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Neue Solidarität
Nr. 21, 23. Mai 2019

Kampf der Kulturen im Geist von Bernard Lewis –
oder Dialog im Geist der Neuen Seidenstraße?

Von Alexander Hartmann

Wie wir in der vergangenen Woche berichtet haben, reagierten Präsident Trumps Gegner auf den Zusammenbruch des Russiagate-Schwindels mit einer Verschärfung ihrer Kriegspolitik, um zu verhindern, daß es ihm gelingt, die Beziehungen zu Rußland und China zu verbessern. Sie eskalierten gleichzeitig die Krisen um den Iran, Venezuela und Nordkorea, in dem Versuch, den amerikanischen Präsidenten auf ihren Konfrontationskurs festzulegen. Die Ereignisse der letzten Tage und insbesondere die Gespräche des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo in Sotschi mit der russischen Führung deuten jedoch darauf hin, daß die Dinge sich nicht so entwickeln, wie es sich die Vertreter der Kriegspartei in London und Washington wünschen.

Trump hatte Pompeo vor seiner Reise nach Sotschi an die kurze Leine genommen und klargestellt, daß Pompeo bei seinen Gesprächen nicht seine eigene Meinung, sondern ausschließlich die Politik des amerikanischen Präsidenten zu vertreten habe. In der Pressekonferenz mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow nach seinen Treffen mit Lawrow und Präsident Wladimir Putin am 14. Mai sagte Pompeo:

„Präsident Trump hat deutlich gemacht, daß er eine Verbesserung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern von uns erwartet. Das wird jedem unserer Völker zugute kommen und ich denke, daß unsere heutigen Gespräche ein guter Schritt in diese Richtung waren.“ Er fügte an anderer Stelle hinzu: „Präsident Trump will alles tun, was wir können. Ich glaube, es gibt wirklich überlappende Interessen, auf denen wir aufbauen können, und vor allem will Präsident Trump das unbedingt.“

Der russische Präsidentenberater Juri Uschakow, der zusammen mit dem Direktor des Auslandsnachrichtendienstes Sergej Naryschkin an den Gesprächen zwischen Putin, Lawrow und Pompeo teilgenommen hatte, informierte anschließend die Medien über den Verlauf des Treffens. „Sie konzentrierten sich natürlich hauptsächlich auf internationale Themen und insbesondere... auf Fragen der strategischen Stabilität, Fragen der Abrüstung und Nichtverbreitung [von Massenvernichtungswaffen] und dringende regionale Fragen“ wie Syrien, Nordkorea, Afghanistan, Libyen, Iran und Venezuela, sagte Uschakow. Ein Durchbruch sei zwar noch nicht erreicht worden, „aber die US-Seite bewies einen konstruktiven Ansatz“.

Tatsächlich wurde am 16. Mai bekannt, daß Venezuelas Regierung und Opposition in Norwegen Verhandlungen über eine Beilegung der Krise aufgenommen haben, was Beobachter zu der Vermutung veranlaßte, daß Rußland und die Vereinigten Staaten zum Zustandekommen dieser Gespräche beitrugen – und dies, obwohl Vertreter der Kriegspartei in Washington die Krise in Venezuela immer wieder angeheizt haben.

Vor Pompeos Aufbruch nach Sotschi hatte Präsident Trump nochmals seinen Wunsch bekräftigt, auf dem G20-Gipfel Ende Juni in Osaka eingehende Gespräche mit Putin und mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu führen. Lawrow antwortete in Sotschi darauf mit der Erklärung: „Wenn wir eine offizielle Einladung erhalten, werden wir positiv darauf reagieren.“ Am 13. Mai, also einen Tag vor Pompeos Gesprächen, war bereits der chinesische Außenminister Wang Yi in Sotschi mit Lawrow und Putin zusammengetroffen, und er betonte bei der Gelegenheit, China, Rußland und die Vereinigten Staaten „sollten die Zusammenarbeit weiter ausbauen und gemeinsam zur Stabilität und globalen Entwicklung der Welt beitragen“.

