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Neue Solidarität
Nr. 24, 10. Juni 2009

Das wirkliche „neue Bretton Woods“:
Ein dollargestützter globaler Wirtschaftsaufschwung

Von Lyndon LaRouche
- Erster Teil -

Die folgende Schrift erschien im englischen Original am 1. Mai 2009.

Das Thema, mit dem wir uns hier beschäftigen wollen, bildet derzeit das größte politische Hindernis für die Mobilisierung ausreichender politischer Unterstützung für die Annahme eines Programms für einen Wirtschaftsaufschwung, der in den Vereinigten Staaten und damit potentiell auf dem ganzen Planeten leicht erreichbar wäre. Dieses Hindernis liegt in der immer noch hartnäckig verbreiteten Unkenntnis des Unterschieds zwischen dem monetären System eines vom imperialen London dominierten Europa und im Gegensatz dazu dem nationalen Kreditsystem, wie es in der amerikanischen Verfassung angelegt ist. Das einzig mögliche System, mit dem die Weltwirtschaft vor der sich jetzt beschleunigenden Zusammenbruchskrise geschützt werden kann, ist ein weltweiter Verbund jeweils vollkommen souveräner nationaler Kreditsysteme, wie Präsident Franklin Roosevelt sie anstrebte (bis dies am Tag nach Roosevelts Tod unter Präsident Harry Truman ins Gegenteil verkehrt wurde).

Typisch für das Problem ist beispielsweise auch ein neuerer Vorschlag, der fälschlicherweise als „Neues Bretton Woods“ bezeichnet wurde, den man einigen wichtigen russischen und italienischen Politikern bei einem Treffen im italienischen Modena untergeschoben hat.

Einer der Hauptschuldigen war dabei ein mir persönlich gut bekannter amerikanischer Mathematiker, Dr. Jonathan Tennenbaum. Er war moralisch der schlimmste von mehreren Bauernfängern unter den aktiven Teilnehmern, denn er wußte es einmal besser und war erst vor kurzem abtrünnig geworden. Der folgende Bericht kann dazu dienen, den Schwindel bei den von Dr. Tennenbaum vorgeschlagenen Maßnahmen richtigzustellen, aber wie ich noch näher erläutern werde, bildet diese Schrift ebenso eine dringend notwendige Warnung vor zahlreichen anderen, derzeit umlaufenden politischen Schwindeln, die z.B. auf den „Klimaerwärmungs“-Schwindel des britischen Prinzen Philip zurückgehen, oder andere, die Tennenbaums Entwurf ähneln. Alle diese Entwürfe widersprechen den ökonomischen Prinzipien, von denen es abhängt, ob ein unmittelbarer weltweiter Absturz in neues dunkles Zeitalter vermieden werden kann.

Das folgende ist vom Zweck her im wesentlichen eine naturwissenschaftliche Arbeit. Aber wenn man die Ursachen der physikalischen Wirkungen der Arbeit der Menschenhand untersucht, muß man - wie ich es hier tue und wie es Percy Shelley in seiner Verteidigung der Poesie getan hat - seine Aufmerksamkeit auch der Einsichtskraft der klassischen Kunst zuwenden, die das schöpferische Denken unserer größten Wissenschaftler und Staatsmänner beherrscht, einer Schöpferkraft, die, wie Shelley in seiner Verteidigung der Poesie schreibt,  in den dynamischen, kreativen Potentialen des menschlichen Geistes ruht.

Vorwort: Das Amerikanische System

Eine Rückerinnerung am Maifeiertag

Unter den Irrtümern, die in den heutigen Nationen weithin verbreitet sind, ist der beliebteste, aber auch immer wieder der unmittelbar ruinöseste der, daß die Warenpreise, die angeblich vom Markt gebildet werden, sich „statistisch“ gesehen „natürlicherweise“ auf einen vermeintlich „wissenschaftlichen Wert“ einpendeln. Nichts von all dem ist tatsächlich wissenschaftlich.

Je besser man sich in solchen Fragen auskennt, desto mehr wird einem klar, wie bedeutsam es ist, daß die Menschen heute die Geschichte eigentlich so gut wie gar nicht kennen. Selbst wenn eine vermeintliche historische Darstellung in Hinsicht auf die angeführten Tatsachen nicht falsch ist, so ist in dem Maße, wie die alte Geschichtsschule ihre bisherige Stellung an den Universitäten verliert, das, was heute als Geschichte gelehrt wird, bestenfalls nur Chronik. Die Tendenz geht dahin, sich auf das Verhalten bestimmter Einzelpersonen zu konzentrieren, aber den wichtigsten Unterschied zwischen Mensch und Tier außen vor zu lassen - nämlich die Entwicklung der Kultur und damit die wechselseitigen Beziehungen über Generationen oder gar Jahrtausende hinweg, in denen sich die wesentlichen Leitgedanken von Gesellschaften und ihren Individuen herausbilden. In diesen kulturellen Schichten, die von der Antike bis in die heutige Zeit reichen, wohnt der lebendige Geist der Individuen und ihrer Kulturen. Entwicklungen, auch große Veränderungen, die aus diesem weit zurückreichenden Hintergrund entstehen, verheißen uns Neues, sind aber auch eine Stimme aus längst vergangenen Zeiten.

So verändern wir Lebenden die Vergangenheit, aber auch die Vergangenheit reagiert im Medium der menschlichen Kultur für oder gegen heutige Entwicklungen und spricht mit Stimmen aus der historischen Tiefe von Kulturen vergangener Generationen.

Um die Geschichte wirklich kennenzulernen, sollte man sich vorstellen, selbst dabeizusein, wo sie stattfand, und mit entsprechendem Hintergrundwissen in seinem Geist die Stimmen jener zu hören, die damals gelebt haben. Wir können selbst zu einem bestimmten Grad viel dazu beitragen, soweit uns Quellen verfügbar sind. Aber das wichtigste ist immer, die Vergangenheit im eigenen Geist nachzuerleben, als seien wir tatsächlich dabeigewesen, als sie geschah - als hörten wir die Stimme der wirklichen Geschichte zu unserem geistigen Ohr sprechen.

Fahren wir in diesem Sinne wie folgt fort.

Nixons schreckliche Tat

Der amerikanische Präsident Richard Nixon hat die gegenwärtige weltweite finanzielle und wirtschaftliche Zusammenbruchskrise nicht verursacht. Aber es hätte diese heutige Weltkrise, die formell unter der Regierung von George W. Bush begann, nicht geben können, wenn Nixon nicht wieder ein „Freihandelssystem“ eingeführt hätte, das eine radikale Abkehr vom verfassungsgemäßen Amerikanischen System der politischen Ökonomie darstellte. Im Verlaufe dieses Aufsatzes sollten neben anderem auch die schwerwiegenden Folgen von Nixons Handeln bei der Einleitung der jetzigen Weltkrise deutlicher werden.

