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Neue Solidarität
Nr. 25-26, 18. Juni 2026

„Welche Art von Frieden wollen wir?“

Bericht vom 158. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Unter dem Motto „Welche Art von Frieden wollen wir?“ veranstaltete die Internationale Friedenskoalition (IPC) am 12. Juni ihre 158. wöchentliche Onlinesitzung. Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin der IPC und des Schiller-Instituts, eröffnete die Veranstaltung mit der provokanten Feststellung, unser Handeln heute werde darüber entscheiden, ob sich die Welt in eine gute oder schlechte Richtung entwickle. US-Präsident Trump habe unzählige Male ein „kurz bevorstehendes“ Friedensabkommen angekündigt, doch der Abschuß eines US-Hubschraubers habe neue Kämpfe ausgelöst. Trumps Vorstellung, die USA würden die vollständige Kontrolle über Irans Öl- und Gasvorkommen übernehmen, sei lächerlich.

In Europa trieben viele Regierungen die Aufrüstung voran, doch der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, US-General Alexus Grynkewich, habe erklärt, daß Rußland keinen Konflikt will. Andere Militärführer warnten, daß Europa „in den Krieg schlafwandelt“, während die NATO versuche, sich von 27 auf 40 Mitgliedsstaaten auszuweiten. Zepp-LaRouche warnte, in Deutschland sei das Militär immer mehr mit Rekrutierungskampagnen und ähnlichem präsent.

Dagegen sei Papst Leo XIV. eine wichtige Stimme für den Frieden, ähnlich wie Chinas Präsident Xi Jinping. Der Papst habe kürzlich Spanien besucht, vor dem Parlament und vor 600.000 jungen Menschen gesprochen und eine christliche Antwort auf die Migrationskrise auf den Kanarischen Inseln gefordert. Alle sollten Leos neue Enzyklika Magnifica humanitas: Über die Bewahrung des Menschen in Zeiten der künstlichen Intelligenz lesen.1 Der Papst kritisiere Milliardäre, deren einziges Ziel es sei, Billionäre zu werden, und Leute, die ihre „Türme zu Babel“ errichten wollen. Er lehne den Klassenkampf ab, sondern fördere das chinesische Konzept „Li“, die Harmonie in der Welt. Die Enzyklika fördere eine eher klassische Vorstellung von „Wahrheit und Schönheit“ und stelle fest: „Der neue Name für Frieden ist Entwicklung.“

Am 3. Juli werde Leo in Philadelphia eine Videobotschaft zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA übermitteln und die Amerikaner auffordern, sich mehr mit der wahren Geschichte und Mission ihres Landes auseinanderzusetzen. Dagegen sei der geplante „Käfigkampf“ im Weißen Haus das denkbar schlechteste Niveau zur Feier der Unabhängigkeit. Die unabhängige Präsidentschaftskampagne von Diane Sare werde sich bei einer Veranstaltung am 5. Juli in Philadelphia mit all dem befassen.

Die Behauptung, die USA seien nur ein Land der Greueltaten, sei eine von den Briten durchgesetzte Geschichtsfälschung. Die USA seien gegründet worden, um die Herrschaft der „Blaublüter und Monarchien“ zu beenden und das Gemeinwohl zu fördern, wo „alle Menschen gleich geschaffen sind“, mit einer Verpflichtung zu „Leben, Freiheit und dem Streben nach Glückseligkeit“. Die Briten hätten immer versucht, dies zu untergraben, indem sie den US-Bürgerkrieg schürten und Amerika in das gegenwärtige Chaos stürzten. Dagegen müßten wir die wahre amerikanische Tradition wiederbeleben.

