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Neue Solidarität
Nr. 15, 13. April 2011

Medienlügen über Fukushima schüren Hysterie

Manipulation. Die Massenmedien tun so, als seien das Erdbeben und der Tsunami eher eine „Nebensache“, und erst durch die erhöhte Radioaktivität drohe Japan nun eine wirkliche Gefahr.

Die großen Medien in Westeuropa und den USA verbreiten schamlos Lügen über die angeblichen Gefahren für die Bevölkerung in Japan und anderen Ländern durch die Kernkraftwerke in Fukushima nach dem großen Erdbeben und Tsunami. Damit lenken sie die Bevölkerung davon ab, was jetzt wirklich getan werden muß.

Den Menschen an der Westküste der USA und in anderen Küstenregionen am „Feuerkranz“ des Pazifischen und Indischen Ozeans droht große Gefahr durch Dutzende Vulkane, die derzeit immer aktiver werden, und durch die tektonische Aktivität, die Erd- und Seebeben und Folgen wie Tsunamis auslöst. Tatsache ist, daß wir über die Ursachen dieser Aktivitäten, die offenbar mit galaktischen Prozessen zusammenhängen, nur sehr wenig wissen. Aber statt Druck auf die Regierungen zu machen, diese wachsende Bedrohung wissenschaftlich zu untersuchen und Maßnahmen zu ergreifen, die vielleicht unzählige Menschenleben retten, verbreiten die Medien Lügen über Pseudogefahren, die angeblich von den havarierten Kerkraftwerken in Fukushima ausgehen.

Warum die vielen Lügen?

Warum verbreiten die Medien diese Lügen? Das fängt an mit der beherrschenden Rolle der britischen Finanzwelt im globalen Medienkartell. Aber es gibt auch noch andere Gründe, die man erwähnen sollte.

So spielt sicher eine wesentliche Rolle, daß es ihnen vor allem darum geht, Geld zu machen. Die Frage ist immer: „Was verkauft sich?“ Und offenbar kann man viel Geld damit verdienen, wenn man durch Lügen in der Bevölkerung Angst und Psychosen auslöst.

Hinzu kommt, daß die westlichen Medien vor allem für Interessengruppen arbeiten, die in den letzten Jahrzehnten zunehmend antiwissenschaftliche „grüne“ Ziele verfolgen. Bei einigen ist das auch mit Eigennutz verbunden, weil sie von Investitionen in die völlig unrentable Solar- und Windenergie persönlich profitieren. Sie machen über die Medien Druck auf die Regierungen, aus der gegenwärtig effizientesten Energiequelle, der Kernkraft, auszusteigen. Und die Massenmedien sind offenbar zu allen Schandtaten bereit, um das zu unterstützen, und werden zur Zeit in vollem Umfang genutzt, um die Ziele dieser Gruppen zu fördern.

Dabei können sie zu ihrem Vorteil ausnutzen, daß das Interesse der breiten Bevölkerung an den Naturwissenschaften in den letzten Jahrzehnten immer weiter zurückgedrängt wurde und diese heute fast gar nichts über die Arbeitsweise von Kernkraftwerken weiß. Und die Massenmedien verschweigen nicht nur die wesentlichen Tatsachen, sondern verwirren die Menschen mit ihren Lügen sogar noch mehr.

Was geschah nun tatsächlich in den drei Kernkraftwerksblöcken Fukushima Daiichi 1-3, also den drei Blöcken, die am 11. März in Betrieb waren, als das Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala und der nachfolgende Tsunami den Nordosten Japans trafen?

Zunächst sollte man sich die allgemeine Dimension des ganzen klar machen. Das Erdbeben und der Tsunami haben wahrscheinlich mehr als 25.000 Menschenleben gefordert und viele Städte und Dörfer zerstört, deren Wiederaufbau wahrscheinlich 500 Milliarden Dollar oder sogar noch mehr kosten wird. Hinzu kommt, daß die Katastrophe einen erheblichen Teil der hocheffizienten japanischen Industrie stillgelegt hat. Wenn man all das bedenkt, dann versteht man, warum Kaiser Hisahito sagte, Japan stehe „vor der größeten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“.