Die Schuld an dieser und vielen früheren globalen Tragödien kann man mit Recht Adam Smiths weltberühmter Illusion geben, jener „Freihandelslehre“, auf die u.a. auch Karl Marx hereinfiel. Diese große Illusion ist typisch für den weitverbreiteten hochtrabenden Unsinn, mit dem es nach Jahrzehnten schließlich gelungen ist, die ganze Welt in diese planetare Zusammenbruchskrise zu führen.

Im Mittelpunkt der klinischen Störung, die ich auf den folgenden Seiten aufdecke, steht der armselige Glaube, daß sich ein statistischer Ablauf von Ereignissen einem bestimmten relativen gesellschaftlichen Wert annähert, wie ihn die Behavioristen behaupten, worin Leichtgläubige ein „selbstevidentes“ natürliches Maß für finanziellen Nettogewinn oder -verlust von Volkswirtschaften oder sogar der ganzen Weltwirtschaft sehen. Der Roman des britischen Ökonomen Piero Sraffa Warenproduktion mittels Waren (1975) veranschaulicht in klinischer Hinsicht recht auffällig, wenn auch abartig die Irrtümer hinter derartigen weitverbreiteten Selbsttäuschungen, denen nicht nur Einzelpersonen, sondern die meisten maßgeblichen Regierungen der Welt heute unterliegen.1

So muß man sagen, wenn man alle wichtigen Sachverhalte hierzu bedacht hat: Um der Welt einem längeren Aufenthalt in der Hölle zu ersparen, muß der Fetisch dieser heutigen weltweiten Seuche des Monetarismus, wie er mit der Erinnerung an charakterlose Werkzeuge von Lord Shelburnes Britischer Ostindiengesellschaft wie Adam Smith und Jeremy Bentham verbunden ist, jetzt endlich aufgegeben werden.

Anders als der „Alte Adam“ Smith und Bentham behaupten, stammen die Grundgedanken, auf denen die wirklich kompetenten europäischen Wirtschaftsideen beruhen, aus zwei Werken des Kardinals Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert. Das erste waren Cusas Beweisgründe für die Gründung souveräner nationalstaatlicher Republiken, seine Concordantia Catholica von 1433; mit dem zweiten, der De Docta Ignorantia (Die belehrte Unwissenheit) von 1440, begründete er die neuzeitliche europäische Naturwissenschaft. In Übereinstimmung mit Cusas Concordantia Catholica errichtete der französische König Ludwig XI. die erste nationalstaatliche Republik der Neuzeit, deren überraschendem, revolutionärem Erfolg bald darauf Heinrich VII. in England, ein Bewunderer Ludwigs XI., nacheiferte.

Cusas De Docta Ignorantia, worin sich teilweise der wissenschaftliche Geist der Werke Filippo Brunelleschis widerspiegelt, gründete in Europa eine kompetente neuzeitliche Wissenschaft im allgemeinen und damit auch die Prinzipien der physischen Ökonomie. Nikolaus von Kues inspirierte Leonardo da Vinci und auch den Leonardo-Anhänger Johannes Kepler, der die neuzeitliche praktische Naturwissenschaft begründete. Dieser Kepler bleibt, wie schon Albert Einstein betonte, bis auf den heutigen Tag nicht nur der eigentliche Begründer einer modernen Wissenschaft der physikalischen Astronomie, auf welcher der gesamte wesentliche wissenschaftliche Fortschritt der Menschheit seither beruht; Keplers Entdeckungen begründeten auch eine wahrhaft universelle naturwissenschaftliche Methode für die neuzeitliche Praxis.

Das Hauptthema der nun folgenden Ausführungen wird sein, daß das Wesen jeder kompetenten heutigen Wissenschaftspraxis, einschließlich einer erfolgreich praktizierten Nationalökonomie, in der Erkenntnis liegt, daß die menschlichen Sinneswahrnehmungsfähigkeiten, wie Sehen und Hören, als solche nicht die eigentliche Wirklichkeit wiedergeben. Sie sind lediglich notwendige, angeborene Instrumente zur Beobachtung einiger ausgewählter Bereiche menschlicher Sinneswahrnehmung. Die wahrgenommenen Eindrücke, für sich allein genommen, sind nur die Schatten der Wirklichkeit, nicht der eigentliche Inhalt, nicht die wahre Ursache dieser Eindrücke.

Eine wirkliche Erkenntnis des realen Universums läßt sich nicht durch die Sinne als solche, sondern nur durch die schöpferischen menschlichen Geisteskräfte erreichen. Nur als Frucht der schöpferischen Geisteskräfte läßt sich die wirkende Realität ableiten. Diese Aufgabe kann man nur bewältigen, indem man erkennt, wie grundsätzlich problematisch und schattenartig die Erfahrung der individuellen Sinneswahrnehmung ist. Anders als Aristoteles und Newton oder Paolo Sarpis Anhänger allgemein behaupten, liegt das wirkliche Wissen über das Universum, das wir bewohnen, nicht in den bloßen Daten der Sinneswahrnehmung. Wie an Keplers ureigener Formulierung des Gravitationseffekts deutlich wird, ist das mathematische Abbild immer nur die Reflexion des Prinzips, welches solche Schatten wirft.

Die Darstellung eines allgemeinen Gravitationsprinzips in Keplers Weltharmonik ist und bleibt die einzige kompetente Formulierung der Gravitation aus irgendeiner Quelle, aber die mathematische Formel selbst ist nicht das eigentliche Gravitationsprinzip. Die mathematische Formel - die die Wissenschaft einzig und allein Kepler verdankt, wie Einstein erkannte - ist bloß eine Beschreibung der schattenartigen Wirkung des eigentlichen Gravitationsprinzips. Die Entdeckung war der nächste entscheidende wissenschaftlichen Fortschritt nach Keplers vorangegangener ureigener Entdeckung der Konstanten „Gleiche Fläche, gleiche Zeit“.2

Der eigentliche, systematische Fehler im aristotelischen System und dem seines Anhängers Euklid liegt demnach in ihren nur auf Sinnesgewißheit beruhenden Apriori-Behauptungen. Innerhalb des Bereichs, den die Mathematik als das Universum behandelt, tritt keine Kreativität auf; in der Hinsicht hat schon Philon von Alexandria die Aristoteles-Anhänger zu seinen Lebzeiten zurechtgewiesen. Aristoteles hätte nämlich selbst dem Schöpfer des Universums keinerlei schöpferische Handlung mehr im Universum erlaubt, sobald die Vorstellung eines fixen Universums feststand, in dem nur ganz bestimmte, nach der Sinneswahrnehmung definierte Arten der Bewegung existierten. Nach Aristoteles konnte selbst der Schöpfer diesen feststehenden Plan nicht mehr ändern, sobald der Entwurf des Universums vermeintlich abgeschlossen war. Insofern ist Kreativität die große Streitfrage von Wissenschaft wie Wirtschaft. Es wäre so, als wenn der olympische Zeus aus Aischlyos’ Der gefesselte Prometheus (oder vielleicht Dostojewskijs „Großinquisitor“) dem Schöpfer befohlen hätte, sich in Zukunft aus der Schöpfung herauszuhalten.

