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Neue Solidarität
Nr. 7, 15. Februar 2012

Wie man zum Kreditsystem übergehen kann

Von Lyndon LaRouche

Im Anschluß an seinen Vortrag beantwortete Lyndon LaRouche u.a. eine Frage zum Kreditsystem.

Eine Gruppe aus dem Umfeld der US-Nachrichtendienste, die LaRouches Arbeit seit Jahrzehnten verfolgt, richtete folgende Frage an ihn: „Herr LaRouche, Sie haben sich dafür ausgesprochen, das gegenwärtige Währungssystem durch ein Kreditsystem zu ersetzen. Wie soll man angesichts der Krise in Europa und speziell der Eurozone ihrer Ansicht nach diesen Wechsel zu einem Kreditsystem angehen? Können die bestehenden politischen Institutionen, einschließlich der derzeitigen Regierungen der 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion, diese Transformation vollziehen? In Griechenland und anderen Ländern steht man unmittelbar vor einem Auseinanderbrechen des Euro-Systems. Was sollen sie [diese Länder] tun? Und wie schätzen Sie deren Fähigkeit ein, solche Änderungen vorzunehmen?“

LaRouches Antwort lautete:

„Wir haben einige unsichere Kantonisten in dieser Lage, und das macht die Lösung komplizierter. Aber es ist vollkommen machbar. Man braucht dazu im wesentlichen Mut und Einsicht. Und das Problem ist, daß schwache und feige Leute so etwas wahrscheinlich nicht tun werden. Deshalb muß man diese schwachen und feigen Leute sozusagen in einen Käfig sperren, bis die Sache geregelt ist. Denn sie würden es nicht tun - sie werden es nicht tun.

Nehmen wir folgendes als Beispiel: Glass-Steagall wird den größten Teil des Investmentgeschäfts in Amerika auslöschen. Und genau das sagen auch die Investmentbanken! ,Damit würdet ihr uns kaputtmachen!’ Und der Präsident sagt: ,Wir können euch nicht kaputtmachen.’ Die Wallstreet sagt: ,Ihr könnt uns doch nicht abschaffen, ihr würdet uns kaputtmachen!’ Und deshalb haben nur sehr wenige den Mut dazu. Und wenn man einfach nur Glass-Steagall durchsetzt, wäre das schon ein Schock, durch den Obama sofort stürzen würde! Denn dann wäre die Macht gebrochen, die dieses System aufrecht erhält.

Zum Hintergrund der Einwände. Der Fragesteller versteht nicht vollständig, welche Folgen der Übergang zu einem Kreditsystem hat. Das ist das eigentliche Problem. Deshalb müssen wir noch ein paar andere Dinge betrachten.

Als erstes müssen wir zu Glass-Steagall übergehen, das muß durchgesetzt werden. Denn sonst stoßen wir an einen Bruchpunkt, und es kommt ein allgemeiner, kettenreaktionsartiger Kollaps, ein völliger Zusammenbruch der monetären Systeme, beispielsweise der Bankensysteme in Europa und den Vereinigten Staaten. Sie werden zusammenstürzen, und es wird dann keine Erholung geben.

Wenn man von den Investmentbanken redet, dann redet man von lebenden Leichen! Versucht nicht, die Leichen wieder zum Leben zu erwecken. Sie sind tot! Die Toten laufen nur noch irgendwie mechanisch herum, als hätte jemand sie aufgezogen.

Dann wird gefragt: ,Was wird aus allen diesen armen Bankern, und all den Leuten, die bisher von diesem privaten Bankensystem abhängen? Was werden Sie für diese Leute tun? Sie machen sie arbeitslos!’ Ja, das stimmt! Aber sie bleiben nicht arbeitslos, wir werden ihnen Arbeit geben! Sie werden allerdings ihre unrechtmäßig erworbenen Gewinne verlieren, die nichts als Spekulationen sind und heiße Luft. Sie werden uns in Zukunft keine heiße Luft mehr verkaufen!

Nicht alle Banken werden verschwinden. Wir werden alle Banken, in denen jetzt Kundengeschäft und Investmentgeschäft durchmischt sind, sorgfältig prüfen. Wir werden die Teile auseinander sortieren, und die Bundesregierung wird alle Konten garantieren, die lebensfähig, legal und berechtigt sind. Diese Teile der Banken werden wir als Bankensystem neu organisieren.

Alle übrigen Arten von Schulden, die nicht irgendwie gedeckt sind, werden wir einfach streichen! Warum? Weil sie bankrott sind! Warum schließt man eine Bank? Weil sie bankrott ist - das ist es ja, was ,bankrott’ bedeutet.

