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Neue Solidarität
Nr. 22-23, 27. Mai 2009

Optimismus durch Großprojekte

Der Vorsitzende des dänischen Schiller-Instituts, Tom Gillesberg, berichtete beim Europaparteitag der BüSo über die erfolgreiche Arbeit in Dänemark.

Zunächst möchte ich Sie alle herzlich grüßen vom Schiller-Institut in Dänemark. Leider sind wir in der dänischen LaRouche-Kampagne nicht in der Lage, an den Europäischen Parlamentswahlen teilzunehmen, deshalb bin ich um so mehr froh, heute hier zu sein als euer Gast beim europäischen Wahlkampf der BüSo. Eure Teilnahme an diesen Wahlen - und die Tatsache, daß Sie die wirklich wichtigen Fragen des Tages in den deutschen Wahlkampf bringen - ist nicht nur der Schlüssel zu einer Wiedergeburt für Deutschland als ein wirklicher souveräner Nationalstaat, sondern auch wichtig für die Schaffung wirklich souveräner Nationen in Europa. Nur mit einem Deutschland, das wieder stolz ist auf seinen Ruhm als das Land der Dichter und Denker, und führend ist im Bereich von Wissenschaft und Industrie und dem Bau großer Infrastrukturprojekte, haben wir Dänen und anderen Europäer die Hoffnung, eine schöne Zukunft zu haben.

Aber, wie Ihr vielleicht gesehen habt, warten wir in Dänemark nicht nur passiv darauf, daß alle die guten Dinge zu uns kommen, von einer veränderten USA oder einem besseren Deutschland. Mit dem Schiller-Institut haben wir in den letzten Jahren durch viele intensive Kampagnen immer wieder versucht, den Optimismus der besseren Teile der dänischen Bevölkerung, der durch den Bau der Grossen Belt-Brücke und die Öresund-Brücke zwischen Dänemark und Schweden geweckt wurde, zu retten und zu verbreiten. Diese großen Projekte haben es den meisten Dänen möglich gemacht, ihren Pessimismus zu überwinden und den Glauben an die Fähigkeit der Menschheit, ihre Probleme durch wissenschaftliche und technologische Durchbrüche zu lösen. Wir haben durch die Teilnahme an den lokalen und nationalen Wahlen auf die Notwendigkeit hingewiesen, diesen Prozeß fortzusetzen durch den Bau der Fehmarnbelt-Brücke zwischen Dänemark und Deutschland und durch den Bau eines dänischen Magnetschwebebahnnetzes mit der deutschen Transrapid-Technologie.

Wir hatten auch angefangen, diese Ideen und den Optimismus durch das Verteilen von Kampagnen-Zeitungen in Auflagen von 50.000 bis 60.000 Exemplaren zu verbreiten, womit wir ein Prozent der dänischen Bevölkerung erreichen. Während wir für diese großen Infrastrukturprojekte mobilisiert haben, warnten wir auch vor der Gefahr des drohenden finanziellen Zusammenbruchs und forderten ein neues Bretton-Woods-Finanzsystem.

Während wir diese Ideen auf die Straßen von Dänemark und zu der Jugend brachten, haben wir auch mehrfach vor dem dänischen Parlament gesprochen, um die dänische politische Elite aus ihrem Schlaf zu wecken und die Politiker zu zwingen, sich mit den realen Bedrohungen und Gefahren, die uns gerade bedrohen, zu beschäftigen. Im Verkehrsausschuß des Parlaments haben wir die Notwendigkeit dieser Infrastruktur-Projekte gezeigt. Wir haben dreimal vor dem Wirtschaftspolitischen Ausschuß des Parlaments über den Kollaps des internationalen Finanzsystems gesprochen und auf die Notwendigkeit einer Pecora-Kommission hingewiesen, um den Betrug und die Korruption aufzudecken und den Weg zu bereiten für eine Glass-Steagall-Reorganisation des dänischen Bankensystems. Wir zeigten auch die Notwendigkeit einer wahren Nationalbank, um den Kredit für die Rettung der produktiven Teile der Wirtschaft und für neue Investitionen zu schöpfen.