Heutzutage nimmt dieses Leugnen der fortgesetzten Schöpferkraft des Schöpfers, das systematisch auf der Methode des Aristoteles beruht, gewöhnlich die Form der reduktionistischen Vorstellungen hinter dem „zweiten Hauptsatz der Thermodynamik“ an. Dieses angebliche „Naturgesetz“ wurde von Rudolf Clausius und Hermann Grassmann als bloße willkürliche Annahme eines mathematischen Formalismus aufgebracht und der wissenschaftlichen Lehre aufgezwungen. Heute dient es als Grundlage der praktisch kriminellen, an die massenmörderische Ideologie der Nazis erinnernden Argumente der leichtgläubigen Anhänger des britischen Prinzen Philip und seines World Wildlife Fund.

Solche Nachfolger Paolo Sarpis wie Prinz Philip sind in dieser Hinsicht noch radikaler als Aristoteles. Sie empfinden diese Schande sogar als Würde, weil sie von den Ideen des mittelalterlichen Irrationalisten Wilhelm von Ockham überzeugt sind. Aufgrund dieser vermeintlichen Autorität nehmen die neuzeitlichen Anhänger des mittelalterlichen Ockham sich schamlos Neuerungen heraus, die strikten Verehrern der aristotelischen Lehre verwehrt sind. Dennoch haben Aristoteles und Ockham im Kern gemein, daß sie behaupten, wirkliche Prinzipien des Universums könne man gar nicht wissen.3 Dieser völlig irrationale Aberglauben, den die auch als Empiristen bezeichneten Liberalen lehren, ist das Wesen jenes Übels namens Liberalismus. Vom Einfluß ebendieses Liberalismus droht nun der Untergang der Nationen und Völker der Welt auszugehen.

In den Augen des Schöpfers sind die Anhänger Prinz Philips - die heutigen „Nullwachstümler“ - menschgewordene Teufelskinder, die auf unserem Planeten Amok laufen. Über sie könnte man sagen: „Während die Gläubigen des Aristoteles im Fegefeuer Spinnweben ansetzen, scheinen die Anhänger Prinz Philips in einer selbstgemachten Hölle geboren, die sie nie verlassen haben und vielleicht auch nie verlassen werden.“ Mit diesem meinem Urteil, meine ich, werden wahre Poeten übereinstimmen.

Für menschliche Kreativität kämpfen!

Trotz all dieses philosophischen Reduktionismus ist wirkliche Kreativität - menschliche Schöpferkraft, die bei niederen Lebensformen nicht vorkommt - der wesentliche funktionale wirtschaftliche Unterschied zwischen Mensch und Tier und auch die Vorbedingung für den Fortbestand von Gesellschaften als reale Volkswirtschaften.

Das läßt sich besser verstehen, wenn man sich daran erinnert, daß der olympische Zeus aus Aischylos’ Der gefesselte Prometheus den Menschen das Wissen über Kreativität („Feuer“) verboten hat. Aischylos’ Beschreibung von Zeus’ teuflischen Motiven ist keineswegs frei erfunden. Daß eine kleine Minderheit ein allgemeines Verbot schöpferischer Innovationen in der Naturwissenschaft erläßt - wie bei der profaschistischen „Umweltbewegung“ heute -, war und ist die Politik des weltweit ausgedehnten europäischen Imperialismus seit dem wissenschaftlichen Nullwachstumsdogma im antiken Griechenland, das man schon damals das „oligarchische Prinzip“ nannte. Seit der Zeit Philips von Makedonien diente dieses Prinzip als Richtschnur für das oligarchische Recht sämtlicher Imperien, einschließlich des Hofes von Königin Elisabeth II. und ihres verkommenen Prinzgemahls heute.

Im Gegensatz zu der offen gesagt satanischen „Nullwachstumspolitik“ heutiger „Grüner“ wie Prinz Philip und Ex-US-Vizepräsident Al Gore spiegeln kompetente Bemühungen um wissenschaftlichen Fortschritt in praktizierter politischer Ökonomie immer die Entwicklung des schöpferischen wissenschaftlichen Denkens der Neuzeit wider - in der Naturwissenschaft generell wie auch im besonderen in der wirtschaftswissenschaftlichen Praxis, deren Vorreiter Nikolaus von Kues, Leonardo, Kepler, Fermat und Leibniz waren. Das werde ich in den Abschnitten nach dieser Einführung schildern.

Heute müssen wir zugeben, daß die ganze Welt ausnahmslos in einer allgemeinen Zusammenbruchskrise steckt. Doch die heutige Weltkrise ist nicht unausweichlich gewesen; sie ist vielmehr die Frucht einer immer verrückteren, vollkommen unmoralischen, aber dennoch vorherrschenden Lehre realwirtschaftlicher Stagnation, deren Grundannahmen eine Kombination aus „Nullwachstum“ und „Freihandel“ sind. Wichtig anzumerken ist, daß diese bösartigen Grundannahmen das sogenannte „Britische Empire“ schon seit dem Vertrag von 1763 kennzeichnen, als es nach der Lehre der venezianischen Schule des Begründers des europäischen Liberalismus Paolo Sarpi entstand.

Hier liegt die eigentliche moralische Frage bei der Entscheidung, vor der heute die Menschheit steht:

Die Lage der Welt heute ist so, daß der gesamte Planet bald in ein langes neues finsteres Zeitalter für die ganze Menschheit abstürzen wird, wenn wir die Lehren des Behaviorismus in der Tradition von Adam Smith und Jeremy Bentham, die das heutige britisch-imperiale „Freihandelssystem“ durchdringen, nicht umgehend ausmerzen. Deswegen müssen wir über den verirrten Geisteszustand, in dem heute die allermeisten Nationen dieser Welt leben, in dieser Einleitung noch ein paar Worte verlieren.

