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Neue Solidarität
Nr. 26, 25. Juni 2020

Die Welt braucht 1,5 Milliarden neue, produktive Arbeitsplätze

Der LaRouche-Plan zur Wiederbelebung der US- und Weltwirtschaft – Teil 4

Der folgende Bericht des LaRouche-Aktionskomitees (LaRouchePAC) wurde recherchiert und verfaßt von Robert L. Baker, Dave Christie, Richard Freeman, Paul Gallagher, Susan Kokinda, Brian Lantz, Marcia Merry Baker, William F. Roberts, Dennis Small und Helga Zepp-LaRouche.

V. Ein Gesundheitssystem für die Zukunft

Die größte aller Ressourcen ist der menschliche Geist. Er ist die Quelle aller revolutionären wissenschaftlichen Konzepte, neuen Technologien und schönen Kunstwerke. Wie viele unschätzbare Beiträge zum menschlichen Fortschritt wurden durch Not und Armut, mangelnde Bildung oder frühen Tod verhindert? Um diese wertvollste aller Ressourcen zu fördern und zu schützen, brauchen wir eine globale Gesundheitsinfrastruktur, die ihrerseits von der grundlegenden physischen Infrastruktur abhängt, die wir an anderer Stelle in diesem Bericht darlegen.

Beginnen mit Maßnahmen, die in den USA zu ergreifen sind, und erörtern dann die Bedürfnisse der unterentwickelten Länder.

Keine Wahl zwischen Gesundheit und Wirtschaft

Wenn das Virus nicht rechtzeitig gestoppt wird, dann wird das weit verheerendere Folgen für die Wirtschaft haben als alle Maßnahmen gegen seine Ausbreitung. Je früher wir die Fallzahlen senken und die Neuinfektionen einzeln verfolgen können, desto eher können wir daran gehen, die Arbeit wiederaufzunehmen – die alten Arbeitsplätze, aber unbedingt auch die Beschäftigung in den in diesem Bericht beschriebenen Entwicklungsprojekten! China, das auf das Virus sehr streng reagierte (was für jeden auf der Welt, der das damals verfolgt hat, offensichtlich war), könnte die Fälle weitgehend eindämmen und erlebt jetzt bereits einen industriellen Aufschwung, schon im April gab es im Vergleich zum Vorjahr ein Produktionswachstum.

Die Vereinigten Staaten sollten unverzüglich die folgenden Aufgaben in Angriff nehmen:

Aufbau eines Welt-Gesundheitssystems

Um ein umfassenderes, globales Gesundheitssystem für alle Länder der Welt aufzubauen, ist aber noch sehr viel mehr erforderlich.

Grundlegende Gesundheitsinfrastruktur – Wasserversorgung und -aufbereitung: Sie können jeden Experten im Bereich der öffentlichen Gesundheit fragen, was am meisten zur Verbesserung der Gesundheit der Menschheit beigetragen hat, er wird sofort antworten: „Hygiene“. Dennoch haben heute mehr als zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, angemessenen sanitären Einrichtungen oder beidem. Dies führt dazu, daß jedes Jahr 800.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfall sterben. Ordnungsgemäße Abwasserentsorgung sowie Schutz und Reinigung von Wasserquellen haben in den fast zwei Jahrhunderten, seit solche Maßnahmen konsequent umgesetzt werden, mehrere hundert Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschenleben gerettet.

Die Einrichtung temporärer sanitärer Einrichtungen (die in Massenproduktion hergestellt und dann vor Ort transportiert werden können) wird eine Überbrückungsmaßnahme sein, während man gleichzeitig beginnt, dauerhafte Verbesserungen der Infrastruktur zu schaffen. Dieser Aufbau wird buchstäblich für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt sinnvolle Arbeit schaffen.