Was machen wir dann mit diesen ,armen Leuten’, diesen ,armen reichen Leuten’, die plötzlich unreich geworden sind, weil die Geldforderungen gestrichen sind? Was machen wir mit diesen armen Kerlen? Man bietet ihnen ein Beschäftigungsprogramm. Wir haben zu viele Banker, wir haben zu viele Leute mit Finanzeinkommen, viel zu viele! Wir können sie uns nicht leisten! Und deshalb werden sie sich etwas bescheiden müssen.

Sie werden Arbeit bekommen, sie werden nicht verhungern, wir werden uns um sie kümmern. Wir werden ihnen neue Beschäftigungsmöglichkeiten geben - wohl nicht das, was sie bisher getan haben, aber als Bürger der Vereinigten Staaten werden sie geschützt und den Schutz erhalten, den sie verdienen. Sie werden mit einem geringeren Einkommen auskommen müssen. Na und? Viele von uns mußten von weniger Einkommen leben, jetzt sind sie dran.

So muß man die Sache betrachten.

Das eigentliche Problem ist aber, daß sie das Kreditsystem nicht verstehen! Deshalb kommt diese Frage auf. Die erste, instinktive Reaktion ist der Schock über die Auslöschung der ganzen Investmentbanken. Aber sie löschen sich doch selbst aus. Das Federal-Reserve-System taugt nichts mehr, es ist bankrott! Man kann es nicht retten, es ist bankrott! Es ist nichts mehr da, um die Schulden zu decken! Und deshalb müssen wir die Vereinigten Staaten retten.

Gut, wir verwandeln also das Geldsystem in ein Kreditsystem. Vor allem, weil kein monetäres System, selbst die besten Konstruktionen, ein ausreichendes reales Einkommen erzeugen kann, um die Vereinigten Staaten und ihre Bevölkerung zu erhalten. Deshalb wird ein monetäres System, das als monetäres System konzipiert bleibt, nicht mehr funktionieren...

Ein Kreditsystem beruht nicht auf Geld

Nun, das bedeutet, daß wir zu einem Kreditsystem übergehen müssen. Der Unterschied ist der: In einem monetären System braucht man einen gewissen Anteil am Einkommen als Sicherheit. Aber in einem Kreditsystem braucht die Bundesregierung dies nicht, und sie hat es nie gebraucht. Die Investitionen müssen kompetente Investitionen sein, aber sie braucht kein Geld als Sicherheit für diese Investitionen.

Anders gesagt: Wenn da ein Land ist, eine Nation, mit Menschen mit Fertigkeiten oder Potentialen, aber sie haben kein Geld - kann man dann eine Wirtschaft organisieren?

Ja! Das hat man in der Massachusetts Bay Colony [im 17. Jh.] getan, bevor die Neue Venezianische Partei sie ruinierte. Man braucht also kein Geld als Sicherheit. Die mögliche Leistung der arbeitenden Bevölkerung, das ist die Sicherheit. Das braucht man.

Deshalb liegt uns z.B. so viel an Großprojekten. Wußten Sie, daß es bestimmte Waren gibt, die man in den Vereinigten Staaten nicht herstellen kann? Man überschüttet uns mit Waren, die nicht in den Vereinigten Staaten hergestellt sind! Man trägt Kleidung, die nicht in den Vereinigten Staaten hergestellt wurde. Man fährt Autos, die nicht in den Vereinigten Staaten gebaut wurden. Und so weiter! Wo ist das Kreditsystem? Es gibt kein Kreditsystem, es gibt keinen Kredit.

Dafür gibt es einen Haufen Parasiten, die mit Geld herumspielen, mit Geld, das in Wirklichkeit absolut wertlos ist. Es ist wie beim Monopoly: Man würfelt, und man bekommt entweder einen Haufen Geld oder eben nicht. Aber bei diesem Spiel sind am Ende alle bankrott, weil keiner tatsächlich Geld gewonnen hat - es sei denn, man schafft etwas beiseite, nicht wahr?

Wir brauchen kein monetäres System, kein vom Geld dominiertes System. Wir brauchen ein gut reguliertes Kreditsystem, und das ist in der US-Verfassung vorgesehen. Als der Frieden von 1783 kam, hatten die Vereinigten Staaten den Krieg gewonnen. Aber die Vereinigten Staaten waren bankrott, und wir mußten diese Schulden honorieren! Das haben wir getan, und Alexander Hamilton fand die Lösung dafür: das Nationalbanksystem.

Wir müssen also nur zum Nationalbanksystem zurückkehren. Wir werden alle diese Forderungen dieser Banken, die gar keine wirklichen Werte sind, streichen. Aber das ist kein Verlust. Der Punkt ist, daß sie sich anpassen müssen, denn wir haben zu viele Leute im Finanzsektor beschäftigt! Ihr Überleben hängt also davon ab, daß sie eine neue Karriere finden, etwas anderes als das Investmentgeschäft. Wir können sie uns nicht mehr leisten! Sie sind nutzlos, sie produzieren nichts! Haben Investmentbanken je ein Auto hergestellt? Was von dem, was bei diesem System der Investmentbanken herauskommt, kann man essen? Nichts! Alles wird im Ausland produziert! Und wir bezahlen dafür, aber man gibt uns nicht die Mittel, um das notwendige Einkommen zu erzeugen, um für diese Dinge weiter zu bezahlen.