Ich bin froh, berichten zu können, daß wir vor einer Woche den Vorsitzenden des Wirtschaftspolitischen Ausschusses des Parlaments, Frank Aaen von der linken rot-grünen Partei, dafür gewonnen haben, in der Hauptrede auf deren Parteitag die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Finanzkrise zu fordern. Und er bekam sofort Unterstützung von der führenden Oppositionspartei, der dänischen Sozialdemokratischen Partei. In Gesprächen zwischen Helga Zepp-Larouche und dänischen Abgeordneten beim Besuch von Helga Zepp-LaRouche vor zwei Wochen wurde auch klar, daß die Opposition bereit ist, dieses Thema aufzugreifen, wenn wir auch noch bestimmte Personen in der parlamentarischen Basis der Regierung dafür gewinnen.

Es ist uns auch, trotz des störrischen Widerstands bestimmter Schichten in Deutschland, gelungen, eine Vereinbarung und einen Beschluß zu erreichen für den Bau der Fehmarnbelt-Brücke - unter dänischer Aufsicht, Finanzierung und Kontrolle. Der Bau soll 2012 anfangen, und sie soll 2018 für den Verkehr geöffnet werden - und dann endlich die dänischen Inseln direkt mit Deutschland verbinden. Wir kämpfen natürlich immer noch dafür, eine Magnetschwebebahn damit zu verbinden, damit es möglich wird, von Kopenhagen nach Hamburg in weniger als einer Stunde zu reisen und - wenn wir bald anfangen, ein deutsches Magnetschwebebahnnetz zu bauen - nach Frankfurt in weniger als zwei.

Aber nicht alles in Dänemark ist in bester Ordnung. In weiten Kreisen ist die Phantasie sehr verbreitet, daß wenn man sich nur ein wenig anpaßt an die internationalen Spielregeln, daß dann schon alles in Ordnung sein wird.

Kopenhagen wurde als Ort gewählt, an dem man bei der Weltklimakonferenz im kommenden Dezember versuchen wird, eine globale grüne Diktatur durchzusetzen. Man will alle Staaten dazu bringen, ihren CO2-Ausstoß zu begrenzen, womit man die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung in ein Zwangskorsett steckt - und das bedeutet Massenmord in den armen Teilen der Welt. Wir brauchen eine europaweite oder sogar weltweite Mobilisierung, um zu verhindern, daß dieser grüne Faschismus beim Klimagipfel in Kopenhagen angenommen wird.

Statt dessen müssen wir die Diskussion umdrehen in eine Diskussion für massive Entwicklung und ein expandierendes Programm zur Nutzung der Kernenergie.

2009 ist auch die 250-Jahre-Feier der Geburt Friedrich Schillers. Wie Sie vielleicht wissen, ist Schiller einer von vielen Faktoren, der die deutsche und die dänische Geschichte eng miteinander verbindet. Als sich Schiller gegen Ende der 1780er Jahre in großen Schwierigkeiten befand und aufgrund seiner desperaten finanziellen Lage beinahe alle Hoffnung aufgegeben hatte, waren es zwei Dänen, Friedrich Christian von Augustenburg und Ernst Schimmelmann, die Schiller volle fünf Jahre lang - von 1791 bis 1796 - finanzierten. Um seine Dankbarkeit zu zeigen, schrieb Schiller die Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen an Friedrich Christian, um ihm dabei zu helfen, das dänische Bildungssystem zu reorganisieren und eine Wiederholung des schrecklichen Blutbads der französischen Revolution in Dänemark zu verhindern. Schillers Beitrag mit seinem Werk spielte später eine wichtige Rolle bei der Schaffung des Goldenen Zeitalters und der Renaissance in Dänemark, und auch bei der Schaffung der Grundlage für die moderne dänische Nation.

Wir Menschen haben eine einzigartige Fähigkeit, uns nicht von den Umständen bestimmen zu lassen, sondern durch die menschliche Vernunft und die Liebe für die zukünftigen Generationen die Regeln des Spieles und die Umstände zu ändern, und dadurch eine bessere Zukunft schöpfen.

Wir sind in erschreckenden Zeiten. Wer sollte nicht Angst haben vor einer Finanz- und Kulturkrise, die die gegenwärtige Bevölkerung von jetzt 6,7 Milliarden Menschen reduzieren könnte auf vielleicht 2 Milliarden, wenn wir nicht das bestehende System abschaffen?

Aber statt die Hoffnung und den Mut aufzugeben, laßt uns mutig und bestimmt handeln. Laßt uns die verborgenen Schätze der deutschen Kultur wieder ins Leben bringen, um nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Rest Europas und der Welt eine Zukunft schaffen, die des Menschen würdig ist.

Vielen Dank.

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