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Neue Solidarität
Nr. 29-30, 16. Juli 2026

König Charles, Donald Trump und der philosophische Betrug der „Sonderbeziehung“

Von Harley Schlanger

Harley Schlanger ist Präsident der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO). Er sprach am zweiten Tag der Berliner Konferenz des Schiller-Instituts am 31. Mai 2026.

Es ist mir bewußt, daß der Titel, den ich für meinen heutigen Vortrag gewählt habe – „König Charles, Trump und der philosophische Betrug der Sonderbeziehung“ – für Verwirrung sorgen könnte, weil der Verweis auf „Philosophisches“ im Zusammenhang mit dem derzeitigen US-Präsidenten Fragen zur Glaubwürdigkeit des Redners aufwirft.

Ich werde jedoch aufzeigen, daß der jüngste Besuch von König Charles in Washington und insbesondere seine Rede vor dem Kongreß am 28. April eine bewußte Provokation waren, die darauf abzielte, die sogenannte „Sonderbeziehung“ wiederzubeleben – eine Beziehung, deren Verlust Charles’ Kollegen in der Londoner City angesichts von Trump im Weißen Haus befürchten. Der Zeitpunkt, keine drei Monate vor dem 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung, war Teil der Provokation.

Der König eröffnete seine Ansprache mit einem Dankeswort, er „dankte dem amerikanischen Volk für die Einladung“. Nachdem er seinen „höchsten Respekt“ vor dem US-Kongreß erklärt hatte, begann er dann mit einer ganzen Reihe von Unwahrheiten über die „miteinander verflochtenen“ Schicksale der beiden Länder.

Wir [Briten und Amerikaner] seien „instinktiv gleichgesinnt“, sagte er, mit einer Beziehung, die „vier Jahrhunderte überspannt“. Das gemeinsame Erbe der britischen Aufklärung habe es ermöglicht, „eine einzigartige Beziehung einer atlantischen Partnerschaft“ zu schmieden, die „heute wichtiger denn je“ sei, weil man gemeinsam einem zunehmend aggressiven Rußland gegenüberstehe. Dann wechselte er von schmeichelnden Allgemeinplätzen zu einem Appell für „Entschlossenheit zur Verteidigung der Ukraine und ihres mutigen Volkes“.

Wir bauen gemeinsam F-35-Kampfflugzeuge, sagte er, und moderne U-Boote für AUKUS – das Militärbündnis zwischen Australien, Großbritannien und den USA –, um China in Schach zu halten. Er verwies auf die neuen Technologie-Abkommen, die geschlossen wurden, als Trump im vergangenen September sein Gast bei einem Bankett auf Schloß Windsor war, wo Konzernchefs beider Länder Verträge über Militärtechnologie und KI im Wert von 42 Milliarden Dollar unterzeichneten. Britischer und amerikanischer Erfindergeist „in einem Bündnis zur Verteidigung unserer Partnerschaft sind weltweit führend“, rief Charles aus.

Präsident Trump antwortete genauso herzlich wie schon bei dem Bankett am 17. September in London und nannte den König – einen bekannten Verfechter malthusianischer Bevölkerungsreduktion – einen „guten Kerl“. In Anlehnung an die Rede des Königs über das „gemeinsame Schicksal“ beider Nationen sagte er: „Unsere Verbindung ist unbezahlbar und ewig, sie ist unersetzlich und unzerbrechlich.“ Er überschüttete „die Kultur, den Charakter und das Credo“ des Britischen Empire mit Lob. „Unsere Vorfahren wären sicherlich voller Ehrfurcht und Stolz darüber, daß sich die anglo-amerikanische Revolution der menschlichen Freiheit über die ganze Welt ausgebreitet hat“, verkündete Trump.