Entgegen den liberalen Autoren, die ich oben erwähnt habe, sind unsinnige Ideen wie jene aus der empiristischen Schule der Sarpi-Anhänger keinesfalls natürlich. Man kann sie in Zusammenfassung der Argumentation oben höchstens als die natürliche Konsequenz von Ideen betrachten, deren verrückte Prämissen das Produkt einer unnatürlichen, im Kern menschenfeindlichen politischen Ökonomie sind; diese nennt sich austauschbar Imperialismus, Monetarismus oder, in der schlimmsten Ausprägung, Behaviorismus, wie dies unter den verwirrten Anhängern Paolo Sarpis, die im 18. Jahrhundert die Methoden von René Descartes bewunderten, gelehrt wurde.

Noch wichtiger ist in diesem Zusammenhang, was sich an dieser Stelle wie folgt zusammenfassen läßt: Der Irrglaube, der an den scheinbar periodischen Zusammenbrüchen großer Volkswirtschaften der Welt in den letzten mehr als zwei Jahrhunderten schuld ist, war die natürliche Folge eines verheerenden Glaubens an die Fiktionen der Lehre, die u.a. unter dem Einfluß Paolo Sarpis und der Vertreter der Haileybury-Schule der Britischen Ostindiengesellschaft vom späten 17. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert aufgenommen und verbreitet wurde. Diese Ansichten drückten sich aus in der Lehre von John Locke, David Hume, den Physiokraten François Quesnay und A.R.J. Turgot, Adam Smith, dem üblen Agenten des britischen Außenamts Jeremy Bentham, Thomas Malthus, Immanuel Kant und David Ricardo.

Umfassend und kompetent verstehen läßt sich das entsprechende Verhaltensmuster nur vom Standpunkt der Dynamik in dem Sinne, wie der klassische griechische Begriff dynamis in die Neuzeit überliefert und von Gottfried Wilhelm Leibniz in den 1690er Jahren als Begriff der modernen Wissenschaft erneuert wurde. Die Vorstellung war bereits implizit vorhanden, als Kardinal Nikolaus von Kues und seine Anhänger wie Leonardo da Vinci, Johannes Kepler und Pierre de Fermat die Wissenschaft der Neuzeit entwickelten, tauchte jedoch unter diesem formellen Namen Dynamik im modernen Wissenschaftsgebrauch nicht vor Leibniz’ Werk auf; aber seit Leibniz’ Initiative gehört er zum Kern kompetenter Wissenschaft und auch der klassischen Kunst.

Das so verstandene Dynamik-Konzept ist auch der unverzichtbare Standpunkt der klassischen Kunst, etwa der Komposition klassischer Poesie und Musik sowie der klassischen Tragödie. Es umfaßt somit die gesamte Spanne des Kulturbegriffs, eingeschlossen die Beschäftigung mit den Abläufen im menschlichen Geist selbst. Den schönsten Ausdruck findet es in den abschließenden Sätzen von Percy Bysshe Shelleys Verteidigung der Poesie. Dort steht es für die gleiche Vorstellung bei der gesamten Riemannschen Physik und, wie Shelley in dem Schlußabsatz betont, der klassischen Ironie von Geschichte. Die gleiche Grundvorstellung steckt grundsätzlich auch hinter dem Begriff eines wahren universellen physikalischen Prinzips, wie beispielsweise Keplers ureigener Entdeckung des Gravitationsprinzips, die er in seiner Weltharmonik darstellt.

Krieg, Geld und Reich

Das Vorherrschen verschiedener Varianten liberalen Irrglaubens hat nicht unbedingt erst mit neuzeitlichen Methoden angefangen. Es spiegeln sich darin alle grundlegenden bekannten Methoden des europäischen Imperialismus spätestens seit dem Apollo-Dionysos-Kult, der mit Monetarismus verbunden war, was in den zahlreichen Schatzhäusern in Delphi zum Ausdruck kam. Man erkennt hierin den Ursprung des späteren Peloponnesischen Krieges und die bis heute andauernde, traditionell tonangebende, monetaristische Macht des Oligarchismus, die seit langem in der Mittelmeerregion ihr Unwesen treibt. Dieses Vermächtnis des bösartigen Delphikults der Antike zeigte sich in den fast schon axiomatischen Grundannahmen hinter dem Wesen des Römischen Reiches, von Byzanz sowie auch dem Habsburgerreich und später dem anglo-holländischen liberalen Imperium, die seit etwa 1000 n.Chr. aus dem Geldapparat Venedigs hervorgegangen sind.4

Die heutige Institution des immer noch herrschenden anglo-holländischen liberalen Imperialismus entstand als Weltreich zunächst in Form eines Privatunternehmens, der Britischen Ostindiengesellschaft, nach dem Pariser Frieden im Februar 1763. Der britische Imperialismus muß noch heute in allen seinen wesentlichen Funktionen als moderne Fortsetzung der europäischen imperialistischen Seemächte verstanden werden, die sich das satanische Römische Reich zum Vorbild genommen hatten. Dieses Modell herrschte in immer neuen Verwandlungen sogar schon vor dem imperialen Rom, seit der Zeit, als Delphi die sich befehdenden handelsimperialistischen Parteien Athens und Spartas mit dem berüchtigten Peloponnesischen Krieg gegenseitig in den Ruin trieb.

Sämtliche bekannten monetaristischen Systeme, ganz besonders die imperialistischen - typisch sind die Banditen der Wall Street und Londons, die bis zum jetzigen Zeitpunkt das Denken von US-Präsident Obama beherrschen - waren immer wucherisch und damit parasitär. In wesentlichen Merkmalen sind sie auch offenbar wahnsinnig. Alle supranationalen Vorstöße zur „Globalisierung“, wie die von London gesteuerten supranationalen Stellen, die gegenwärtig noch Präsident Barack Obama als ihre amerikanische Marionette benutzen, sind zu einem Zeitpunkt irgendwann in den kommenden Wochen und Monaten zu einem selbstverursachten Zusammenbruch verurteilt - wenn nicht Präsident Obama dem elenden Pack um Larry Summers und die Verhaltenspsychologen, die das wirtschaftspolitische Mißmanagement des Präsidenten derzeit steuern, den Laufpaß gibt. Dieser nahe Untergang wird bald den gesamten Planeten erfassen, wenn nicht rechtzeitig eine radikal erscheinende Änderung in grundlegenden politischen Fragen vollzogen wird.

Aus den vorgenannten Gründen muß man feststellen, daß die periodischen Zusammenbrüche ganzer Gesellschaftssysteme in der Geschichte, die immer wieder Zeitspannen von der Entstehung bis zum Untergang jedes dieser Systeme kennzeichneten, auf den zutiefst parasitären Charakter aller monetaristischen Systeme zurückgehen.