Dagegen ist durch die Zerstörung der drei Reaktoren sowie eines weiteren, der als nicht mehr betriebsfähig gilt, kein einziger Mensch ums Leben gekommen, und das ist auch in den kommenden Tagen und Monaten nicht zu erwarten. Das Aufgeben der vier Reaktoren bedeutet einen Kapitalverlust von etwa 10-15 Mrd.$; die Sicherung der Reaktoren durch einen Betoneinschluß und das Aufräumen und Säubern wird weitere hohe Kosten verursachen. Und natürlich entstehen auch dadurch Verluste, daß die Reaktoren - mit einer bisherigen ständigen Durchschnittsleistung von rund 2000 MW - nun keinen Strom mehr liefern können, und dieser Strom den industriellen, geschäftlichen und privaten Nutzern fehlen wird.

Aber weil die Massenmedien einseitig technikfeindliche Interessen vertreten, halten sie die Bevölkerung mit Nachrichten über angeblich „unmittelbar drohende Gefahren“, die von den Kernkraftwerken ausgehen sollen, in Aufregung und Unruhe.

Um zu verstehen, was in dem Nuklearkomplex wirklich vor sich geht, sollte man etwas über die Arbeitsweise dieser Reaktoren wissen.

Warum niemals eine Gefahr bestand

Sobald das Erdbeben begann, wurden das Stromnetz abgeschaltet und die laufenden Reaktoren durch eine Schnellabschaltung heruntergefahren, die mit neutronenabsorbierendem Bor gefüllten Steuerstäbe wurden automatisch in den Reaktorkern eingefahren, um die atomare Kettenreaktion zu unterbrechen. Das bedeutet, daß diese Kettenreaktion innerhalb von Sekunden nach dem Beben zum Stillstand gebracht wurde.

Allerdings entsteht in Kernreaktoren bei der Kernspaltung immer radioaktives Material, das weiter zerfällt und dabei Energie in Form von Gamma- und Betastrahlen freisetzt, die weitere Wärme erzeugen. Diese Kernzerfälle führen über mehrere Stufen zu nicht mehr radioaktiven Isotopen, die keine weitere Strahlung und damit auch keine Wärme mehr freisetzen. Um eine Vorstellung davon zu geben: Ein 1000-MW-Reaktor kann im Moment der Abschaltung aus dieser Nachwärme noch bis zu 200 MW erzeugen, aber je mehr radioaktives Material zerfallen ist, desto mehr klingt diese Nachwärme ab. Nach einer Stunde sind es noch etwa 30 MW, nach einem Tag ca. 15 MW und nach einer Woche noch ca. 5 MW. Trotzdem muß diese Wärme abgeführt werden, was durch Kühlwasser geschieht, das durch die Reaktoren gepumpt wird.

Trotz des enorm starken Erdbebens lief die Abschaltung der Reaktoren zunächst völlig störungsfrei. Die Reaktoren haben dem Erdbeben also standgehalten, obwohl es achtmal so stark war wie erwartet. Der eigentliche Schaden entstand durch den Tsunami, der die Notstromaggregate, mit deren Hilfe das Kühlwasser durch die Reaktoren gepumpt wurde, wegschwemmte. Als nächster Schritt wurde die Notstromversorgung daher auf Batteriebetrieb umgestellt, um die Kühlung der Reaktoren fortzusetzen. Diese Batterien waren dann nach etwa acht Stunden leer, und wegen der allgemeinen Schäden durch das Erdbeben und den Tsunami konnte nicht rechtzeitig eine neue Notstromversorgung hergestellt werden. Die Kühlung fiel aus, und aufgrund der Nachwärme heizten sich die Reaktorkerne wieder auf.