Dies sind drei der vier Mächte – neben Indien –, die sich, wie Lyndon LaRouche immer wieder betont hat, verbünden müssen, um ein neues Weltkreditsystem einzuführen und das derzeitige, gescheiterte, aus London gesteuerte Weltwährungssystem zu ersetzen. Das ist das Letzte, was sich das Britische Empire als Resultat der Treffen in Sotschi wünschte, da klar ist, daß eine solche Kombination von Mächten in der Lage ist, den Einfluß des Empire dauerhaft zu brechen. (Natürlich erfordert dies, daß wenigstens einige dieser vier Regierungen LaRouches Argumente für die dringende Notwendigkeit eines solchen „Neuen Bretton-Woods-Systems“ verstehen.)

Wenn man die strategische Weltlage in ihrer vollen Komplexität verstehen will, dann sollte man eine große Ironie der Entwicklungen in Sotschi nicht übersehen: Derselbe Mike Pompeo hatte erst im vergangenen Jahr den gerade verstorbenen britisch-imperialen Strategen Bernard Lewis – den Autor des perversen Plans für einen weltweiten „Kampf der Kulturen“ – überschwenglich gerühmt. In jüngster Zeit hat sich Pompeo mit dem Nationalen Sicherheitsberater John Bolton zusammengetan, wann immer Trump sie nicht fest genug an der Leine hatte, um diesen „Kampf der Kulturen“ auf jedem nur denkbaren Schauplatz der Welt zu schüren. Auf diese Weise agieren Pompeo und Bolton ganz im Sinne der Absicht des Empire, Trumps Präsidentschaft zu zerstören, indem sie Trump in neue Regimewechsel-Kriege hineinziehen, deren Beendigung er im Wahlkampf den amerikanischen Bürgern versprochen hatte.

Wie der ehemalige britische Diplomat Alastair Crooke in einem Artikel vom 13. Mai betonte, ist der eigentliche Ursprung von Pompeos und Boltons Iranpolitik (er hätte auch Rußland, China, Venezuela, Syrien, Nordkorea usw. hinzufügen können) der „Bernard-Lewis-Plan..., ein Entwurf, alle Länder in der Region – vom Nahen Osten bis Indien – nach ethnischen, religiösen und sprachlichen Gesichtspunkten auseinanderzubrechen. Eine radikale Balkanisierung der Region.“

Genau das ist der britische Plan. Aber es gibt auch die Realität, die in Sotschi in den Vordergrund gerückt ist: die zunehmend dominante, weltweite Dynamik des Geistes der Neuen Seidenstraße, von dem Helga Zepp-LaRouche wiederholt gesprochen hat. Diese Dynamik bewegt die Mehrheit der Menschheit in Richtung eines Dialogs der klassischen Zivilisationen, der sich um Chinas Gürtel- und Straßen-Initiative (BRI) herum entwickelt.

So veranstaltete China am 15./16. Mai in Beijing eine Konferenz über die Entwicklung der asiatischen Zivilisationen, die, wie Xinhua berichtete, „vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping initiiert wurde, um den interkulturellen Austausch und das gegenseitige Lernen auf diesem kulturell vielfältigen Kontinent zu fördern und eine asiatische Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft aufzubauen... Er pocht darauf, daß Austausch und gegenseitiges Lernen zwischen den Zivilisationen den menschlichen Fortschritt, Frieden und Entwicklung auf der Welt fördern.“

Ein solcher Dialog der Kulturen kann jedoch nur gelingen – und der bösartige Bernard-Lewis-Plan des Empire für einen Kampf der Kulturen nur vereitelt werden –, wenn man sich für die richtigen philosophischen Prinzipien hinter einem so notwendigen Dialog entscheidet, so wie es Lyndon LaRouche getan hat. In seiner wegweisenden Studie vom Dezember 2004 Die kommenden 50 Jahre: Dialog der Kulturen Eurasiens schrieb LaRouche, man könne und müsse die Ursache der akuten Krise, die einen Dialog der Kulturen dringend erforderlich macht, präzise bestimmen:

LaRouche erläuterte dann die erforderlichen Prinzipien, nach denen eine Lösung organisiert werden kann:

Helga Zepp-LaRouche betonte am 10. Mai in einem Interview mit der GBTimes:

Wenn die Präsidenten Trump, Putin und Xi eine solche Politik gegen die geopolitisch denkenden westlichen Eliten durchsetzen, stehen die Aussichten, daß dies gelingt, sehr gut.