monatelangen Baustellen an deutschen Autobahnen, Eisenbahnverbindungen oder im Stadtverkehr – insbesondere, wenn man wochenlang keine Arbeiter erblickt, die irgendwie die Hoffnung auf baldige Fertigstellung nähren könnten.

Daß es auch anders geht, zeigt ein kurzes Video aus der Stadt Longyan in der südchinesischen Provinz Fujian, in der nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua am 19. Januar 1500 Arbeiter in etwa neun Stunden drei bestehende Eisenbahnstrecken (nach Ganlong, Ganruilong und Zhanglong) mit der Neubaustrecke nach Nanlong verbunden, Schienen verlegt und sämtliche Signal- und Steuerungsanlagen installiert haben.

Dem Ganzen ging eine minutiöse Planung voraus, die es ermöglichte, sieben Bautrupps parallel einzusetzen. Die gesamte, 246 km lange Neubaustrecke soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden und Zuggeschwindigkeiten bis 200 km/h zulassen.

Den Videobericht über die Bauarbeiten finden Sie im Internet unter https://www.youtube.com/watch?v=iTI4pA21j6I

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Deutsche Wirtschaft fragt: Wo bleibt Afrika in den GroKo-Plänen?

Seit Monaten wird über die Bildung einer neuen Bundesregierung verhandelt, aber unter den Hauptthemen, die dort auf dem Tisch liegen und für wochenlangen Streit gesorgt haben, fehlt Außenpolitik nahezu völlig. Von „Afrika” und damit einem Kernpunkt einer langfristigen Politik, die auf Frieden durch Entwicklung baut, hört man überhaupt nichts. Auf diesen schweren Mangel weist ein Positionspapier der Subsahara-Afrika-Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) hin, in dem die Koalitionsunterhändler aufgefordert werden, die Versprechen der vorigen Regierung vom G-20-Gipfel endlich einzulösen.

„Entscheidend ist, daß vor Ort Perspektiven für die überwiegend junge Bevölkerung geschaffen werden“, verlangte Heinz-Walter Große, Chef des Medizintechnikherstellers B. Braun Melsungen und Vorsitzender der Safri. Das Migrationsproblem könne ohne Afrika nicht gelöst werden, sondern nur mit Afrika. Deutsche Unternehmen, zumal mittelständische, seien bereit, sich zu engagieren, sagte Große dem Handelsblatt. „Die Bedeutung der Privatwirtschaft für die Entwicklung Afrikas wurde in verschiedenen Positionspapieren im Kontext der G20-Präsidentschaft unterstrichen“, jetzt müßten diese Beschlüsse umgesetzt werden. Die bisherige deutsche Afrikapolitik sei immer noch zu sehr auf Hilfen orientiert, das Entwicklungsministerium vergebe seine Projekte meist an die eigene Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Diese richtet nach Meinung von Wirtschaftsvertretern ihren Fokus zu wenig auf den Aufbau privater Unternehmen, sondern engagiere sich nach wie vor fast ausschließlich in klassischen Hilfsprojekten, etwa dem Brunnenbau.

Es mangele an einer tatkräftigen Förderung von Unternehmen, die in Afrika aktiv werden wollen: denen müsse ein Rahmen zur Absicherung gegen Risiken bereitgestellt werden, beispielsweise durch eine Ausweitung der Hermes-Bürgschaften. Mit anderen Worten: ohne eine Partnerschaft zwischen Entwicklungspolitik und Unternehmen wird es auch nicht zu einer „Partnerschaft mit Afrika” kommen, von der Politiker so oft reden.

In der Tat sind schon vor dieser SAFRI-Initiative wiederholt Klagen von investitionswilligen Unternehmern laut geworden, sie würden von der Politik im Stich gelassen, weder Hermes-Bürgschaften noch langfristige Billigzinskredite durch die KfW würden gewährt – viele potentielle Investoren schreckten da vor den Risiken eines größeren Engagements in Afrika zurück.

UNO-Schätzungen gehen übrigens davon aus, daß bis zum Jahr 2030 170 Millionen Kinder in Afrika geboren werden, für die schulische und berufliche Ausbildung und natürlich Arbeitsplätze vor Ort gebraucht werden. Deutschland und Europa müssen endlich anfangen, Aufbauprojekte in großem Stil in Afrika auf den Weg zu bringen, so wie es China bereits tut.