Krankenhäuser und medizinische Ausrüstung: Die Welt als Ganzes verfügt derzeit über einen Bestand von 18,6 Millionen Krankenhausbetten. Dies stellt ein enormes Defizit dar. Der Standard, der in den Vereinigten Staaten im Rahmen des Hill-Burton-Gesetzes in der Nachkriegszeit gesetzt wurde, lag bei 4,5 Krankenhausbetten pro tausend Einwohner eines Landkreises, um Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung zu gewährleisten.

Tabelle 1: Beatmungsgeräte pro Million Menschen

USA

500

Deutschland

300

Indien

15

Nigeria

2,5

Sudan

1,9

Zentralafrikanische Republik

0,6

Liberia

0

Gegenwärtig sind es 2,8 Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner in den USA, 0,7 in Südasien, 0,7 in den hochverschuldeten armen Ländern und 0,5 in Nigeria, das ein Fünftel der Bevölkerung in Subsahara-Afrika ausmacht. Um einen Standard von 4,5 Betten pro 1000 Menschen zu erreichen, müßte der Bestand an Krankenhausbetten weltweit auf 35 Millionen Betten erhöht werden, was fast eine Verdoppelung des derzeitigen Niveaus bedeutet. Das würde den Bau von 35.200 neuen modernen Krankenhäusern erfordern, vor allem in Afrika, Iberoamerika und Asien.

Betten allein retten kein Leben. Es wird medizinisches Personal benötigt, und akute Fälle erfordern zusätzliche Ausrüstung wie z.B. Beatmungsgeräte.

Der weltweite Gesamtbestand an Beatmungsgeräten ist schwer festzustellen, aber einige Zahlen lassen auf die Probleme beim Kampf gegen COVID-19 in armen Ländern ohne Gesundheitsinfrastruktur schließen (Tabelle 1). Die Vereinigten Staaten verfügen derzeit über etwa 500 Beatmungsgeräte pro Million ihrer 330 Millionen Einwohner.

Wenn die ganze Welt auf dem Pro-Kopf-Niveau der Vereinigten Staaten liegen soll, erfordert das einen globalen Bestand von 4 Millionen Beatmungsgeräten.

In die Offensive gehen: Revolutionen in der Biologie

Wir müssen unser Verständnis über Viren überhaupt weiterentwickeln, damit wir in naher Zukunft mehr tun können, als nur auf jeden neuen Ausbruch zu reagieren. Viren verursachen nicht nur Krankheiten, sondern erfüllen viele andere Funktionen, und um sie zu verstehen, muß man über die Erde hinaus blicken.

Der russische Wissenschaftler Wladimir Wernadskij schrieb 1927 im ersten Teil seines Werkes Die Biosphäre:

Die Viren sind ein Forschungsgebiet, das uns einen einzigartigen Einblick in die Rolle außerirdischer Faktoren bei der Ausprägung und Entwicklung der Biosphäre gewähren könnte. Nach ihrer Entdeckung im 19. Jahrhundert haben wir gelernt, daß Viren untrennbar mit dem Leben verbunden sind – sie durchdringen die gesamte Biosphäre und infizieren bekanntlich jede Art von Organismen. In jedem Teelöffel Meerwasser befinden sich Millionen von Viruspartikeln; Milliarden von Viren schweben in den Luftströmen hoch in der Atmosphäre. Im Inneren des menschlichen Körpers haben wir nicht nur ein Mikrobiom von Billionen von Bakterien, wir und andere Lebewesen haben auch ein Virom von wahrscheinlich Billionen von Viren, die als regulärer Teil unseres Organismus in uns leben.

