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Neue Solidarität
Nr. 37, 11. September 2013

Martin Luther King, François Hollande und der Krieg

Von Jacques Cheminade

Der frühere französische Präsidentschaftskandidat Jacques Cheminade greift in der folgenden Erklärung vom 30. August die Kriegspolitik von Präsident Hollande scharf an.

Vorgestern feierten wir den 50. Jahrestag des von Martin Luther King organisierten „Marsch auf Washington“ am 28. August 1963. Barack Obama hielt es für angemessen, bei dieser Gelegenheit den Unterdrückten und Mißhandelten in der Bürgerrechtsbewegung Reverenz zu erweisen, indem er sagte: „Angesichts der Gewalt standen sie auf und protestierten sitzend mit der moralischen Kraft der Gewaltlosigkeit“.

Aber während sich Barack Obama auf Kings Beispiel beruft, bereitet er gleichzeitig eine Militärintervention in Syrien vor. Und Präsident François Hollande will Baschar Al-Assad für den Einsatz von Chemiewaffen bestrafen. Es ist empörend, daß wir soweit kommen konnten, daß auf von den Medien geschürten Emotionen gespielt wird, um eine Kanonenboot-Politik im Cruise-Missile-Zeitalter zu betreiben. Einige Dinge müssen klar gesagt werden:

Da offensichtlich keine Bedrohung der vitalen Interessen unseres Landes vorliegt und keine Zeitnot besteht, gegen ein Regime vorzugehen, dessen Brutalität seit Jahrzehnten bekannt ist, kann ein solcher Mangel an Achtung vor unseren Institutionen diese nur weiter in einen Cäsarismus treiben, den Hollande selbst verurteilte, solange Nicolas Sarkozy noch Präsident war. Ganz zu schweigen davon, daß einer IFOP-Umfrage zufolge 59% der Franzosen gegen eine Intervention Frankreichs sind.

Kurz, die französische Regierung stürzt sich faktisch in ein Abenteuer, das die gesamte Region in Flammen setzen kann, alle Christen im Nahen Osten in eine dramatische Lage bringen und immer weiter ausarten kann, bis hin zu einem Konflikt mit thermonuklearen Waffen. „Aber nein“, werden einige wohlmeinendende Köpfe sagen, „soweit wird es natürlich niemals kommen.“ Das sind dieselben, die mir 2007, als ich sie traf, versichert hatten, die Finanzkrise werde niemals auf Europa übergreifen, weil sich die Märkte automatisch selbst regulierten und weil wir ausreichende Stoßdämpfer hätten, um den Euro zu schützen. Wir alle wissen, was seither passiert ist.

Ob sie es wissen oder nicht: Diesmal könnten sich die Dr. Coués in Dr. Strangeloves verwandeln.1 Im Namen von Martin Luther King: Ich warne vor der Gewalt als Antwort auf Gewalt, das führt nur zu einem Übermaß an zerstörerischem Haß.


Anmerkung

1. Dr. Emile Coué, der Begründer der Autosuggestion, behauptete, beim Menschen sei alles nur eine Willensfrage; Dr. Strangelove ist die Titelfigur des Films Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben, der mit einem Atomkrieg der Supermächte endet.