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Neue Solidarität
Nr. 30, 24. Juli 2013

Astronauten in Berlin

In der Woche vom 1. bis 5. Juli kamen in Köln mehr als 80 Astronauten zum 26. Planetaren Kongreß der Association of Space Explorers (ASE) zusammen. Während der fünf Tage wurden Vorträge und Diskussionen abgehalten, verschiedene wissenschaftliche Zentren wurden besucht, Filme wurden gezeigt und es gab diverse Pressekonferenzen.

Für einen bleibenden Eindruck gerade bei jungen Leuten hat sicherlich der Mittwoch gesorgt, an dem die Astronauten, Kosmonauten und Taikonauten in viele Städte Deutschlands ausschwärmten, um Deutschland etwas besser kennen zu lernen und sich mit Schülern und Schülerinnen zu treffen. Im Berliner FEZ1 stellten sich unter dem Titel „Astronauten Live!” Sergej Nikolajewitsch Revin (Russische Föderation), Capt. Kenneth Reightler (USA) und Charles Walker (USA) den Fragen des jungen Publikums.

Bereits bei der Pressekonferenz zu Beginn der Veranstaltung machte der Geschäftsführer des FEZ, Lutz-Stephan Mannkopf deutlich, daß zwar einiges für die Ausbildung zukünftiger Generationen von Raumforschern getan werde, aber längst nicht genug. Das wurde auch sichtbar, als sich die Astronauten anschließend auf der Astrid-Lidgren-Bühne den größtenteils jüngeren Gästen präsentierten. 559 Personen hätten dort Platz gefunden, um an dieser spannenden und inspirierenden Diskussion teilzunehmen, doch war der Raum nicht einmal zur Hälfte gefüllt – und das in der Bundeshauptstadt mit fast 320.000 Schülern in 760 Schulen2.

„Die Erde ist selbst ein Raumschiff auf einer Reise durch den Weltraum. Wir müssen herausfinden, woher wir kommen und wohin die Reise geht”, sagte Charlie Walker, der selbst als Nutzlastspezialist des Space Shuttle dreimal in den Weltraum flog. Die Kinder, die ihre Fragen teilweise auch in Englisch oder Russisch stellten, wollten natürlich wissen, wie man im Weltraum schläft, wie man ißt und wie man zur Toilette geht – Fragen, die oft für viel Heiterkeit sorgten. Doch es kamen auch ganz andere: Wie bereitet man sich auf die Missionen vor? Muß man vor jeder Mission neu trainieren? Welche Tests muß man absolvieren? Wie alt darf man sein, um noch in den Weltraum fliegen zu können? Es wurde recht deutlich, daß sich viele Kinder ganz ernsthaft über die Erforschung des Weltalls Gedanken machen. So flogen die zwei Stunden der Veranstaltung schnell dahin, und so mancher bedauerte, daß die Astronauten nicht mehr Zeit gehabt haben, um ihre Gedanken mitzuteilen.

Der Moderator des Nachmittags, Raumfahrtjournalist Gerhard Kowalski, sagte im Anschluß an die Veranstaltung, die Begeisterung für Raumfahrt werde man bei jungen Menschen niemals zerstören können. Und auf die Frage, wie er mit dem Zynismus der Gegenwart umgehe, sagte Charlie Walker mit einem großen Lächeln: „Ich träume nachts gute Träume.”

Stefan Tolksdorf


Anmerkungen

1. Kinder-, Jugend- und Familienzentrum in Berlin.

2. Laut Berliner Schulstatistik im Schuljahr 2012/13: http://tinyurl.com/nz3f4mr.