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Neue Solidarität
Nr. 3, 20. Januar 2016

Aus Wissenschaft und Technik

Afrikanische Union plant Weltraumprogramm für ganz Afrika

Bei ihrem Gipfeltreffen Ende Januar in Addis Abeba wollen die Vertreter der Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union (AU) erstmals eine gemeinsame „Afrikanische Weltraumstrategie“ (African Space Policy) für den gesamten Kontinent ratifizieren. Das Programm wurde seit 2010 ausgearbeitet und im Oktober von den Forschungs- und Bildungsministern der AU abgesegnet. Es ist eine bedeutende Herausforderung angesichts der ganz unterschiedlichen Kapazitäten der Mitgliedstaaten, und die Einzelheiten der Umsetzung des Programms sind noch nicht geklärt.

Das 14seitige Dokument ist Teil des langfristigen Plans der AU „Agenda 2063“. Als Grundlage für die Umsetzung der Agenda 2063 werden „Eigenständigkeit, regionale Integration, Industrialisierung und intensivierte Partnerschaften“ angeführt. Motoren der Umsetzung seien einerseits „Förderung von Forschung, Technik und Innovation“, andererseits „Investitionen in die Entwicklung des Humankapitals“, also in die Bildung. Das Hauptziel ist „die Verbesserung der Lebensqualität und die Schaffung von Wohlstand für alle Bürger“ der AU.

In der Weltraumstrategie heißt es, Investitionen in die Raumfahrt seien ein Beitrag „zur Schaffung von Arbeitsplätzen, zur Reduzierung der Armut, zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und zur ländlichen Entwicklung“. Sie beschreibt den Nutzen der Weltraumtechnologien in einem breiten Spektrum von Einsatzgebieten wie Landwirtschaft, Katastrophenschutz, Bildung, Gesundheitswesen, Telekommunikation etc. Raumforschung und Astronomie seien „wesentlich für die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents“.

Das Programm soll längerfristig einen Rahmen für die Raumfahrtplanung schaffen, dazu sollen ein kontinentales und mehrere regionale Zentren zur Umsetzung konkreter Programme eingerichtet werden.

Zur Finanzierung heißt es in dem Dokument: „Die Finanzierungsmethoden der Weltraumaktivitäten müssen die Unabhängigkeit der afrikanischen Raumfahrt erhalten und damit die Ausrichtung der Weltraumaktivitäten auf den Bedarf der Nutzer sicherstellen. Daher wird finanzielle Unterstützung afrikanischer Regierungen die wichtigste Finanzierungsquelle für die Weltraumaktivitäten sein.“ In mehreren Presseberichten über das Programm wird darauf hingewiesen, daß die typische (koloniale) westliche „Entwicklungshilfe“ der Nichtregierungsorganisationen (NGO) diesem Projekt kaum nützen wird, weil die notwendigen Investitionen groß und langfristig sind - und zu wichtig, um sie der Weltbank oder NGOs zu überlassen.

Südafrika wird dabei als das in der Raumfahrt fortgeschrittenste Land des Kontinents eine wesentliche Rolle einnehmen. Die südafrikanische Regierung war schon in der Vergangenheit maßgeblich an der wissenschaftlich-technischen Entwicklung auf dem Kontinent beteiligt. Über Südafrika können die übrigen Nationen der AU sich auch an Projekten beteiligen, die von den BRICS zum Nutzen ganz Afrikas betrieben werden.

* * *

Indien entwickelt eigene Radioisotopen-Energiesysteme

Indien hat beschlossen, radioaktives Material für eine zukünftige, nukleargetriebene Mondmission selbst zu erzeugen, statt es sich von Rußland liefern zu lassen. Die Systeme nutzen radioaktive Isotope, die bei ihrem Zerfall Wärme erzeugen, welche dann in elektrischen Strom für das Raumfahrzeug umgewandelt wird. Die Wärme kann auch dazu dienen, die Instrumente in kalten Temperaturen etwa auf dem Mond oder dem Mars auf Betriebstemperatur zu halten, wie es beim Mars-Rover Curiosity geschieht.

Die indische Raumfahrtbehörde ISRO hatte im September erwogen, bei ihrer nächsten Mondmission Chandrarayaan-2 einen Radioisotopen-Generator einzusetzen, jedoch festgestellt, daß es schwierig wäre, die dazu notwendigen Radioisotope zu besorgen. Eigentlich hatte man gedacht, daß Rußland das nukleare Material liefern würde.

Daher hieß es, Indien müsse bei der eigenen Entwicklung nuklearer Weltraumsysteme „ganz von vorne“ anfangen, was den Start der Chandrarayaan-2-Mission verzögert hätte. Deshalb kündigte ISRO am 5. Januar an, daß Chandrarayaan-2 keine nukleare Energiequelle verwenden werde, damit der für 2017 oder 2018 geplante Start nicht verschoben werden muß. Spätere Mondmissionen sollen dann mit den in Indien entwickelten Radioisotopensystemen ausgerüstet werden.

Es ist nicht das erstemal, daß Indien in der Raumfahrt etwas selbst entwickelt, was es ursprünglich aus Rußland erhalten sollte. Für Chandrarayaan-2 sollte Indien ein Orbitalfahrzeug und ein Landefahrzeug und Rußland einen Rover liefern, aber die Russen stellten 2010 die Entwicklungsarbeiten an dem Rover ein, woraufhin Indien beschloß, Chandrarayaan-2 ganz als eigene Mission durchzuführen.

Chandrarayaan-2 wird fünf wissenschaftliche Instrumente an Bord haben, „um das Verständnis des Ursprungs und der Evolution des Mondes weiter zu verbessern“, erläuterten die ISRO-Wissenschaftler. Unter anderem ist eine Vor-Ort-Analyse von Mondgesteinsproben durch das Landefahrzeug und den Rover vorgesehen.

* * *

China plant schwimmendes Kernkraftwerk

Die China Shipbuilding Industry Corp. hat die Genehmigung für den Bau des ersten schwimmenden Kernkraftwerks des Landes erhalten, wie China Radio International am 10. Januar meldete. Die Forschungsarbeiten für das Projekt hatten 2014 angefangen. Bisher ist Rußland das einzige Land der Welt, das ein schwimmendes Kernkraftwerk baut, es steht kurz vor der Fertigstellung.

CRI English zitiert den Militärexperten Shi Hong: „Eine Kernkraftwerks-Meeresplattform ist ein schwimmendes Kernkraftwerk, das auf einer mobilen Plattform auf dem Meer gebaut ist. Es kann sehr nützlich sein für die Erschließung von Rohstoffen im Meer und für das Leben auf kleinen Inseln. Es kann Energie zur Aufbereitung von Meerwasser und für die Stromerzeugung auf Inseln liefern. Solche Plattformen können die Lebensqualität auf kleinen Inseln enorm verbessern.“ Sie können auch Strom für die Ölexploration liefern, heißt es in dem Artikel.

Wie Shi erklärt, läßt sich die Technik auch militärisch anwenden: „Die Entwicklung solcher Kernkraft-Plattformen kann auch neue Möglichkeiten für Kriegsschiffe schaffen. Es gibt sehr hohe Maßstäbe für den Einsatz von Kernenergie bei Militärschiffen. Diese Plattformen können als ein erstes Testgelände dienen, um neue Ausrüstung und Technik für den militärischen Gebrauch zu entwickeln.“

Es wurden zwei verschiedene Entwürfe ausgearbeitet - einer für eine mobile Plattform auf dem Meer, die andere für ein absenkbares Kraftwerk, das auch unter Wasser arbeiten kann.