Wir müssen also die Folgen dieser Jahrzehnte des Ruins rückgängig machen, und das bedeutet einfach, daß wir ein Kreditsystem nutzen werden. Wenn die Projekte machbar und die Ziele des Projektes erreichbar sind, dann machen wir es einfach. Nehmen wir NAWAPA: NAWAPA bedeutet mindestens vier Millionen Arbeitsplätze. Also laßt uns anfangen. Es gibt andere Projekte ähnlicher Art. Tun wir es! Mit solchen Großprojekten kann man die begrenzte Zahl an Arbeitskräften, die immer noch qualifiziert sind, beschäftigen. Verglichen damit, was es früher an qualifizierten Arbeitskräften gab, ist in den Vereinigten Staaten nur noch eine winzige Minderheit der Arbeitskräfte qualifiziert. Die meisten sind inzwischen im Ruhestand oder stehen kurz davor. Aber diese Kader sind wesentlich, um ein Programm für den Wiederaufbau zu definieren.

Wir haben also - zusammen mit Rußland, das in einer ähnlichen Lage ist - bestimmte Kapazitäten, aber nicht viel bares Geld. In China ist es das gleiche. Japan wird mitmachen, Korea will mitmachen, Indien wird mitmachen. Wir werden also mehr produzieren und den Anteil der produktiv Beschäftigten an der Arbeitskraft nach und nach steigern. Und das liefert uns die Mittel, sogar schon im voraus das Notwendige zu bezahlen, damit die Menschen überleben und umgeschult werden, damit sie die Chancen bekommen, die sie brauchen, um zu leben, und die Dinge, die man ihnen jetzt nimmt.

Mit einem Kreditsystem haben wir genug verfügbare Mittel und Kredit, auf der Grundlage des Arbeitspotentials und der Qualifikationen unserer eigenen Bevölkerung und dessen, was wir mit anderen teilen, die in dieselbe Richtung gehen.

Das ist die wirkliche Lösung. Es ist eine elementare Lösung, und wir in den Vereinigten Staaten haben es vorgeführt, nachdem wir den Revolutionskrieg siegreich überstanden hatten. Wir stellten fest, daß wir bankrott waren. Wir stellten fest, daß ein reguläres Bankensystem nicht ausreichen würde, wir mußten zu einem Kreditsystem übergehen. Wir sind zu einem Kreditsystem übergegangen und haben überlebt. Wir haben ganz gut überlebt, trotz der Schwierigkeiten, die sich uns stellten. Wir werden es wieder tun.

Wir brauchen also diese Idee eines ,traditionellen’ Bankensystems nicht. Denn das, was man inzwischen als ,traditionelles’ Bankensystem kennt, hat gar nichts mehr mit einem Geschäftsbankensystem zu tun.

Das System der Geschäftsbanken ist eigentlich nur ein untergeordneter Aspekt eines Kreditsystems. Mit anderen Worten: Man schöpft den Kredit, um die Nation produktiv zu beschäftigen. Damit gründet man Firmen, staatliche und private Einrichtungen. Deshalb hat man ein Geschäftsbankensystem unter dem Schirm eines nationalen Kreditsystems! Dann verfügt man über die Mechanismen. Und es wird gut funktionieren, es hat immer funktioniert.

Der Punkt ist: Die Briten wollen uns zerstören! Darum ging es, als uns dieser Präsident verraten und verkauft hat - Andrew Jackson. Andrew Jackson war im Grunde ein Verräter an den Vereinigten Staaten, denn er hat uns im wichtigsten Punkt verraten, indem er das Kreditsystem zerstörte und aus unseren Gesetzen beseitigt hat. Das war eine verfassungswidrige Maßnahme, aber die andere Seite hatte damals mehr Kanonen als unsere, und Andrew Jackson kam mit seinen verräterischen Aktivitäten durch. Übrigens wird Andrew Jacksons Bild immer als Wahrzeichen bei diesen Dinners der Demokratischen Partei gezeigt. Sie sollten das Wahrzeichen der Demokratischen Partei ändern und stattdessen ein ehrliches Wahrzeichen wählen.“

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Kernthema: produktive Kreditschöpfung
- Neue Solidarität Online
Was Lyndon LaRouche wirklich sagt
- Internetseite der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)
Ältere Schriften von Lyndon H. LaRouche aus den Jahren 1981-2006
- Internetseite des Schiller-Instituts
Sonderseite zum Kreditsystem mit einschlägigen Videos, Texten etc.
- Internetseite der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)
Internetseite des LaRouche-Aktionskomitees
- in englischer Sprache