Produktive Kreditschöpfung 
  Neues Bretton Woods
  Glass-Steagall
  Physische Wirtschaft
  Kernenergie
  Eurasische Landbrücke
  Transrapid
  Inflation
  Terror - Cui bono?
  Südwestasienkrise
  11. September und danach
  Letzte Woche
  Aktuelle Ausgabe
  Ausgabe Nr. ...
  Heureka!
  Das Beste von Eulenspiegel
  Erziehungs-Reihe
  PC-Spiele & Gewalt 
  Diskussionsforum
  Wirtschaftsgrafiken
  Animierte Grafiken
* * * Internetforum mit Helga Zepp-LaRouche * * *
Neue Solidarität
Nr. 33, 17. August 2017

„The Nation“ veröffentlicht Artikel zum VIPS-Memorandum

Das US-Wochenmagazin The Nation, die seit 1865 durchgängig publizierte, älteste Zeitschrift der USA, die vor allem von Liberalen und Progressiven gelesen wird, brachte am 9. August einen ausgezeichneten, ausführlichen Bericht über die VIPS-Enthüllung, daß es gar kein „russisches Hacken“ des Demokratischen Nationalkomitees gab. Der Autor Patrick Lawrence führte dazu Interviews mit vier der beteiligten Repräsentanten der VIPS (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ – siehe dazu auch das Interview). Die Überschrift des Beitrags lautet: „Ein neuer Bericht wirft große Fragen zum Hacken des DNC im vergangenen Jahr auf“.

Lawrence warnt vor der systematisch geschürten Hysterie gegen Rußland, die auf Lügen basiert. Er schließt seinen Artikel mit der Forderung: „Die Ermittler verdienen eine Antwort, die betrogenen Experten, die 2003 als Reaktion auf den Skandal der angeblichen Massenvernichtungswaffen die VIPS gründeten, verdienen eine, und wir alle tun das ebenso. Selten war der Preis eines falschen Spiels so hoch.“

Wir zitieren einige Absätze aus der Einleitung seines ausführlichen Berichts.

Eine speziell amerikanische Form der Hysterie

„Es ist jetzt ein Jahr her, daß das E-Mail-System des Demokratischen Nationalkomitees angezapft wurde; ein Jahr, seit Vorkommnisse im Frühjahr und Frühsommer 2016 als Hackerangriffe identifiziert wurden und schon kurze Zeit später Russen zugeschrieben wurden, die zugunsten Donald Trumps arbeiteten. In dieser Zeit wurde ein großes Konstrukt geschaffen. Präsident Trump, Mitgliedern seiner Familie und zahlreichen Personen in seinem Umfeld werden verschiedene Verstöße und umfangreiche illegale Absprachen mit Russen vorgeworfen. Es läuft ein halbes Dutzend Untersuchungen dieser Vorgänge. Letzte Woche wurde bekannt, daß Sonderermittler Robert Mueller eine Anklagejury einberufen hat, die am 3. August ihre ersten Vorladungen verschickt hat. Es ist häufig von Verrat die Rede; prominente Politiker und viele Medien bereiten den Boden für ein Absetzungsverfahren.

Die Fähigkeit des Präsidenten, Außenpolitik zu betreiben – vor allem, aber nicht nur in Hinsicht auf Rußland –, ist jetzt stark beeinträchtigt. In die Ecke gedrängt und ohne Alternative, unterzeichnete Trump soeben ein Gesetz, das harte neue Sanktionen gegen Rußland und gegen europäische Unternehmen, die an einem für Rußlands Energiesektor lebenswichtigen Pipelineprojekt beteiligt sind, verhängt. Wenn man so nahe am Herzstück der Volkswirtschaft einer anderen Nation angreift, wird dies gewöhnlich als Kriegsakt aufgefaßt, das sollten wir nicht vergessen. Zur Vergeltung hat Moskau angekündigt, daß die Vereinigten Staaten den Stab ihrer Botschaft um etwa zwei Drittel reduzieren müssen. Alle Seiten sind sich einig, daß die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland heute so heikel sind wie in den schlimmsten Momenten des Kalten Krieges. Die Behauptung, daß ein militärischer Konflikt zwischen zwei Nuklearmächten immer näher rückt, läßt sich nicht mehr als Übertreibung abtun.

