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Aus der Neuen Solidarität Nr. 31/2003

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Irak braucht keine Besatzung, sondern ein Wiederaufbauprogramm

Interview. Lyndon LaRouche gab dem Radiosender WERE-1300 AM "People Power" in Cleveland (Ohio) am 18. Juli ein Interview. Seine Gesprächspartner waren Stadtrat O. Mays und einige Anrufer. Wir bringen Auszüge.

LaRouche: Weil er gelogen hat. Er wußte, daß die Information über das angebliche Geschäft mit Niger über die Lieferung von nuklearem Material - sog. yellow cake (Uranoxid) - an den Irak eine Fälschung war.

LaRouche: Die Aussagen der beteiligten Personen haben bestätigt, daß er einer der ersten war, die eine Prüfung dieser Informationen anforderten. Sein Mitarbeiter Joseph, der auch mit Richard Perle zusammenarbeitet, hat dann später dafür gesorgt, daß diese berüchtigten 16 Worte in die Rede zur Lage der Nation hineingeschrieben wurden. Und diese Aussage gab für viele Kongreßabgeordnete nach deren eigener Aussage den Ausschlag, den Krieg zuzulassen. Die Vereinigten Staaten befinden sich also nun in einem Krieg, der auf einer vorsätzlichen Lüge des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten beruhte. Das ist nach unseren Gesetzen ein Schwerverbrechen, für das man abgesetzt werden kann. ...

LaRouche: Es gibt Quellen wie Joe Wilson, den früheren US-Diplomaten, den die CIA nach Niger geschickt hat. Er war früher als Botschafter in Afrika tätig. Er wurde nach Niger geschickt, um die Geschichte zu untersuchen, und kam dort aufgrund der Informationen, die er von der amerikanischen Botschafterin im Niger erhielt, zu dem Schluß, daß diese Behauptungen falsch waren. Parallel dazu untersuchte auch ein amerikanischer General im Niger die Angelegenheit. Auch andere Quellen haben gezeigt, daß diese Informationen falsch waren.

Das liegt nun dem Kongreß vor. Die Aussagen wurden gemacht. Das ist die Grundlage für den Vorwurf, daß man Lügen benutzt hat, um einen Krieg herbeizuführen. Senator Kerry beispielsweise hat erklärt, daß er belogen wurde. Und diese Lüge kam von Cheney. Wir haben also genug Beweise, die ausreichen würden, Cheney ins Gefängnis zu schicken - oder ein Absetzungsverfahren gegen den Vizepräsidenten einzuleiten.

LaRouche: Nicht ganz. Halliburton und Bechtel, zwei Konzerne, die mit George Shultz und mit dem Vizepräsidenten verbunden sind, sind Kriegsgewinnler und Geschäftemacher, die alles stehlen, was ihnen in die Augen fällt. Aber das eigentliche Motiv für diesen Krieg geht zurück auf die Jahre 1990-1991, als die Regierung Bush senior den Vorschlag von Cheney und anderen ablehnte, den Zusammenbruch des Sowjetimperiums zu benutzen, um mit militärischer Stärke ein Weltreich zu begründen. Cheney hat den 11. September 2001 ausgenutzt, um den Präsidenten der USA in eine Serie von Kriegen zu treiben. Nicht nur im Irak, nicht nur in Afghanistan. Wir stehen heute am Rande eines Krieges gegen den Iran. Wir stehen am Rande eines atomaren Angriffs oder ähnlichem auf Nordkorea. Das kennt kein Maß und keine Grenze.

Wir müssen dem Einhalt gebieten. Ich strebe ein Amtsenthebungsverfahren an, weil ich weiß: Wenn wir Cheney und das, was er repräsentiert, nicht sehr bald aus der Regierung entfernen, dann werden wir in weitere Kriege verwickelt, die noch viel schlimmer sein werden als der Schlamassel im Irak.

LaRouche: Noch nicht. Dies wirft das Thema Atomwaffen auf. Diese Leute sind entschlossen, Atomwaffen einzusetzen. Die konventionellen Kapazitäten [für neue Kriege] haben wir nicht, die sind im Irak gebunden.

LaRouche: Es könnte unter dem Einfluß von Leuten wie Cheney beispielsweise einen israelischen Nuklearschlag auf ein Kernkraftwerk im Iran geben. Das ist eine ganz reale Möglichkeit. Deshalb müssen wir Cheney und seine Neokonservativen jetzt stoppen, bevor der Schaden nicht mehr zu kontrollieren ist. ...

Unser größtes Problem ist heute der Cheney-Faktor in der Regierung Bush - diese Kreise sind entschlossen, Atomwaffen gegen Länder einzusetzen, die keine Atomwaffen haben. Das ist ihre Politik ...

LaRouche: Ich glaube, die Sache mit dem Terrorismus wird übertrieben. Es gibt ein solches Problem, mit dem wir umzugehen versuchen. Aber es wird sehr aufgebauscht. Massenvernichtungswaffen? Die Vereinigten Staaten haben praktisch ein Weltmonopol auf Massenvernichtungswaffen. Und wir haben eine Bande von Verrückten, die bereit sind, diese Waffen einzusetzen, und die das auch gesagt haben.

LaRouche: Als erstes würde ich Bremer feuern - gleich morgen früh oder noch heute abend. ... Und ich würde den Irakern ankündigen, daß wir - wenn mich die US-Regierung dazu ermächtigt - eine ganz neue Politik verfolgen werden: den Wiederaufbau des Irak mit der eigenen Bevölkerung. Wir brauchen dort keine 150 000 Soldaten. Wir brauchen ein paar Ingenieure und Fachleute, die den Irakern helfen, ihr Land wiederaufzubauen. Wir können dazu Hilfe von anderen Ländern bekommen, u.a. aus Europa. Wir brauchen keine 150 000 Soldaten im Irak, wenn wir es richtig machen.

LaRouche: Ich habe eine internationale Jugendbewegung gegründet. Die Generation zwischen 18 und 25 Jahren, der jungen Leute im Studentenalter, erkennen, daß sie in eine Gesellschaft hineingeboren sind, die keine Zukunft hat. Sie wissen, daß sie kämpfen müssen, damit eine andere Politik gemacht wird, anders als das, was ihre Eltern aus schlechter Gewohnheit getan haben, damit die USA und die ganze Welt wieder in die Richtung gehen, in der die Dinge früher einmal besser funktioniert haben. Das ist unsere Hoffnung. Diese jungen Menschen können, wenn sie richtig mobilisiert werden, die Stimmung im Land verändern und uns wieder zum Erfolg führen. Meine Aufgabe ist es, ihnen dazu die Gelegenheit zu geben.

 

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