Angesichts der Euphorie, die solche sentimentalen Äußerungen auslösten, ist es nicht verwunderlich, daß niemand auf einen Bericht hinwies, den der Ausschuß für Internationale Beziehungen und Verteidigung des britischen Oberhauses am 22. April, nur wenige Tage vor Charles’ Abreise in die USA, veröffentlicht hatte. Der Bericht trägt den Titel „Anpassung an neue Realitäten: Neugewichtung der britisch-amerikanischen Partnerschaft“1 und wurde dem House of Lords vom ehemaligen NATO-Generalsekretär Lord Robertson vorgelegt. Darin wird die Erkenntnis beschrieben, Großbritannien könne nicht mehr darauf zählen, daß die USA ihre gemeinsamen Interessen verteidigen, und müsse daher vielfältigere Partnerschaften aufbauen.

Weiter zu dem Vorwurf, daß diese Reise eine Provokation war: Kein einziges Mitglied des US-Kongresses ging auf die eklatante Ironie des Anlasses ein, daß Charles am Vorabend des 250. Jahrestags der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung – vom Britischen Empire! – eine illusorische Sicht einer „strategischen Allianz“ propagierte, um die „Sonderbeziehung“ zu bekräftigen. Charles selbst spielte zynisch auf die Ironie seiner Anwesenheit an und witzelte, er sei nicht „als Teil einer listigen Nachhut-Aktion“ gekommen.

Amerika rebelliert gegen das Empire

Anders als der König in seiner fiktiven Darstellung der anglo-amerikanischen Beziehungen behauptet, existiert seit der Gründung der ersten dauerhaften Kolonie in Jamestown in Virginia im Jahr 1607 bis heute keinerlei Vorstellung einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen den Oligarchen der Londoner City und den amerikanischen Siedlern. Die Londoner Imperialisten behandelten ihre Kolonien mit derselben Mißachtung wie ihre imperialen Rivalen die ihren: als Quelle für Rohstoffreichtum, billige Arbeitskräfte und in einigen Fällen als militärische Ressourcen. Die britischen Handelsgesellschaften importierten Pelze, Holz, Schiffsausrüstung und Fisch und setzten Männer aus den Kolonien als Soldaten ein, beispielsweise gegen die Franzosen an der amerikanischen Front des Siebenjährigen Krieges 1756-63.

Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der Massachusetts Bay Colony verdeutlicht die Absichten des Empire. Die 1628 gegründete Kolonie verlor ihre Charta 1684, als die Amerikaner begannen, gegen ihre Behandlung als billige Quelle des Reichtums für die Handelskartelle des Empire zu rebellieren. Das Londoner Parlament verabschiedete 1660 die Navigationsakte, um ihre wirtschaftliche Freiheit einzuschränken. Diese verbot den Einsatz nicht-britischer Schiffe für den Handel; verlangte, daß alle Exporte, einschließlich Rohstoffe, erst über London laufen mußten; und daß die Erlöse aus dem Handel zum Kauf von in Großbritannien hergestellten Waren verwendet werden mußten.

Das Gesetz ist ein frühes Beispiel für imperiale Maßnahmen zur Untergrabung der Souveränität, bei denen man Ländern Beschränkungen auferlegt, z.B. durch Sanktionen, Embargos, Strukturanpassungsprogramme und Kreditbeschränkungen, was bis heute andauert, beispielsweise gegen den Iran – und was US-Finanzminister Bessent als „wirtschaftliche Staatskunst“ lobt. Man beachte, daß ein aktueller Bericht der britischen militärisch-nachrichtendienstlichen Denkfabrik RUSI (Royal United Services Institute) die 1874 aufgelöste Britische Ostindiengesellschaft (British East India Company, EIC) als Vorbild für heutige multinationale Konzerne hervorhebt!2

Der Beschluß der Navigationsakte stieß auf Widerstand, da er zu Recht als Angriff auf die Unabhängigkeit der Kolonien angesehen wurde. Die Massachusetts Bay Company reagierte mit der Prägung einer eigenen Währung, des „Pine Tree Shilling“, um Farmern und Unternehmern in der Kolonie Kredite zu gewähren, und trieb Handel mit den anderen amerikanischen Kolonien und mit europäischen Ländern. Obwohl die britischen Behörden solche Handelsgeschäfte als Schmuggel einstuften, wurden aus Angst vor einer Rebellion keine rechtlichen Schritte dagegen eingeleitet.