In der bisherigen Geschichte sind die imperialen Parasiten nacheinander gestorben, wurden aber gewöhnlich gleich wieder durch neue abgelöst, so wie ein neuer Herr dem alten Herrn folgt, und das Verhalten des neuen Herrn folgte dem gleichen oligarchischen Prinzip, das zum Abgang des Vorgängers geführt hatte. So hat leider in der gesamten bekannten europäischen Geschichte, wie auch bei den asiatischen Reichen zuvor, das Verschwinden eines Parasiten gewöhnlich dessen mehr oder weniger schnelle Ablösung durch einen anderen Blutsauger nach sich gezogen. Jedes dieser törichten Systeme ist zu seiner Zeit an Hungersnöten und ähnlichen Ursachen zugrundegegangen. Jedesmal wurde der Untergang durch die Folgen der akkumulierten Ausbeutung der jeweiligen Opfer ausgelöst, so wie auch derzeit ein Kollaps der Realwirtschaften der USA und ganz Europas stattfindet.

Während der gesamten Geschichte der imperialistischen Systeme, die ich hier meine, war der Grundcharakter dieser Reiche immer monetaristisch. Im Fall des europäischen Imperialismus gründete sich das Reich auf seine Stärke als strategische Seemacht, sowohl im Handel als auch bei der Verwaltung des Geldes internationaler Organisationen, die sich lokale Regierungen als Kolonien hielten. Der Peloponnesische Krieg ist hierfür ein hervorragendes Beispiel, genauso wie Tyros vor der Zeit Alexanders des Großen und Karthago vor Ende des Zweiten Punischen Kriegs.

Dies ging weiter, als die aufstrebende Geldmacht Venedig die bis dahin dominante Stellung von Byzanz übernahm, dessen Abstieg als imperiale Macht etwa 1000-1066 unübersehbar wurde, und die venezianische Finanzoligarchie in Westeuropa zur Macht aufstieg, indem sie sich den Machtrückgang von Byzanz im Westen und im Nahen Osten zunutze machte. Seither stützen sich sämtliche Spielarten des monetaristischen Imperialismus in Europa auf den Kern dieser alten venezianischen Geldmacht, der bis heute weiterbesteht. Der Niedergang von Byzanz und der Machtaufstieg Venedigs führte von der mittelalterlichen Tyrannei des feudalen Hauses Anjou in den Machtantritt der Habsburger in Sizilien und Spanien. Die Schwächung der Habsburger im Zuge der Religionskriege von 1492-1648 wiederum führte zur jetzigen imperialen Periode mit der Verlagerung der venezianischen Finanzoligarchie auf die spezifisch anglo-holländische liberale Variante in Nordeuropa, die sich inzwischen über die ganze Welt ausgebreitet hat.

Das Britische Empire, das einzige Weltreich heute, stützt sich nicht auf die Macht einer souveränen Nation, sondern auf das einem Schleimpilz ähnelnde monetaristische System eines Finanzimperialismus. Die Eigenschaften dieses Systems an sich sind der Grund für die nun unmittelbar drohende Zerstörung der Weltzivilisation. In Anlehnung an Marcus Cato müssen wir heute ausrufen: „Carthago delenda est!5

Der anhaltende Abstieg der Macht des Habsburgerreiches während und nach der Zeit der Religionskriege 1492-1648 in Europa war entscheidend für den Charakter seines Nachfolgers, des erstarkenden anglo-holländischen Imperialismus, der von den venezianischen Finanzkreisen aus Paolo Sarpis Umkreis hervorgebracht wurde. Dieser Liberalismus Sarpis ist der heutige Ausdruck der venezianischen Hand, die für den Sensenmann, der jetzt auf dem Rücken der Finanzraubtiere Londons und der Wall Street reitet, die Zügel hält. Insofern sind die politische Klasse Englands und ein Großteil der politischen Klasse Amerikas heute kaum mehr als die unglückseligen Laufburschen eines Weltreichs um Großbritannien, dessen heute weltbeherrschende, teuflische Seele ihr Ahnhaus nicht so sehr in den Kanälen Venedigs hat, sondern, dem modernen venezianischen Stil entsprechend, in der Kloake monetaristischer Psychen.

Die Wurzeln des Amerikanischen Systems

Den am besten durchdachten Schutz einer souveränen Nation vor derartigen internationalen Piraten venezianischer Art findet man bisher im Unabhängigkeitskampf unserer Vereinigten Staaten. Aus diesem Grund richtet sich der Haß des Britischen Empires in seiner heutigen Variante der venezianischen, monetaristischen Raubtiertradition ganz besonders gegen diese Unabhängigkeitsbewegung in den englischen Kolonien Nordamerikas, die zuerst in Massachusetts entstand, bis die Briten sie dort 1688-89 unterdrückten, die aber unter den Nachfolgern der Winthrops und Mathers aus Massachusetts, den Leibniz-Anhängern um Benjamin Franklin, wie Phönix aus der Asche neu erstand.6

Franklin war nicht nur ein Anhänger und Nachfolger der großen intellektuellen Führer von Massachusetts und Pennsylvania, wie Cotton Mather und den Kreisen um James Logan in Pennsylvania,7 sondern bereicherte deren geistiges Erbe mit der Hilfe großer Europäer. Darunter war auch Deutschlands großer Mathematiker des 18. Jahrhunderts, Abraham Kästner, der die beiden befreundeten Begründer der europäischen Renaissance des 18. Jahrhunderts, die großen neuzeitlichen Platoniker Gotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn, und deren Anhänger anleitete.

Das Vermächtnis dieser Klassikbewegung vor 1789, in der die Kreise um Kästner, Lessing und Moses Mendelssohn die Hauptrolle spielten, lieferte den europäischen Kern der Inspiration und Unterstützung für die Gründung und Bewahrung der amerikanischen Bundesrepublik. Das Werk von Gottfried Wilhelm Leibniz diente über Kanäle wie Prof. Abraham Kästner, der einmal Benjamin Franklin bei sich in Göttingen zu Gast hatte, als wissenschaftliche Grundlage der Verfassung der USA mit dem Amerikanischen System der politischen Ökonomie, das sich explizit gegen Locke und gegen die britischen Imperialisten richtete.

Aus diesem Erbe der Gründer unserer Republik, darunter Leute wie Alexander Hamilton, die Leibniz gründlich studiert hatten, ging die Errungenschaft des anti-monetaristischen Amerikanischen Systems der politischen Ökonomie hervor, das zum Kern des Entwurfs einer amerikanischen Verfassung wurde.