Der nächste Redner war Oberst a.D. Alain Corvez aus Frankreich, der sagte, die USA und Israel verhielten sich wie Schurkenstaaten, die der Welt ihren Willen aufzwingen wollen, doch ein Großteil der Welt sei dagegen. Der Iran widersetze sich aktiv und werde von vielen Ländern unterstützt, darunter mächtige Staaten wie China und Rußland. Präsident Trumps innenpolitische Unterstützung sei im „freien Fall“, er gehe auf Schwierigkeiten bei der Kongreßwahl zu und sehe sich an mehreren Fronten blockiert. Die USA müßten erkennen, daß sie nicht der „Weltpolizist“ sind. Corvez warnte, Israel könnte versuchen, jede Friedensvereinbarung zu sabotieren.

Die Europäer sollten wieder russische Ressourcen akzeptieren und Frieden anstreben. Rußland sei ein riesiges Land, das kein neues Territorium braucht. Merz, Starmer, Macron und andere hätten versagt und seien von ihrer eigenen Bevölkerung abgekoppelt. Die EU arbeite gegen die Interessen Europas und habe den Großteil ihrer Unterstützung verloren. Wegen ihrer Mißerfolge suchten diese Regierungen die Konfrontation mit Rußland als einzigen Weg, um an der Macht zu bleiben. Rußland könnte der Ukraine leicht vernichtende Schläge versetzen, halte sich jedoch zurück.

Anschließend berichtete María Josefa Rodríguez Hernández vom Schiller-Institut aus Spanien über ihre Aktivitäten während des Papstbesuchs. Ihre dynamische kleine Gruppe hielt ein Banner für den Dialog der Zivilisationen hoch und verteilte ein Flugblatt von Zepp-LaRouche. Der Papst habe Spanien an seine Leistung zur Vereinigung verschiedener Bevölkerungsgruppen durch die Übersetzerschule in Toledo unter Alfons dem Weisen im späten 13. Jahrhundert erinnert. Vor 600.000 Jugendlichen habe er zu einer neuen Menschlichkeit der Nächstenliebe aufgerufen. Spanien forderte mit seiner kompromißlosen Haltung u.a. zum Völkermord in Gaza die bestehende Weltordnung heraus. In einer Ansprache an den Globalen Norden und Globalen Süden habe der Papst gefordert, in „unser gemeinsames Zuhause“ zu investieren – durch Bildung, Forschung und die Zivilgesellschaft. Er sprach von der Bedeutung Afrikas und unserer Verantwortung, die Armut zu bekämpfen. Zepp-LaRouche kommentierte, das Engagement des Papstes sei von größter Bedeutung für die Welt und unerläßlich für den Frieden. Corvez pflichtete bei und fügte hinzu, wir müßten die Bedürfnisse und Sorgen der anderen berücksichtigen.

Pater Harry Bury, Gründer der Friedensgruppe Twin Cities Nonviolent, sagte, die Ereignisse auf der Welt brächen ihm das Herz, gäben ihm aber auch Hoffnung. Die neue Enzyklika erinnere ihn an die Bedeutung jedes einzelnen Menschen und daran, daß man den Beitrag jedes einzelnen zur Gesellschaft würdigen müsse. Manchmal würden Menschen als „böse“ abgestempelt, um Gewalt zu rechtfertigen, doch es gebe keine bösen Menschen auf der Welt, sondern nur Menschen, die Bildung bräuchten. Die Geschichte lehre uns, daß Gewalt nicht zum Frieden führt. Pater Bury segnete den Papst und Lyndon und Helga LaRouche.

Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“, zeigte ein kurzes Video und sprach ebenfalls über die Bedeutung der Enzyklika mit ihrem Aufruf zur Vergebung. Er lobte auch die Enzyklika von Papst Johannes XXIII. aus dem Jahr 1963, Pacem in Terris.2 US-Präsident Kennedy und der sowjetische Staatschef Chruschtschow hätten sie zur Förderung des Friedens aufgegriffen. Kennedy habe die Enzyklika als Grundlage für seine berühmte Friedensrede an der American University im Juni 1963 verwendet, und Chruschtschow veröffentlichte Kennedys Rede dann in der Prawda und Iswestija. Der Papst habe diese Enzyklika in der äußerst gefährlichen Zeit 1963 verfaßt, heute befänden wir uns wieder in immer gefährlicheren Zeiten.

