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Neue Solidarität
Nr. 29, 20. Juli 2017

China und Indien machen Pläne für den Wiederaufbau in Syrien

Chinesische und indische Unternehmen bereiten sich mit Unterstützung ihrer Regierungen darauf vor, sich am Wiederaufbau von Syrien zu beteiligen.

Wie die chinesische Zeitung Global Times berichtete, veranstaltete die Vereinigung für Chinesisch-Arabischen Austausch am 9. Juli in Beijing ein Forum über den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Modernisierung Syriens. Bei dem Forum sprach u.a. der syrische Botschafter in China, Imad Moustapha. Er erklärte, Syrien beginne schrittweise mit seinem Programm zum Wiederaufbau, vor allem in der Strom- und Wasserversorgung und Industrie. Chinas Strukturreformen und Überkapazitäten könnten für den Wiederaufbau Syriens sehr nützlich sein, und die Wirtschaftsgürtel-Initiative biete beiden Staaten gute Chancen, in verschiedenen Bereichen zusammenzuarbeiten.

Hua Liming, früherer chinesischer Botschafter im Iran, sagte gegenüber der Global Times, China werde in den Wiederaufbau Syriens investieren, dies könne sowohl für staatsnahe als auch für private Unternehmen attraktiv sein. Ein wichtiges Ziel sei die Wiederinstandsetzung der syrischen Ölindustrie, sagte Hua. Die noch bestehende instabile Lage behindere offensichtlich den Wiederaufbau, dennoch werde man in jedem Falle Fortschritte machen. Das kürzlich zwischen den Präsidenten Trump und Putin vereinbarte Waffenstillstandsabkommen in Südwestsyrien bedeute, daß der Wiederaufbau in Gang kommen könne, sagte Hua. „Der Wiederaufbau wird sehr wahrscheinlich im Westen Syriens beginnen, in der Region um Damaskus und in den Hochburgen von Präsident Baschar Al-Assad.“

Die russische Nachrichtenagentur Sputnik berichtete ebenfalls über die Veranstaltung. Sie meldete, eine Delegation von 30-50 Vertretern chinesischer Unternehmen werde vom 15.-22. August nach Syrien reisen, „um dort Investitionsmöglichkeiten zu prüfen“, wie der stellv. Vorsitzende der Vereinigung für Chinesisch-Arabischen Austausch, Qin Gong, ankündigte. Geplant sei, Damaskus, Homs und Aleppo zu besuchen und dort mit örtlichen Vertretern über Möglichkeiten für Investitionen in ein breites Spektrum von Wiederaufbauprojekten zu sprechen. Im Mittelpunkt dieser Gespräche werde die Wiederherstellung der Stromversorgung in Syrien stehen.

Qin und ein Vertreter der staatlichen Jiangxi Construction Group Corp. hatten Syrien bereits im April besucht. Viele weitere chinesische Unternehmen hätten damals auf eine Teilnahme verzichtet, nachdem die Vereinigten Staaten am 7. April die syrische Luftwaffenbasis Al-Schairat bombardiert hatten, sagte Qin. Eine zweite, zwölfköpfige Delegation aus China, darunter Vertreter des Internet-Handelskonzerns Alibaba, besuchte Syrien vom 12.-16. Juni. Die syrische Seite haben ihnen versichert, Rußland, China und Iran erhielten beim Wiederaufbau nach dem Krieg Vorrang. Eine ganze Reihe chinesischer Unternehmen, darunter die Strom- und Baukonzerne China Energy Engineering Corp. und China Construction Fifth Engineering Division Corp., hätten sich bereits zur Teilnahme an der Syrienreise im kommenden Monat angemeldet. U.a. will man über den Bau eines chinesisch-syrischen Industrieparks für 150 Unternehmen verhandeln, der umgerechnet 2 Mrd.$ kosten und 40.000 Arbeitsplätze schaffen soll.

Gleichzeitig bereitet sich auch Indien darauf vor, sich am Wiederaufbau Syriens zu beteiligen. Die Bharat Heavy Electrical Ltd. (BHEL) wird ihr Projekt eines Wärmekraftwerks in Syrien wiederaufgreifen, und auch die Oil and Natural Gas Corp. (ONGC) will zwei Projekte in Syrien wiederbeleben. Beide werden dafür Gelder aus einer Kreditlinie der indischen Regierung erhalten. Das gleiche gilt für ein weiteres indisches Unternehmen, Apollo International, das ein Stahlwerk in Syrien modernisieren soll. Die Inder werden auch Konzessionen für den Abbau von Phosphat in der syrischen Wüste erhalten. Indien will aber noch mehr tun und sich an Wiederaufbauprojekten im Wohnungsbau, im Kraftwerksbau sowie in der Textil- und Nahrungsmittelproduktion in Syrien beteiligen. Außerdem wird im August die erste Industriemesse in Damaskus seit dem Ausbruch des bewaffneten Konfliktes stattfinden, wozu auch zahlreiche indische Unternehmen eingeladen sind.

Offenbar will Syrien Unternehmen aus den BRICS-Ländern, die in dem Konflikt der letzten Jahre loyal zur Regierung unter Präsident Assad standen, bevorzugt behandeln. Indien gehört zu den wenigen Ländern, die ihre Botschaft in Damaskus offen gehalten haben, und es gab mehrere diplomatische Besuche zwischen beiden Seiten. Berichten zufolge will der syrische Ministerpräsident Imad Khamis Indien noch in diesem Jahr besuchen.

eir