Das änderte sich 1773, als die Ostindiengesellschaft, die größte Unternehmensgruppe des Empire, bei ihren Einnahmen in Asien Einbußen erlitt. Um das auszugleichen, wurde der „Tea Act“ verabschiedet, der ihr ein Monopol auf in Amerika verkauften Tee gewährte. Proteste von Beamten der Bay Colony wurden zurückgewiesen, ebenso wie Appelle an das Londoner Parlament, die Teesteuer aufzuheben. Das löste am 16. Dezember 1773 die „Boston Tea Party“ aus, als koloniale Rebellen den auf Schiffen der EIC nach Boston gelieferten Tee im Hafen über Bord warfen.

Als Reaktion darauf verabschiedete das Parlament im Juli 1774 den Boston Port Act, der den Hafen sperrte, die Charta der Massachusetts Bay Company widerrief und vorschrieb, alle Gerichtsverfahren gegen Bürger nach London zu verlegen. Darüber hinaus wurde eine Entschädigungsforderung zur Deckung der Verluste der EIC auferlegt, und es wurde der Quartering Act verabschiedet, der zwangsweise Einquartierungen britischer Truppen ohne Zustimmung des Hauseigentümers erlaubte. All dies waren Katalysatoren für die Rebellion.

Ein letzter Appell an das Londoner Unterhaus gegen diese Maßnahmen folgte am 1. Februar 1775. Er wurde abgelehnt, während Benjamin Franklin aus dem Plenarsaal zusah. Zwei Monate später, am 18. April, fielen in Concord Schüsse gegen die britische Armee, und am nächsten Tag in Lexington – der berühmte „Schuß, der um die Welt ging“.

Es gibt kein „gemeinsames Erbe“

Die Streitigkeiten über Wirtschafts- und Handelspolitik spiegelten eine tiefere Kluft wider, die die Kolonien von London trennte: eine philosophische Auseinandersetzung über das Wesen des Menschen und die Rolle der Regierung. Auf der einen Seite stand die „englische Aufklärung“ in der Tradition des britischen philosophischen Radikalismus, wie er durch die Theorien über Mensch und Regierung von Thomas Hobbes und John Locke gefördert wurde, die beide als Propagandisten für eine feudale Gesellschaft fungierten, in der eine Oligarchie über menschliche Bestien herrscht. Hobbes beschrieben das offen als eine Welt, in der das Leben dazu verdammt war, „grausam, brutal und kurz“ zu sein, wo ein „ewiger Krieg aller gegen alle“ herrscht, in dem sich die Stärksten durchsetzen.

Für Hobbes ließ sich ein solcher Zustand nur vermeiden, wenn es einen starken Souverän gab, einen „Leviathan“, der mit absoluter Autorität herrscht.

Lockes Theorie vom Gesellschaftsvertrag ähnelt in vieler Hinsicht der von Hobbes, abgesehen von seinem Anspruch, die „individuelle Freiheit“ zu fördern. In der Praxis steht Lockes „Liberalismus“ jedoch völlig im Einklang mit Feudalismus oder Neoliberalismus. Er propagierte zwar „individuelle Freiheit“, aber die unterlag immer noch Einschränkungen zum Vorteil einer herrschenden Oligarchie, wie seine Befürwortung von „Freihandel“ und „freiem Markt“, einem ausgeglichenen Staatshaushalt sowie seine Verteidigung von Wucher, Sklaverei und Kinderarbeit belegen. 1694 war er an der Gründung der Bank von England beteiligt, und er war Mitglied des Handelsrats, der für die Navigationsakte verantwortlich war.

1699 entwarf Locke die Verfassung für die Regierung der Carolinas, wobei er den Schwerpunkt auf die Erhaltung der Macht des Landadels legte. Zur Rechtfertigung schrieb er, ein „Ziel der Regierung“ sei die Erhaltung des Eigentums.

Streben nach Glück

Lange bevor in Concord und Lexington die ersten Schüsse fielen, war bereits ein philosophischer Kampf im Gange, bei dem John Winthrop, einer der Gründer der Massachusetts Bay Colony, eine Inspiration für seine Nachfolger darstellte, darunter Cotton Mather und Benjamin Franklin. Winthrops Engagement für die Errichtung einer Republik in der Neuen Welt ist Gegenstand des 1987 erschienenen Buches How the Nation Was Won („Wie die Nation gewonnen wurde“) von Graham Lowry, einem Mitarbeiter LaRouches.

