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Die Deutsche Bank, deren „Marktlösungen“ scheitern und deren Aktienkurs unter 7€ gefallen ist, ist trotzdem die europäische Bank mit der höchsten Anzahl von Mitarbeitern, die mehr als eine Million Euro verdienen. Laut der französischen Wirtschaftszeitung Les Echos vom 7. Mai führt die Deutsche Bank mit 643 Millionären die Liste der europäischen Banken an. An zweiter Stelle folgt Barclays mit 542, gefolgt von HSBC mit 399. BNP Paribas belegt mit 181 den vierten, Crédit Suisse den sechsten Platz, die italienische Intesa Sanpaolo mit 33 den zwölften. Es hat ganz den Anschein, daß die Banken mit den meisten Millionärs-Angestellten gleichzeitig auch die Banken mit den größten Derivatgeschäften sind! (https://www.lesechos.fr/finance-marches/banque-assurances/deutsche-bank-en-tete-du-palmares-des-banquiers-millionnaires-1016659)
So funktioniert das System: Je mehr jemand eine Bank ruiniert, desto höher wird er bezahlt. Im Fall der Deutschen Bank, die über 40 Bio.€ Derivate in ihren Büchern hat, ist der Chef der Investmentsparte Garth Ritchie der bestbezahlte Mitarbeiter, 2018 verdiente er 8,6 Mio.€, im Jahr zuvor 3,25 Mio. Er ist die verantwortliche Person für diesen Berg riskanter Vermögenswerte und ihren fast bankrotten Zustand. Das Handelsblatt hat ausgerechnet, daß Ritchies Geschäftsbereich die Bank seit 2008 allein 30 Mrd.€ Strafzahlungen gekostet hat, von der Derivate-Zeitbombe ganz zu schweigen.
Die Deutsche Bank war einst stolzer Verfechter des „rheinischen Kapitalismus“, bei dem die Banken vor allem den Zweck erfüllten, kleinen und großen Unternehmen Kredite zu gewähren. Aber heute ist daraus ein „schwarzes Loch mit einem Hedgefonds darum herum“ geworden. In dem verzweifelten Versuch, eine Abwicklung der Bank mit entsprechenden Verlusten der Einleger zu vermeiden, drängte die Bundesregierung auf eine Fusion mit der Commerzbank – ein Thema, das die Medien seit Monaten beschäftigt –, bis man zu dem offensichtlichen Schluß gelangte, daß eine solche Fusion unmöglich ist. Allein die Integration der IT-Systeme beider Banken hätte zwei bis drei Jahre gedauert, die Bank muß aber sofort wieder in die Gewinnzone zurück.
Als die Krise der Deutschen Bank vor einigen Jahren dramatisch wurde, plädierte Lyndon LaRouche für eine staatliche Rekapitalisierung – aber unter der Bedingung, daß die Bank zur Tradition ihres früheren Chefs Alfred Herrhausen zurückkehrt. Diese Lösung ist immer noch gültig, gleichzeitig ist es aber auch höchste Zeit, daß eine Kommission in der Tradition von Franklin Roosevelts Pecora-Kommission die Ursachen der Krise und die Verantwortlichen untersucht und daß das gesamte Bankensystem mit einer Glass-Steagall-Bankentrennung saniert wird.
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