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Neue Solidarität
Nr. 46, 11. November 2009

Schiller-Institut bringt Kreditsystem in die Debatte

Dänemark. Feride Istogu-Gillesberg berichtet über den Kommunalwahlkampf der „Freunde des Schiller-Instituts“ in Dänemark.

Das Schiller-Institut in Dänemark tritt mit einer Liste der „Freunde des Schiller-Instituts“ auch in diesem Jahr zu den dänischen Kommunalwahlen an. Wir haben insgesamt sieben Kandidaten in drei Städten und zwei Regionen: Tom Gillesberg, der Vorsitzende des Schiller-Instituts in Dänemark, ist der Spitzenkandidat in Kopenhagen, zwei weitere Kandidaten treten an in der zweitgrößten Stadt des Landes, Aarhus, und eine weitere Kandidatin in Frederiksvaerk, einer Stadt im Norden Seelands.

Unser Ziel ist es, den globalen Kollaps und die Schaffung eines neuen Kreditsystems auf die Tagesordnung zu setzen. Unser Wahlplakat reflektiert die dramatische Wirtschaftslage, die wir zum Thema machen wollen. Unter der Überschrift „Wirtschaftskollaps“ sieht man ein Schwarzweißfoto aus der Depression der dreißiger Jahre, auf dem eine Schlange von Arbeitslosen zu sehen ist, überlagert von einer roten Linie, die für die abstürzenden Börsenkurse steht. Daneben sieht man den jeweiligen Kandidaten und den Slogan: „Nur ein Kreditsystem kann Dänemark retten“. Von diesem Wahlplakat hängen inzwischen je 500 Exemplare in Kopenhagen und Aarhus und 150 in Fredricksvaerk. Von unserem Wahlextra haben wir bereits 35.000 Exemplare verteilt, vor allem in Studentenwohnheimen, an den Universitäten und auf der Straße.

Der in Dänemark übliche extrem kurze Wahlkampf begann am 23. Oktober mit einer Morgensendung des Nationalen Fernsehsenders TV2 mit Tom Gillesberg und Kandidaten der fünf übrigen kleinen Parteien. Diese Sendung wurde zwischen 7:10 und 7:30 ausgestrahlt und später am Vormittag wiederholt. Jeder Kandidat hatte 30 Sekunden, um sich vorzustellen, und durfte dann anschließend eine Frage beantworten. Gillesberg kam als fünfter Kandidat zu Wort:

Moderator: „Es gibt auch Listen, die erneut kandidieren, darunter die Freunde des Schiller-Instituts, und um sie vorzustellen haben wir hier Tom Gillesberg.“

Gillesberg: „Wir stehen inmitten eines schrecklichen Wirtschaftskollapses, und der wird noch viel, viel schlimmer werden. Der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche und ich haben davor gewarnt, und wir wissen, was zu tun ist. Anstatt den Banken und Spekulanten Geld nachzuwerfen, muß der Staat ein Kreditsystem schaffen, um Kredite für die Industrie, Landwirte und große Infrastrukturprojekte wie die Kattegat-Brücke und ein Magnetbahnnetz auszugeben. Dann können wir Massenarbeitslosigkeit vermeiden. Wenn wir das nicht tun, dann werden wir bald massive Kürzungen bei der Sozialhilfe und im Gesundheitssystem erleben.“

Nachdem sich alle Parteien vorgestellt hatten, folgte ein kurzes Interview:

Moderator: „Fangen wir mit Ihnen an, Tom Gillesberg. Sie haben schon einmal kandidiert... Aber als Sie das letzte Mal kandidierten, hatten Sie den Wahlslogan: ,Nach dem Finanzkrach - Magnetbahn über das Kattegat’. Der Finanzkrach ist inzwischen eingetroffen. Er ist da. Wann werden wir die Magnetbahnen sehen?“

Gillesberg: „Deshalb stehe ich hier. Ich gehe davon aus, daß die Menschen klüger werden können. Alle Politiker und Finanzexperten konnten den Finanzkrach nicht sehen, ich konnte es...

Moderator: „Aber warum brauchen wir Magnetbahnen über das Kattegat?“

Gillesberg: „Weil wir jetzt anfangen müssen, große Infrastrukturprojekte zu bauen, denn sonst bekommen wir Massenarbeitslosigkeit.“

Dieses Programm hat in Dänemark viele Zuschauer. Schon einen Tag zuvor wurde Janus Kramer Møller, der in Aarhus für die Freunde des Schiller-Instituts antritt, ebenfalls im Rahmen eines Berichtes über die kleinen Parteien, vom Lokalsender TV2 Ost interviewt. Sein Auftritt kontrastierte stark zu dem der anderen Kandidaten, die z.T. einen ziemlich weltfremden Eindruck machten.