Hamilton speziell stand vor der Schwierigkeit, daß in den USA die Banken der einzelnen früheren Kolonien durch die im Freiheitskampf gegen den britischen Tyrannen aufgehäuften Schulden praktisch bankrott waren. Dies führte zur Formulierung der amerikanischen Bundesverfassung: Nur ein „vollkommener Bund“ in einer einzigen Republik, wie dies in der Präambel der Bundesverfassung als höchstes Verfassungsrecht definiert ist, konnte mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen das bewahren, was die junge amerikanische Nation im Krieg gegen den brutal-liberalen Unterdrücker errungen hatte.8

Unsere antiamerikanischen Gegner

Es gibt natürlich heute bei einigen Europäern entgegengesetzte, aber falsche Ansichten darüber; diese Ansichten sind jedoch im wesentlichen entweder Ausdruck mangelnder Kenntnis der wirtschaftlichen und historisch-kulturellen Wirklichkeit der weltweit ausgebreiteten neuzeitlichen europäischen Zivilisation, oder es ist ein bewußter Schwindel korrumpierter Personen, wie bei Jonathan Tennenbaum und seinen gegenwärtigen Verbündeten, die direkt oder indirekt zu dem Betrug an den prominenten russischen und anderen Teilnehmern in Modena beigetragen haben.

Man muß aus strategischen Gründen hier und heute die Funktion dieses Treffens in Modena betonen, weil es dazu beigetragen hat, die russischen Vertreter vorübergehend dazu zu verleiten, den Modena-Plan zu unterstützen. Dieser Schwindel hat die Weltsicht der Russen in dem Maße verwirrt, daß er die amerikanisch-russischen Beziehungen seither beträchtlich beeinträchtigt hat, und diese Beziehungen sind heute nicht nur für Rußland und die Vereinigten Staaten, sondern für die ganze Welt von entscheidender Bedeutung. Es war großenteils die Schuld Tennenbaums, eines abtrünnigen früheren wissenschaftlichen Mitarbeiters von mir, daß die russische Delegation und andere in Modena so in die Irre geleitet wurden.

Dieser Schwindel hat somit eine ganz eigene Geschichte, die noch nicht zuende ist.

Der Betrug des Harry Truman

Bei den eigentlichen Beratungen der berühmten Bretton-Woods-Konferenz 1944 hatte US-Präsident Franklin Roosevelt durch sein Eingreifen verhindert, daß die faschismusfreundlichen Pläne des Briten John Maynard Keynes aus dem Jahr 1937 in die Vereinbarungen von 1944 aufgenommen wurden. Doch am Tag nach Franklin Roosevelts Tod, am 13. April 1945, verwarf der neue US-Präsident Harry S Truman die strategisch wichtigsten Elemente sämtlicher Nachkriegspläne Roosevelts, einschließlich der Bretton-Woods-Politik, und übernahm statt dessen sowohl Keynes’ monetaristischen Schwindel als auch die verwandten kolonialen und ähnlichen imperialen Pläne des britischen Premiers Winston Churchill und anderer. Der sogenannte „Kalte Krieg“, der auf Churchills persönliche Initiative kurz nach dem Krieg gegen Hitler und Japan der Jahre 1939-45 eingeläutet wurde, war voll und ganz eine Machenschaft der ehemals faschistischen Kreise des Britischen Empire und seiner Helfer von der Wall Street - oft frühere Hitler-Freunde, wie etwa die Kreise von Averell Harrimans Laufburschen Prescott Bush, die in der Regierung Truman von 1945-53 das Sagen hatten.

In diesem Sinne hatten die ehemals faschistischen, Roosevelt-feindlichen Kräfte, die damals mit Averell Harriman und den Interessen des Bankhauses J.P. Morgan - und heute den diebischen Kreisen von Goldman Sachs - verbunden waren, die alten, faschistischen Methoden der britischen Liberalen wieder aufgenommen, so wie sie dies in ähnlicher Weise nach dem 25. Juli 2007 bis heute getan haben.

Kompetente Historiker dürfte dieses praktisch landesverräterische Handeln Trumans nicht überraschen; schließlich war Trumans Nominierung als Vizepräsident Roosevelt von rechten Kreisen im und um den US-Kongreß beim Wahlkonvent der Demokraten 1944 aufgezwungen worden. Es war allgemein bekannt, daß Truman mit den Wall-Street-Interessen eng verbunden war. Zu diesen gehörte jener Prescott Bush in den Diensten Averell Harrimans vom Bankhaus Brown Brothers Harriman, der in Absprache mit dem Chef der Bank von England, Montagu Norman, dazu beigetragen hatte, Adolf Hitler in Deutschland an die Macht zu bringen, oder andere „rechte“ Neigungen gezeigt hatte. Erst nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor änderte die Wall-Street-Bande, die in den zwanziger und dreißiger Jahren Mussolini ebenso wie Hitler unterstützt hatte, widerstrebend und nur vorübergehend ihr Verhalten, bis Präsident Roosevelts Tod ihnen den Weg frei machte, auf die hochverräterische Art und Weise zu handeln, wie dies schon alle ihre Vorgänger wie der Agent des britischen Außenamts Aaron Burr getan hatten.9

Wenn man diese erwiesenen Tatsachen näher betrachtet, muß man berücksichtigen, welche Folgen der radikale Wechsel der amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik, den Trumans Handeln am 13. April 1945 bewirkte, für die heutige Zeit hat. Der erwähnte Schwindel auf dem Treffen im italienischen Modena ist unter den gegenwärtigen internationalen Umständen ein relevanter Bezugspunkt.10

Zu den konkreten Vorwürfen kriminellen Handelns, wofür die arme Seele des verstorbenen Harry Truman wahrscheinlich verurteilt wird, gehört nicht nur, daß er in seinem Haß auf Präsident Franklin Roosevelt mit seiner Förderung der Sache des anglo-holländischen Finanzimperialismus eine massenmörderische Politik unterstützte, die bis in die heutige Zeit ständig neuen Krieg und Völkermord verursacht hat. Truman trug auch wesentlich dazu bei, das imperialistische monetaristische System durchzusetzen, das Keynes in seiner Allgemeinen Theorie 1937 im Dritten Reich propagiert hatte, indem er Keynes’ Rooseveltfeindlichen, antiamerikanischen Bretton-Woods-Plan unterstützte.

Die Folgen von Trumans verräterischem Handeln sind seitdem in drei aufeinander folgenden, allgemeinen Phasen eingetreten. Ich erläutere:

Zuerst betrachte man Trumans persönliches Handeln als Präsident. Sein Vorgehen hatte im wesentlichen drei Aspekte, wie sogleich beschrieben wird, und diente als Grundlage für ein ebenso abstoßendes Vorgehen hochrangiger Regierungsleute und Interessen später.

