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Neue Solidarität
Nr. 21, 23. Mai 2019

Chinas Botschafter in Deutschland korrigiert Irrtümer zur Neuen Seidenstraße

Die öffentliche Debatte über die Neue Seidenstraße in Deutschland ist zwar immer noch von ideologischen Vorurteilen wie „Mangel an freiem Markt und Transparenz“ geprägt, doch sie wird immer interessanter. Wie wir berichteten, hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier nach dem Besuch des 2. Belt & Road-Forum seine Beschwerden abgeschwächt und plant eine weitere Reise nach China im Juni, diesmal mit einer Wirtschaftsdelegation. Wahrscheinlich sind wichtige Geschäfte in Vorbereitung...

Der neue Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland, Wu Ken, lieferte mit einem Interview in der Sonntagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 5. Mai einen ebenso prägnanten wie konstruktiven Beitrag zu der Debatte. Er entkräftet darin das verbreitete Argument, daß chinesische Investoren „Deutschland übernehmen“, mit dem simplen Hinweis darauf, daß die Deutschen bisher 80 Mrd.€ in China, die Chinesen aber nur 11 Mrd. in Deutschland investiert haben (http://www.china-botschaft.de/det/sgyw/t1660899.htm).

Der seit März amtierende Botschafter fährt fort: „Als ehemaliger außenpolitischer Berater des Gouverneurs von Guangdong weiß ich, wie viele ausländische Unternehmen allein in dieser Provinz investiert und chinesische Unternehmen zu 100 Prozent übernommen haben. Umgekehrt haben chinesische Investoren leider zunehmend Probleme auf dem europäischen und auch auf dem deutschen Markt.“

Die Spionagevorwürfe gegen chinesische High-Tech-Firmen wie Huawei in westlichen Ländern verurteilt Wu scharf, das sei „Mobbing“ und es gebe dafür keinerlei Beweise. Als die FAZ-Journalistin erklärt, Unternehmen in China könnten leicht unter die Kontrolle der Regierung geraten und der Huawei-Gründer gelte als regierungsnah, kontert der Botschafter mit dem Beispiel Volkswagen: „VW ist zu 20% in staatlicher Hand. Die chinesische Regierung ist dagegen an Huawei mit keinem Cent beteiligt.“

Wu wies auch die Behauptungen über eine „Schuldenfalle“ zurück. So sei China erst seit 2013 weltweit aktiv und könne nicht für die Schulden verantwortlich gemacht werden, die einige BRI-Partnerländer zuvor angehäuft haben. Selbst in Sri Lanka, das mit Vorliebe als angebliches Opfer einer Schuldenfalle genannt wird, beträgt Chinas Anteil an den Auslandsschulden nur 10%. Auf den Philippinen sind es ganze 0,65%. „Statt die Länder in die Schuldenfalle zu treiben, bewahren wir sie davor, weiter zurückzufallen.“

Und auch wenn in den ersten Jahren möglicherweise chinesische Unternehmen am meisten von den BRI-Projekten in anderen Ländern profitierten, müsse dies nicht weiter der Fall sein. So habe Siemens gerade eine Kooperationsvereinbarung für BRI-Projekte unterzeichnet, die britische Standard Charter Bank und General Electric aus den USA werden sich ebenfalls an der Initiative beteiligen. Jeder könne von einer solchen Zusammenarbeit profitieren. Zu VW erwähnt Wu interessante Zahlen: Von den 10,8 Mio. Autos, die 2018 produziert wurden, wurden allein in China 4,2 Mio. verkauft. Soviel zum Argument eines eingeschränkten Marktzugangs in China.

eir