Moderator: „Für die Freunde des Schiller-Instituts ist auch ein Bürgermeister-Kandidat im Rennen.“

Møller: „Wir kämpfen.“

Moderater: „Aber Ihre Botschaft ist düster.“

Møller: „Was bevorsteht, ist ein Wirtschaftskollaps, ein Kollaps der Wirtschaft.“

Moderator: „Für die Liste L geht es in dieser Wahl darum, die Welt zu retten. Aber was halten Sie davon, bezahlte Sandwiches für die Kinder in den Kindergärten der Gemeinde Aarhus einzuführen?“

Møller: „Bezahlte Sandwiches? Sollten wir dafür nicht erst einmal das Geld haben? Wenn die Weltwirtschaft desintegriert, ist all das völlig irrelevant.“

Unser anderer Kandidat in Aarhus, Hans Schulz, wurde als Kandidat für das Regionalparlament interviewt und konnte bei dieser Gelegenheit die Frage des Wirtschaftskollapses und unsere Lösungen dafür ansprechen.

Die Lokalzeitung in Frederiksvaerk druckte einen Artikel unserer Kandidatin Christina Bruun Jensen ab. Christina erklärt darin, warum Dänemark ein Kreditsystem nach dem Vorbild von Hamiltons Nationalbank in den USA aufbauen sollte - als einzigem Weg, Dänemark aus dem Kollaps zu retten. Sie warnt ihre Wähler, daß uns Massenarbeitslosigkeit bevorsteht, wenn es nicht gelingt, Investitionen in den produktiven Teil der Wirtschaft und in die Infrastruktur zu lenken. Dabei könnte ihre Heimatstadt durch die Produktion von Stahlteilen beitragen. Der dort ansässige Schiffsbau, der jetzt stark unter der Krise leidet, könne ein Zentrum des Know-How werden und z.B. schwimmende Kernkraftwerke für den Export bauen. Auf diese Weise könne sich Fredricksvaerk an der Entwicklung der Welt beteiligen und helfen, die Armut zu beseitigen, die heute weltweit in jeder Minute zehn Kinder tötet.

Die nationalen dänischen Radio- und Fernsehsender haben auf ihren Internetseiten Kurzprofile aller antretenden Kandidaten, also auch der Kandidaten der Freunde des Schiller-Instituts, u.a. mit einem sehr optimistischen Video von Tom Gillesberg.

Dieses Video wird „aus dem Jahr 2059 von der Hans-Christian-Oersted-Basis auf dem Mars“ übertragen. Tom vermittelt darin einen Eindruck von seinen Ideen, wie die Zukunft ausschauen kann, wenn unsere Politik sich in den USA durchsetzt, wo die Regierung Obama sich ändern, alle Verhaltensökonomen feuern und Lyndon LaRouche als Berater nehmen sollte. Die dänische Bevölkerung könne zu dieser Wende beitragen, indem sie für die Freunde des Schiller-Instituts stimmt. Dieses Video findet man auch auf unserer Webseite, www.sive.dk - neben anderen Videos über das Vier-Mächte-Abkommen, den Unterschied zwischen einem Kreditsystem und einem monetären System, den Wirtschaftskollaps, Großprojekte und andere Themen.

Inzwischen kommen auch immer mehr E-Mails von interessierten Wählern aus dem ganzen Land, die u.a. fragen, warum wir nicht auch in anderen Städten antreten, was wir unter einer neuen Renaissance verstehen, wie man Mitglied werden kann, warum wir für die Kernkraft sind, etc. Viele bitten um Exemplare unseres Wahlextras, damit sie es verteilen können. Insgesamt sind die Freunde des Schiller-Instituts recht bekannt. Man kennt uns in Dänemark als die Leute mit dem Finanzkrach und der Magnetbahn. Nun ist der Krach da, aber nicht die Magnetbahn, sondern der Wirtschaftskollaps beschleunigt sich und breitet sich wie ein Waldbrand aus. Auch Dänemark bekommt das inzwischen zu spüren. Viele Familien sind nicht mehr in der Lage, ihre Mieten zu bezahlen, und verlieren ihre Wohnungen. Kleinere Krankenhäuser werden geschlossen, um Geld zu sparen, die Arbeitslosigkeit wächst, und die Kommunen sparen überall, an den Schulen, den Alten etc.

Um diese Lage ändern zu können, müssen wir die Bevölkerung mobilisieren, damit sie von der Regierung die Reorganisierung des gesamten Wirtschaftssystems fordert, wie es der führende amerikanische Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche in seinem Schriften vorschlägt.

Die Freunde des Schiller-Instituts setzen diese Forderungen auf die Tagesordnung. Die Frage ist nun: Werden die Wähler es auch tun, indem sie für uns stimmen?

Feride Istogu-Gillesberg

Lesen Sie hierzu bitte auch:
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