Als erstes moralisches Verbrechen, das er als Präsident in Verbindung und unter der Leitung Winston Churchills beging, verwarf Truman Präsident Franklin Roosevelts anti-Keynesianischen Entwurf für eine antikolonialistische Nachkriegsordnung realwirtschaftlicher Entwicklung der ganzen Welt, bei dem Roosevelt besonderen Wert darauf gelegt hatte, koloniale und andere Formen imperialistischer Unterdrückung gänzlich auszurotten. Truman gab Roosevelts Absichten völlig auf, wodurch die US-Wirtschaft zum Abstieg in die schwere Rezession von 1948 verurteilt war.

Trumans zweites Vergehen mit ähnlichen Folgen war, die von Roosevelt entworfenen wirtschaftlichen Zukunftsaussichten zunichte zu machen. Roosevelt wollte die Wirtschaftskraft der im Kriege aufgebauten großen Kriegsmaschinerie im Frieden weiter nutzen, indem er sie auf den realwirtschaftlichen Aufbau der Nationen der Welt und ganz besonders der Opfer britischer und vergleichbarer kolonialer und semikolonialer Knechtschaft umstellte. Truman indes stellte das Gewicht der Vereinigten Staaten hinter den britischen Imperialismus und unterstützte voll und ganz seinen Kumpan Churchill bei der Wiederherstellung insbesondere der britischen, holländischen und französischen Kolonialreiche bzw. im Falle Indiens der Teilung des Landes und seiner Unterdrückung durch aufgezwungene äußere Bedingungen. Diese Wende in der amerikanischen Politik war die unmittelbare Ursache der ernsten Wirtschaftsrezession in den USA 1946-48 unter Trumans Präsidentschaft.

Der dritte Schritt Trumans war seine Komplizenschaft mit Churchill bei ihrer gemeinsamen Unterstützung des sogenannten „Pazifisten“ Bertrand Russell in dem Plan für einen „präventiven Atomkrieg“ gegen eine Sowjetunion, die zu dem Zeitpunkt keine feindseligen Absichten gegen die Vereinigten Staaten hegte. Diese britische imperialistische Politik genoß die volle Rückendeckung der faschistischen Sympathisanten im Umfeld der Wall Street, die in den zwanziger Jahren in den USA das Sagen gehabt hatten und selbst im Krieg gegen Hitler noch als mächtiges faschistisches Interesse hinter Präsident Roosevelts Rücken gelauert hatten.

Die zweite allgemeine Phase des Niedergangs der USA in der Ära seit Truman begann 1964, mehr als ein Jahrzehnt, nachdem das amerikanische Establishment Truman angewidert fallengelassen hatte. Nach einigen positiven Initiativen von Präsident Dwight Eisenhower zeigte sich die vorsätzliche langfristige Zerstörung der US-Wirtschaft u.a. in dem verheerenden langen Krieg der USA in Vietnam, der nach dem Mord an Präsident John F. Kennedy einsetzte.

Kennedy wollte Amerika unbedingt aus einem „Landkrieg in Asien“ heraushalten, worin ihn zwei Fünf-Sterne-Generale unterstützten. Der Krieg, der nur eingefädelt werden konnte, weil Präsident Kennedy ermordet wurde und weil Präsident Johnson fürchtete, das nächste Opfer der internationalen Kreise um London hinter Kennedys Tod zu werden, ließ die USA schnell in dem aussichtslosen „asiatischen Morast“ eines unnötigen und ungerechtfertigten Kriegs Indochina versinken und führte zu einem Niedergang der US-Wirtschaft durch die ökonomischen Nebenwirkungen dieses aberwitzigen Krieges.

Diese Phase der amerikanischen Nachkriegsentwicklung setzte sich dann in der Zeit von 1968 bis 1989 mit der zweiten Stufe des fortgesetzten Ruins der US-Wirtschaft von innen fort. Somit ging der Niedergang der Ära nach Kennedy weiter: erst unter Präsident Richard Nixon und dann durch die wahrlich kriminellen Maßnahmen zum Abbau unserer Wirtschaft und nationalen Sicherheit unter der Aufsicht der Trilateralen Kommission, vertreten durch Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski. Von diesen praktisch hochverräterischen Machenschaften hat sich unsere Volkswirtschaft bis auf den heutigen Tag nicht wieder richtig erholt.

Die dritte, noch andauernde Phase der US-Wirtschaft in der Ära nach Franklin Roosevelt begann mit der Kombination aus der großen „Rezession“ im Oktober 1987, die eigentlich schon eine Depression war, und den anschließenden, eigentlich kriminellen Methoden des neuen Federal-Reserve-Vorsitzenden Alan Greenspan, die uns in die gegenwärtig eskalierende, allgemeine weltweite Zusammenbruchskrise geführt haben.

In der letzten Phase der Herrschaft von Fed-Chef Greenspan über die wahnsinnige Verheerung unseres Bankensystems erlebten wir dann die qualitative Veränderung zu der gegenwärtigen neuen Phase, angefangen mit dem Ausbruch der sich nun beschleunigenden, weltweiten allgemeinen Zusammenbruchskrise der gesamten Weltwirtschaft ab Juli 2007.

Die gegenwärtige Krisenlage

Die unmittelbar verfügbaren Lösungsmöglichkeiten für die gegenwärtige Krisenlage definieren sich nach dem Prinzip des Konkursrechts, das als Alternative zum menschenverachtenden Schuldengefängnis eingeführt wurde. Hier kommen zwei Erwägungen ins Spiel. Wir müssen das Finanzsystem der Vereinigten Staaten in der Form sanieren, wie dies in unserer Bundesverfassung implizit vorgesehen ist. Wir müssen unsere Republik und auch die Welt allgemein vor dem planetaren neuen dunklen Zeitalter bewahren, das u.a. droht, weil der schmierige Nachfolger Robert Rubins als Finanzminister, Larry Summers, durch seine Vorreiterrolle bei der Abschaffung des Glass-Steagall-Gesetzes eine systematische Zerstörung des amerikanischen Bankenwesens vorbereitete.

Zur Zeit meiner internationalen Internetsendung am 25. Juli 2007 und in den unmittelbar darauffolgenden Wochen hätte man die binnenwirtschaftliche Krise der USA, die drei Tage nach der Sendung ausbrach, noch unter Kontrolle bringen können. Es waren hauptsächlich führende Kreise im Kongreß - beispielhaft dafür stehen Senator Christopher Dodd und der Abgeordnete Barney Frank -, die durch ihr Vorgehen verhinderten, daß die entsprechenden Abhilfemaßnahmen beschlossen wurden. Dieses ruinöse Vorgehen, das über den Kongreß und seine Vorsitzende Nancy Pelosi und über die Regierung George W. Bush organisiert wurde, gab den Anstoß für die nun drohende Zusammenbruchskrise nicht nur der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, sondern inzwischen des ganzen Planeten. Dafür müssen diese verantwortlichen Personen die ganze Last der Schande tragen.