All dies wurde in Gang gesetzt, als der E-Mail-Server des DNC im Frühjahr 2016 angezapft und dann behauptet wurde, die Russen stünden hinter diesem ,Hacken’, und hinter einer weiteren vergleichbaren Aktion am 5. Juli, die ebenfalls als ,russisches Hacken’ bezeichnet wurde. Das sind die Grundsteine des gerade umrissenen Konstruktes. Die Entwicklung der öffentlichen Debatte in dem seither vergangenen Jahr ist eine wissenschaftliche Untersuchung wert: Aus Möglichkeiten wurden Behauptungen und aus diesen wurden Wahrscheinlichkeiten. Dann wurden aus den Wahrscheinlichkeiten Gewißheiten, und diese werden inzwischen als erwiesene Wahrheiten behandelt. Nach meinen Beobachtungen dauerte es einige Tage bis wenige Wochen, um jeweils von einer dieser Stufen zur nächsten zu gelangen. Erreicht wurde dies durch nicht zu rechtfertigende, korrupte Sprachverdrehungen, die unsere führenden Medien ständig wiederholten...

Im Laufe eines Jahres, das oft in eine speziell amerikanische Form der Hysterie zu versinken schien, ging völlig verloren, daß es keinerlei glaubwürdige Beweise dafür gibt, was im vergangenen Jahr wirklich geschah und wer dafür verantwortlich war. Das zu erwähnen, ist lästig, aber es wurden niemals welche vorgelegt. Statt dessen drängt man uns, dem Wort von Institutionen und hohen Beamten mit einer langen Vorgeschichte von Lug und Betrug zu vertrauen. Diese Beamten versichern ihr ,größtes Vertrauen’ in ihre ,Bewertung’ [engl. assessment] dessen, was im Frühjahr und Sommer des letzten Jahres geschehen ist – dies sei ihr fachkundiges Urteil. Aber seit diese vagen Begriffe erstmals verwendet wurden, ist nur wenigen aufgefallen, daß eine Einschätzung bloß eine Meinung ist, nicht mehr, und daß die Versicherung größten Vertrauens eine auf den Kopf gestellte Art ist, das Fehlen gesicherter Erkenntnisse zuzugeben. Damit vermeiden es Beamte, für die Behauptungen, die wir so dringend akzeptieren sollen, mit ihrem Namen geradezustehen...“

Zwei gesicherte Resultate

„Es gab schon lange Bemühungen, die offizielle Darstellung dessen, was wir heute ,Russiagate’ nennen, zu widerlegen. Diese Bemühungen konzentrieren sich bisher auf die entscheidenden Vorgänge, die wir oben angeführt haben – viele weitere müssen noch geklärt werden. Bis vor kurzem standen die Aufklärer, die diese Arbeit unternahmen, vor wesentlichen Schwierigkeiten, die näher erläutert werden müssen. Aber sie haben in den letzten Wochen beträchtliche neue Fortschritte gemacht, und was sie getan haben, trägt Früchte und ist folgenreich. Kriminaltechnische Ermittler, Geheimdienstanalysten, Systementwickler, Softwarearchitekten und Computerwissenschaftler mit langjährigen Erfahrungen und hoher Qualifikation legen nun Beweise vor, die die offizielle Version der Schlüsselereignisse des vergangenen Jahres widerlegen. Ihre Arbeit ist kompliziert und wird weiter energisch vorangetrieben, während wir dies schreiben. Aber sie brachte, einfach gesagt, schon zwei gesicherte Resultate, die äußerst folgenreich sind:


(Den vollständigen Aufsatz von Patrick Lawrence finden Sie auf der Internetseite von The Nation unter: https://www.thenation.com/article/a-new-report-raises-big-questions-about-last-years-dnc-hack/)