Der Streit um den Vorrang des Schutzes von privatem „Eigentum“ ist eines der Themen, die den unüberbrückbaren Unterschied zwischen der britischen und der amerikanischen Sichtweise widerspiegeln. Während Locke die Verteidigung des Privateigentums als Ziel der Regierung ansieht, macht die Unabhängigkeitserklärung „Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit“ zur Aufgabe der Regierung. Jeffersons ursprünglicher Entwurf beschrieb die den Zielen der Regierung zugrunde liegenden Wahrheiten als „heilig und unbestreitbar“, doch Franklin änderte den Wortlaut in „wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich“, was einen Prozeß der Entdeckung seitens der Bürger impliziert.

Der Kampf gegen Lockes Neoliberalismus war eine Fortsetzung der Bemühungen des deutschen Wissenschaftlers und Philosophen Gottfried Leibniz und Teil einer breiteren Kampagne gegen den britischen Empirismus, die Leibniz in Zusammenarbeit mit republikanischen Wissenschaftlern in England – darunter Jonathan Swift und Robert Harley – und in Deutschland führte. Zu Leibniz’ Mitstreitern zählten Abraham Kästner, der Begründer der anti-euklidischen Geometrie, sowie seine Schüler Mylius und Lessing, und es gehörten weitere Mitstreiter in Leipzig, Berlin und Göttingen dazu. Durch die Vermittlung des Leibnizianers James Logan wurde der Amerikaner Benjamin Franklin in die Zusammenarbeit mit diesem Netzwerk gegen Locke und Newton eingebunden. 1766 traf Franklin während eines Deutschlandbesuchs in Göttingen mit Kästner zusammen.

Die intellektuelle Aufbruchsstimmung, die von diesen Kreisen ausging, wurde Gleichgesinnten in den amerikanischen Kolonien durch Franklin und seine 1727 gegründete „Junto“ zugänglich gemacht. Franklin baute dieses Netzwerk auf, um den britischen Empirismus zu bekämpfen, die leitende philosophische Strömung hinter der Kampagne des Empire zur Niederschlagung der wachsenden Rebellion.

Die Auffassung Lockes und seiner Nachfolger wie Newton und Bentham vom „Gesellschaftsvertrag“ entsprach seiner Sicht einer statischen Natur des physikalischen Universums. Locke zufolge konnte der menschliche Geist zwar Empfindungen registrieren, aber wie der Geist eines Tieres nichts erschaffen. Hätte Locke es noch erlebt, er wäre entsetzt gewesen über die Behauptung in der Unabhängigkeitserklärung, daß Regierungen „ihre gerechte Macht aus der Zustimmung der Regierten ableiten“, und wenn Regierungen „diesen Zielen abträglich“ werden – wie die englische Regierung mit der Verweigerung von Rechten –, dann sei es deren „Recht und Pflicht, eine solche Regierung abzusetzen“. Für diese anti-Lockeschen Amerikaner gehörte zum Glück die Freiheit, Axiome zu ändern, wenn man feststellt, daß die herrschenden Axiome falsch sind!

Einer der Gegner der Amerikanischen Revolution in Großbritannien war Jeremy Bentham, der seine „utilitaristische“ Theorie des Glücks vorbrachte, um Franklin entgegenzutreten. In seinem Aufsatz A Fragment on Government („Ein Fragment über die Regierung“) von 1776 präsentierte er eine inhaltsleere Vorstellung von „Glück“ und erklärte, „das größte Glück der größten Zahl“ sei „der Maßstab für Recht und Unrecht“. Er führte seine Einwände in seiner Short Review of the Declaration („Kurzer Überblick über die Unabhängigkeitserklärung“) weiter aus und wies das Argument für die Trennung von Großbritannien zurück, wobei er schrieb: „Von der Präambel habe ich wenig oder gar keine Notiz genommen. Die Wahrheit ist, daß sie wenig oder gar keine Beachtung verdient.“ Und er zeigte seine Verachtung für die Argumente von Franklins Verbündeten, indem er schrieb: „Die Ansichten der modernen Amerikaner über die Regierung… wären zu lächerlich, um irgendeine Beachtung zu verdienen.“

Er schloß mit der Behauptung, es gäbe „keine natürlichen und unveräußerlichen Rechte“, und lehnte die „Maximen“ der Erklärung als „widerwärtig gegenüber der britischen Verfassung“ ab.