Viren spielen eine wichtige Rolle bei einem Phänomen, das als horizontaler Gentransfer bezeichnet wird. Normalerweise stellen wir uns vor, daß genetisches Material von den Eltern an die Nachkommen weitergegeben wird, aber beim horizontalen Gentransfer wird genetisches Material von einem Organismus auf das Genom eines anderen, nicht verwandten Organismus übertragen und in dessen Genom eingebaut. Es ist bekannt, daß dies bei Einzellern regelmäßig vorkommt, aber Studien in den letzten Jahrzehnten haben gezeigt, daß horizontaler Gentransfer auch zwischen vielen Arten komplizierterer Organismen wie Pflanzen, Pilzen und sogar Tieren stattfindet. Einige Forscher vermuten, daß über hundert Gene im menschlichen Genom irgendwann vor langer Zeit durch Viren dorthin übertragen wurden, darunter auch Gene, die den Stoffwechsel und die Reaktion des Immunsystems betreffen. Diese Idee durchbricht den typischen „Lebensbaum“ der Lehrbücher mit seinen getrennten, parallelen Ästen, sie geht von einem viel stärker miteinander verbundenen Evolutionsprozeß aus.

Abb. 1: Influenza-Pandemien und Sonnenaktivität: 1940-2010 Abb. 2: Influenza-Pandemien und Sonnenflecken: 1700-2000

Betrachten wir dies nun im Zusammenhang mit dem Sonnensystem und der galaktischen Umwelt. Es beginnt mit einigen hochinteressanten Forschungsarbeiten, die in den 1980er Jahren über die saisonalen Grippepandemien begonnen wurden. Wie viele andere saisonale Phänomene im Zusammenhang mit der Sonneneinstrahlung brechen diese jedes Jahr etwa gleichzeitig auf der Nordhalbkugel aus, wandern dann durch die Tropen auf die Südhalbkugel und im folgenden Jahr wieder zurück in den Norden. Ein Element, das die Forscher interessierte, war der Rhythmus des Ausbruchs neuer Influenzastämme im vergangenen Jahrhundert, der eine interessante, wenn auch nicht hundertprozentige Übereinstimmung mit dem elfjährigen Sonnenzyklus zeigt (Abbildung 1).

Wenn wir jedoch einen längeren Zeitraum von 300 Jahren betrachten (Abbildung 2), sehen wir den möglichen Fingerabdruck eines galaktischen Einflusses: Pandemien treten nicht nur tendenziell häufiger in Perioden auf, in denen die Sonnenmaxima stärker ausgeprägt waren (angezeigt durch die blaue Kurve), ein weiteres Phänomen ist, daß die anomalen Pandemie-Jahre während des Sonnenminimums Perioden waren, in denen die Erde aufgrund heller Supernovae einen höheren Zustrom kosmischer Strahlung von außerhalb des Sonnensystems erhielt.

Ein Fragezeichen, das die an diesen Studien beteiligten Forscher hinterlassen haben, ist der mögliche Mechanismus. Es ist bekannt, daß Viren durch bestimmte Lichtfrequenzen aktiviert und deaktiviert werden können. Es wurde auch beobachtet, daß bei einigen Astronauten auf der Internationalen Raumstation latente Virusinfektionen plötzlich aktiv geworden sind. Obwohl all diese Forschungen noch recht vorläufig sind und weitere Untersuchungen erfordern, ist es unbestreitbar, daß die hier hervorgehobenen Anomalien auf eine höhere Kausalität und einen höheren Modulator der Entwicklung des Lebens auf der Erde hindeuten als bloß erdgebundene chemische Reaktionen.

Grundlegende Entdeckungen zu diesen Themen könnten die Art und Weise, wie wir Viren verstehen und behandeln – und die menschliche Gesundheit im allgemeinen – revolutionieren.

Die bisher erschienenen Teile des LaRouche-Plans finden Sie hier:
  1. Einführung
  2. Bruder, hast Du mal einen Job?
  3. Wie können Millionen neuer, produktiver Arbeitsplätze für Amerika und die Welt geschaffen werden?
  4. Verdoppelte Nahrungsmittelproduktion und Millionen High-Tech-Familienbetriebe
  5. Ein Gesundheitssystem für die Zukunft
  6. Amerikas Raumfahrtmission: das nächste Pioniergebiet der Jugend
  7. Ein Hamiltonisches Kreditsystem für wirtschaftliche Entwicklung