Bis der amtierende Präsident Barack Obama seine unglückselige Pilgerfahrt zum Buckingham-Palast unternahm, um sich neben die bösartige kleine Queen und ihren genauso bösartigen Prinzgemahl zu stellen, bestand die Hoffnung, daß die Verrücktheiten und die offene Kriminalität des abgedankten George W. Bush unter einem „Präsidenten, der nicht Bush ist“ an ihr Ende kämen. Jetzt werden die Hoffnungen unserer Bürger zunichte gemacht, da die Lage bereits weit schlimmer ist als alles, was passiert war, als der verheerende, abstoßende Präsident Bush noch im Amt war.

Denn zur Zeit wird die Politik des neuen Präsidenten offen gesagt von faschistischen Ideen beherrscht - so die „neonazistischen“ Sozial- und Bevölkerungspolitik der Bande von „Verhaltensökonomen“ um Leute wie Peter Orszag. Seine Sozialpolitik im Gesundheitswesen und verwandten Bereichen ist jetzt schon ganz offen eine Kopie der Sozialpolitik - wie u.a. dem beschleunigten Tod von Alten und Kranken -, die das von der Bank von England eingesetzte Naziregime Adolf Hitlers im September 1939 in Deutschland in Kraft setzte.

Doch es gibt auch jetzt noch Abhilfe gegen diese moralisch furchtbaren Verbrechen, für die Summers und Orszag in der amerikanischen Innenpolitik beispielhaft stehen. Diese Abhilfe wird es für uns jedoch nur geben, wenn Larry Summers und seine „Behavioristen“-Kumpane sehr schnell von entsprechenden politischen „Müllmännern“ abgeholt werden, indem man sie, bildlich gesprochen, zur Erbauung der Öffentlichkeit vor dem Präsidentengebäude auf die Straße stellt. Das vorausgesetzt, gibt es immer noch durchaus wohldefinierte Lösungen sowohl für unsere Republik als auch für die Welt. Diese speziellen Lösungen sind hier unser Thema.

Fortsetzung folgt


Anmerkungen

1. Production of Commodities by Means of Commodities: Prelude to a Critique of Economic Theory, Cambridge University Press, 1975.

2. Die Bande von Betrügern, die Isaac Newton ein Plagiat von Keplers Formel besorgte, fügte für ein wichtiges Glied in dieser von Kepler stammenden Formel einen genauen Wert hinzu, aber diese Newton zugesprochene Formel war an sich ein Schwindel. Newton hat in Wirklichkeit gar nichts entdeckt. Die beiden Keplerschen Entdeckungen in der Astrophysik hatten ihre spezielle Anregung in Gottfried Wilhelm Leibniz’ eigner Entdeckung des Infinitesimalkalküls (spätestens 1676 in Paris).

3. Siehe Adam Smith, Theorie der moralischen Empfindungen.

4. Die spezifisch europäische oligarchische Tradition von heute geht ursprünglich auf die Interessen des antiken Delphi zurück, die den Peloponnesischen Krieg anzettelten und unmittelbare Gegner Platons waren, der die Macht des delphischen Kults brechen wollte. Sie organisierten nicht nur den Peloponnesischen Krieg, sondern bildeten allgemein die Wurzel der Katastrophe, die Griechenland ereilte, nachdem Platons Fraktion durch die makedonischen Interessen, die später auch den Mordanschlag auf Alexander den Großen verübten, kaltgestellt worden war. Indem er das Zentrum des Bösen in der alten Seemacht Tyros zerstörte, schädigte Alexander jedoch das gesamte oligarchische System bis in die Zeit nach dem Zweiten Punischen Krieg. Das eigentliche Römische Reich entstand durch einen Pakt, der auf der Insel Capri zwischen den Priestern des Mithrakults und dem späteren Kaiser Augustus geschlossen wurde. Capri blieb danach für die römischen Kaiser ein geheiligter Ort, bis um 500 n.Chr. die Insel und damit zusammenhängende Gebiete an Mönchsorden übergeben wurden. Der Tod Ciceros und der großen platonischen Gelehrten Eratosthenes aus Ägypten und Archimedes von Syrakus sind Marksteine des historischen Zeitabschnitts des Aufstiegs der imperialen Herrschaft Roms und des damit einhergehenden kulturellen Abstiegs des Mittelmeerraums über viele Jahrhunderte.

5. „Karthago muß zerstört werden!“

6. Siehe H. Graham Lowry, How The Nation Was Won, EIR, Washington 1987.

7. Ebenda.

8. Die entsprechenden amerikanischen Apologeten eines von London diktierten Verrats leugneten gewöhnlich besonders hysterisch, daß die Präambel der US-Bundesverfassung das eigentliche Grundgesetz ist. Ähnlich bestehen diese Verräter entgegen aller Vernunft darauf, daß die US-Verfassung ein Produkt des bösartigen Sklavereibefürworters John Locke sei.

9. Prescott Bush war damals in führender Stellung bei der Wallstreet-Firma Brown Brothers Harriman, einer Erweiterung der Londoner Firma des wichtigsten Wegbereiters von Hitlers Machtübernahme in Deutschland - jenes Montagu Norman, der seinen Helfershelfer Hjalmar Schacht über die Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) als entscheidenden Förderer des Hitler-Regimes einsetzte. Prescott Bush transferierte in dieser Funktion von Brown Brothers Harriman verwaltete Gelder, um Hitlers Partei vor dem Ruin zu bewahren - gerade noch rechtzeitig, um Hitler in Deutschland an die Macht zu bringen. Die spätere Geschichte zeigte, daß sowohl der Sohn als auch der Enkel von Prescott Bush als Präsidenten der USA voll und ganz diesen Zweig der Tradition des Britischen Empire und der Wall Street vertraten.

10. Tennenbaum ist deshalb noch kein Faschist; soweit ich weiß, ließ er sich nur unter dem Einfluß seiner Frau zu seinem Verhalten hinreißen.

Lesen Sie hierzu bitte auch:
Das Prinzip des menschlichen Geistes - Teil 3
- Neue Solidarität Nr. 21/2009
Das Prinzip des menschlichen Geistes - Teil 2
- Neue Solidarität Nr. 20/2009
Das Prinzip des menschlichen Geistes - Teil 1
- Neue Solidarität Nr. 19/2009
Schriften von Lyndon H. LaRouche 1981-2006
- Internetseite des Schiller-Instituts
Was Lyndon LaRouche wirklich sagt
- Internetseite der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)
Internetseite des LaRouche-Aktionskomitees
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