An diesem Punkt flutete die Betreiberfirma Tokyo Electricity and Power Company (TEPCO) in Absprache mit den zuständigen Behörden die Reaktoren mit Meerwasser und gab damit die betreffenden Reaktoren auf, was unter den gegebenen Bedingungen eine völlig richtige Entscheidung war. Für den Betrieb brauchen die Reaktoren ionenfreies Wasser zur Kühlung.

Als den Massenmedien klar wurde, daß die Kernreaktoren nicht „schmelzen“ würden, weil die nukleare Kettenreaktion unmittelbar nach dem Erdbeben gestoppt worden war, warfen sie sich auf ein anderes Thema. Das waren die angeblichen Gefahren durch die Radioaktivität, die aus den Reaktoren austrat, als aus den Reaktorkernen Wasserdampf abgelassen wurde, um den Druck darin zu reduzieren. Die überlebende Bevölkerung in der Umgebung war aber schon mit Kaliumiodid-Tabletten versorgt worden, die den Jodgehalt des menschlichen Brustkorbs stabilisieren und verhindern, daß radioaktives Jod aus der Atemluft in den Körper gelangt.

Die Medien taten so, als hätten das Erdbeben und der Tsunami zwar „einigen Schaden“ angerichtet, aber erst durch die erhöhte Radioaktivität drohe dem Land nun eine wirkliche Gefahr.

Ein amerikanischer Spezialist für Reaktorsicherheit, Kontaminationsgefahren und Dekontaminierung, der zur Zeit in dieser Funktion in Japan im Einsatz ist, Al Miller, gab dazu folgendes zu bedenken:

„Das Traurigste daran ist, daß der Kernkraft-Aspekt dieser Katastrophe alle Schlagzeilen beherrscht. Aber bei dem Kernkraftaspekt geht es nur um Geld. Der Kernkraftaspekt wird niemand das Leben kosten, nicht einmal in den Kernkraftwerken, wenn er sich nicht extrem unvorsichtig verhält. Es wird wahrscheinlich ein minimal höheres Vorkommen von Schilddrüsenkrebs geben, aber der ist recht gut heilbar. Und die Menschen in der näheren Umgebung nehmen Kaliumiodid, was sie davor schützen wird. Meine Mannschaft hatte Kaliumiodid zur Verfügung, aber ich habe darauf verzichtet, weil ich den Nutzen nicht höher einschätze als die Risiken. Wenn jemand sich so große Sorgen macht, daß er überlegt, sich Kaliumiodid zu kaufen: Bitte tun Sie es nicht. Es kann Ihnen schaden, und das Geld ist viel besser verwendet, wenn Sie es dem Roten Kreuz geben.“

Miller sieht also ganz klar, welche „Gefahr“ die freigesetzte Radioaktivität bedeutet.

Woher kommen die Plutoniumspuren?

Die Lügen der Medien sind vielfältig, und ein ahnungsloser Leser oder Fernsehzuschauer hat wenig Möglichkeiten, die Wahrheit herauszufinden. Ein Beispiel war die Meldung, TEPCO habe in der Nähe der Reaktoren „Spuren von Plutonium“ gefunden. Warum wurde gerade das Plutonium besonders herausgestellt? Weil es auch bei Menschen, die über radioaktive Elemente wenig wissen, die Assoziation zur Atombombe auslöst - denn daß es für den Bau der Atombombe verwendet wird, weiß jeder.

Die Wahrheit ist aber, daß man überall in Japan am Boden Plutoniumspuren finden wird, vor allem wegen der früheren Atombombentests im Pazifik. Tatsächlich gibt es wegen der Atombombentests, die bis zu dem Testverbot vor mehreren Jahrzehnten noch in der Atmosphäre durchgeführt wurden, sogar überall auf der Welt solche geringen Mengen von Plutonium. Die Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA), die im Auftrag der UNO weltweit über die Nutzung der Kernkraft wacht, betont: „Spuren von Plutonium im Boden sind nicht ungewöhnlich, weil sie in der Ära der atmosphärischen Kernwaffentests weltweit verteilt wurden.“

Ramtanu Maitra

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