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Neue Solidarität
Nr. 39, 23. September 2009

Massenaufmarsch gegen Obamas Politik

„Der Anblick des Obama-Schnauzbart-Posters führte dazu, daß unsere Schriften wie warme Semmeln weggingen“, lautete der Tenor der Berichte sämtlicher Einsatzgruppen aus dem nationalen Zentrum des LaRouche-Aktionskomitees LPAC in Leesburg bei der Washingtoner Großkundgebung am Sonnabend, den 12. September. „Was meinen Sie damit: ‚Er hat sich gewandelt’? So war er immer!“ lautete der weit verbreitete Kommentar zum Obama-Poster.

Der riesigen, mehrere Hunderttausend Teilnehmer umfassenden Demonstration wurde von mehr als 25 LaRouche-Unterstützern Zehntausenden Exemplare von Flugschriften ausgehändigt, darunter 10.000 Exemplare des Flugblatts „Die britische Monarchie und Hitler heute“, viele Tausend Exemplare der Broschüre über Obamas Gesundheitsreform und Tausende Broschüren von LaRouches Internetforen („Obamas Narzissmus-Syndrom“, „Britain Delenda est“).

Hunderte von Teilnehmern der Kundgebung aus so gut wie allen Bundesstaaten gaben ihre Telefonnummern, um im Laufe der kommenden Tage wieder kontaktiert zu werden.

Um 8.30 abends postete die Huffington Post einen Demonstrationsbericht zusammen mit einem Bild des Obama-Schnauzbart-Posters, ebenso die Londoner Daily Mail Online, deren Artikel die Überschrift „Bis zu zwei Millionen Menschen demonstrieren gegen Obamas Ausgabenpolitik in einer ‚tea party’- Kundgebung vor dem U.S.Kapitol“ hatte. (Seltsamerweise spricht ein Bildtext in dem Artikel dann von „Zehntausenden“ Demonstranten).

Den offiziellen Medienberichten über die Kundgebung sollte man keinen Glauben schenken. Zwar läßt sich nicht genau sagen, wieviel Teilnehmer es waren, doch mehrere Hunderttausend waren es bestimmt. Der Demonstrationszug erstreckte sich von der Rasenfläche vor dem Kapitol, die Pennsylvania Avenue hinunter, bis zur 15. Straße, wo sich der Sammelpunkt für die Demo befand, den wir mit zwei Infoständen bestückt hatten.

Diese Stände wurden von zwei unabhängigen Fernsehagenturen gefilmt - eine australische für SBS-TV, und eine, die Afrika mit Fernsehbildern versorgt. Ein Aktivist gab ein Interview, in dem er die Aktivitäten des LaRouche-Aktionskomitees darstellte. Es gab, zusätzlich zu den sowieso erwarteten Glenn Beck/Ron Paul/Tea Party-Anhängern, auch viele Demokraten unter den Teilnehmern. Doch egal von welcher Seite, die Offenheit gegenüber LaRouches wirtschaftlichen Ideen war allgemein.

Eine Gruppe von Krankenschwestern aus Hoosier (Indiana), die vor der Kundgebung das Holocaust Museum besucht hatte, äußerte sich sehr emotional: „Alles ist da - genau was Obama hier machen will.“ Ein Veteran des Zweiten Weltkriegs, der William L. Shirers „Aufstieg und Fall des Dritten Reichs“ gelesen hatte, äußerte sich entsprechend, wie auch viele weitere Demonstranten, mit denen die LaRouche-Unterstützer ins Gespräch kamen.

Es gab eine Menge rechtsgerichteter Typen, doch waren sie bedeutungslos im Vergleich mit der großen Mehrzahl der wirklich besorgten Demonstranten, die nach Antworten und Führung verlangen. Die Anhänger von Hayeks, die gegen „Big Government“ sind, wurden zahlenmäßig weit übertroffen von den Leuten, die wirklich eine Lösung für die Depression wollen.

Dutzende von Schildern lauteten „Weg mit der Fed“ und „Hört auf, Geld zu drucken“. Andere durchdachte Slogans waren „Kongreßabgeordnete brauchen Beratung zum Mandatsende“ (eine Anspielung auf die vorgesehene Beratung zum Lebensende, mit denen die Alten zum Verzicht auf eine medizinische Behandlung überredet werden sollen) oder „Grüne Politik ja - Recycelt den Kongreß“.

Die LaRouche-Aktivisten sagten den Demonstranten: „Wir sind Demokraten, wir sind hier und machen das wegen Franklin Delano Roosevelt, wir müssen das Land retten. Wir müssen die Politik verändern und wieder zum amerikanischen System zurückkehren.“ Die Leute reagierten sehr froh darauf, und etliche von ihnen gestanden: „Ich war eigentlich auch immer Demokrat.“ Ein aus Mexiko stammender Aktivist hörte keinerlei Haßtiraden gegen Immigranten - ein weiterer Hinweis darauf, daß viele Medienorgane die Unwahrheit über die Anti-Obama-Bewegung verbreiten.

Einige der interessantesten Diskussionen mit Teilnehmern der Kundgebung entwickelten sich nach Ende der eigentlichen Veranstaltung. Einer der LaRouche-Organisatoren hämmerte den zurückströmenden Massen ein: „Macht weiter, besucht jeden Tag unsere Website, ladet euch dieses Poster runter, guckt euch die Videos an! Die nächsten 30 Tage sind entscheidend - diese Hitlerpolitik wird gegen uns durchgepeitscht werden, wenn wir sie nicht stoppen.“ Niemand war anderer Meinung, und niemand erwähnte auch nur mit einem Sterbenswörtchen, was die Sprecher auf der Kundgebung gesagt hatten.

Unter den Demonstranten waren viele Gewerkschafter, die mittlerweile im Ruhestand sind. Sie waren angeekelt vom Zustand des Landes, und für viele war es das erste Mal, daß sie in Washington demonstrierten Aber sie sind alle auf die eine oder andere Weise organisiert, und sie wollen die Bürgerversammlungen und Proteste weiterführen.

lpac