Die unabhängige Präsidentschaftskandidatin Diane Sare dankte Zepp-LaRouche für ihre Ausführungen zur wahren Geschichte der USA und ihre Rolle in der Welt. Sie wies die falsche Vorstellung zurück, die USA seien nur gegründet worden, um reichen weißen Sklavenhaltern Macht zu verschaffen. Die Gründerväter hätten klar festgestellt, daß „alle Menschen gleich geschaffen sind“.

Die jüngsten Wahlen hätten gezeigt, daß die zionistische Lobby AIPAC an Einfluß verliert. Der kritische republikanische Abgeordnete Thomas Massie sei zwar besiegt worden, aber viele andere ließen sich nicht aufhalten, wie der demokratische Abgeordneten Ro Khanna und der ägyptisch-amerikanische Arzt Adam Hamawy, der in New Jersey für den Kongreß kandidiert. Insbesondere junge Amerikaner lehnten eine pro-zionistische Politik ab, wie den jüngsten Vorstoß im Kongreß, die Geheimdienste der USA und Israels zusammenzulegen, wobei Ex-CIA-Chef Mike Pompeo auch den britischen MI-6 einbeziehen wolle. Sare las bewegende Zitate aus Präsident George Washingtons Abschiedsrede von 1796 vor, worin er zu „Frieden und Harmonie mit allen“ aufruft.3 Sare zitierte auch aus einem Artikel Lyndon LaRouches von 1998, „Als Franklin Roosevelt unterbrochen wurde“, die einzige legitime Rolle des Staates bestehe darin, den Einzelnen zu fördern.4 Zepp-LaRouche fügte später hinzu, es gebe viele Regierungsformen auf der Welt, aber wenn eine Regierung den Charakter des einzelnen verbessert, dann sei das eine gute Regierung.

Co-Moderator Dennis Small bezog sich auf Zepp-LaRouches „Zehn Prinzipien“,5 wo es heißt, der Mensch sei „von Grund auf gut und in der Lage, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen“. Papst Leo habe in Spanien gesagt: „Das Verlangen nach Güte, Schönheit und Wahrheit ist tief in der DNA der Menschheit verwurzelt… Das sind tiefgründige Ideen, die nicht ignoriert werden dürfen.“ Zepp-LaRouche antwortete, Leo habe eine Affinität zu Nikolaus von Kues, der sagte, alles Böse sei ein Mangel an Entwicklung. Kues habe die statische, manichäische Vorstellung kritisiert, das Böse sei immer da und es gebe einen permanenten Kampf zwischen Gut und Böse. Später fügte sie hinzu, auch wenn der Papst in der Enzyklika keine Namen nenne, bringe er „jede einzelne Struktur der Sünde auf den Punkt“. Alles deute auf die „Epstein-Klasse“ hin, und der Papst gebe uns die Fähigkeit, die aktuelle Geschichte zu beurteilen. Diese Enzyklika sei das notwendige moralische Korrektiv für die Welt und ein Werkzeug, um nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart zu verstehen.

eir


Anmerkungen

1. „MAGNIFICA HUMANITAS – Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz”,
    Enzyklika des Heiligen Vaters Leo XIV.

2. „PACEM IN TERRIS – Über den in Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit gründenden Frieden unter allen Völkern”,
    Enzyklika des Heiligen Vaters Johannes PP. XXIII.

3. Washington's Farewell Address to the People of the United States.

4. „Where Franklin Roosevelt Was Interrupted”, Lyndon H. LaRouche, Jr., EIR Magazine, July 17, 1998.

5. „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur”,
    Helga Zepp-LaRouche, Schiller-Institut.

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