Der Kampf um das Amerikanische System

Der erfolgreiche Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien endete mit der Kapitulation der Briten in Yorktown in Virginia im Oktober 1781. Es war ein Sieg für ein Regierungsmodell, das nicht auf der Macht von Waffen oder Geld, sondern auf Ideen beruht.

Dieser Kampf dauert bis heute an. Er spiegelt sich in einem Brief von John Adams an Thomas Jefferson aus dem Jahr 1815 wider. Adams, einer der Gründerväter und zweiter Präsident der Vereinigten Staaten, schrieb: „Was verstehen wir unter der Revolution? Den Krieg? Der war kein Teil der Revolution; er war nur eine Auswirkung und Folge davon. Die Revolution fand in den Köpfen der Menschen statt, und das vollzog sich von 1760 bis 1775, im Laufe von 15 Jahren, bevor in Lexington auch nur ein Tropfen Blut vergossen wurde.“

Den Beweis dafür finde man in den Artikeln und Pamphleten, die die Kolonisten zum Kampf gegen die besser bewaffneten und finanzierten Streitkräfte des Empire inspirieren sollten.

Dieser Kampf ging die nächsten anderthalb Jahrhunderte weiter, als das Konzept einer Republik, die sich den Prinzipien der Gründungsdokumente verpflichtet fühlte, wiederholt auf die Probe gestellt wurde – manchmal durch Krieg, aber auch durch subversive Angriffe auf die Ideale der Gründerväter.

Ein Vertreter dieser Prinzipien war Henry Carey, ein Berater von Präsident Abraham Lincoln, dessen Vater Matthew schon ein Verbündeter Franklins gewesen war. 1851 verfaßte Carey eine Schrift mit dem Titel „Die Harmonie der Interessen“, die einen Bericht über diesen andauernden Kampf darstellte. Carey schreibt darin:

Die „Sonderbeziehung“

Die Oligarchie der Londoner City hat ihre Bemühungen, das Amerikanische System auszumerzen, niemals aufgegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte der britische Politiker Sir Winston Churchill den Begriff der „Sonderbeziehung“, als er verzweifelt nach einem Mittel suchte, die Macht des Empire aufrechtzuerhalten, als dessen reale physische Produktionskraft rapide schrumpfte. Als es ihm nach dem Sieg über die Nazis nicht gelang, die Amerikaner zu überzeugen, sich den Briten bei einer Invasion der Sowjetunion, der Operation Unthinkable anzuschließen,3 gewann Churchill Präsident Truman dafür, die militärische und wirtschaftliche Macht der USA im Kalten Krieg als entscheidenden Verbündeten hinter den britischen Plan zur Rettung des Empire zu stellen.

Dazu gehörte die Gründung der NATO, die nach der treffenden Aussage eines ihrer Gründer, Lord Ismay, als Organisation eine einzige Aufgabe hatte: „Die Sowjets draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten halten.“ Als Ausdruck der klassischen Geopolitik der Londoner City ist sie bis heute eine Gefahr für die Vereinigten Staaten von Amerika.


Anmerkungen

1. „Adjusting to new realities: rebalancing the UK-US partnership”, Bericht des Ausschuß für Internationale Beziehungen
    und Verteidigung des britischen Oberhauses, 22. April 2026.

2. „Corporations Must Re-learn How to be Geopolitical Actors”, Bericht der britischen militärisch-nachrichtendienstlichen
    Denkfabrik RUSI (Royal United Services Institute), 7. April 2026.

3. ,Operation Unthinkable', Bericht der britischen Militärführung an Premier Winston Churchill, betreffend der Erfolgschancen
    eines Überraschungsangriffs gegen die Sowjetunion, 22. Mai 1945.

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