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Neue Solidarität
Nr. 43-44, 22. Oktober 2026

Eine Protestbewegung reicht nicht aus:
Wir brauchen eine Bewegung für Lösungen

Von Alexander Hartmann

Auf den ersten Blick könnten bestimmte aktuelle Ereignisse den Eindruck einer Kluft zwischen London und Washington erwecken: auf der einen Seite, in Europa, die ungebremste Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Rußland, auf der anderen eine scheinbare Zurückhaltung in Bezug auf Kriegshandlungen. Tatsächlich ist dieser Unterschied zwischen der Politik Donald Trumps und der Politik der „Koalition der Willigen“ in Europa aber bloß taktischer Natur, der Gesamteffekt dieser Initiativen ist, daß der Krieg weiter tobt und der Kollaps der Wirtschaft weltweit voranschreitet. Das geopolitische Kriegsmodell bleibt bestehen und hinsichtlich der „Grundlagen“ gibt es keinen Unterschied, wie die Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in ihrem wöchentlichen Internetforum am 14. Oktober hervorhob.

Die Bevölkerung reagiert auf diese Lage mit Unverständnis und Ablehnung. Während die Regierungen geradezu betonköpfig an ihrer Kriegs- und Sparpolitik festhalten, sinken ihre Zustimmungsraten in den Keller, während die Proteste der Bevölkerung gegen diese Politik und deren Folgen immer weiter anwachsen. Dies veranlaßte Zepp-LaRouche zu der Frage:

Aber auch wirtschaftlich bewegen wir uns auf einen Bruchpunkt zu. Zepp-LaRouche sagte dazu:

Proteste nehmen in ganz Europa zu

Die Anzeichen für diese Explosion sind bereits unübersehbar. Neben Protestdemonstrationen gegen die Aufrüstungs- und Kriegspolitik der „Koalition der Willigen“ und gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland gibt es Proteste gegen hohe Mieten in Spanien, Proteste von Schülern gegen die Sparpolitik im Bildungssektor in Frankreich (mit Solidaritätskundgebungen von Schülern in Belgien, Griechenland und Österreich) sowie Proteste von Bauern, Fischern und LKW-Fahrern gegen hohe Treibstoffpreise in Italien.

Diese Proteste haben jeweils spezifische Forderungen und Hintergründe, aber sie eint eine gemeinsame Forderung: Die Mittel, die für die Aufrüstung und für die Ukraine ausgegeben werden, sollen stattdessen zur Linderung der Notlage der Menschen eingesetzt werden.

Rémi Lebrun, Aktivist und Kandidat der Partei Solidarité et Progrès in Frankreich, berichtete in der Sitzung der Internationalen Friedenskoalition am 9. Oktober über die Hintergründe der massiven Schülermobilisierung:

Er beschrieb dann das brutale Vorgehen der Polizei zur Unterdrückung der Proteste:

In vielen Massenmedien wurden die Proteste mit der Studentenbewegung von 1968 verglichen. Lebrun widersprach dieser Darstellung:

Eine Bewegung für Lösungen

Eine Protestbewegung reicht aber nicht aus, was wir brauchen, ist eine Bewegung, die sich für Lösungen einsetzt. Helga Zepp-LaRouche betonte in ihrem Internetforum:

Man sieht immer deutlicher, wie am Horizont der ahnungslosen transatlantischen Welt der Sturm eines Weltkrieges heraufzieht, auch wenn „etablierte“ Medien und andere Uninformierte es leugnen. Die Kriege müssen jetzt beendet werden, bevor die Menschheit sich selbst vernichtet. Junge Menschen in der transatlantischen Welt, ob in Spanien, Frankreich, Deutschland oder Brasilien, sehen das klarer. Sie erkennen die gefährliche Zukunft, die unmittelbar bevorsteht. Auch wenn ihnen die Lösung vielleicht noch nicht bekannt ist, wissen sie, daß eine Lösung gefunden werden muß, weil sonst alles verloren ist.

Entgegen der gängigen politischen Wahrnehmung ist es nicht nur notwendig, sondern auch möglich, daß sich die Macht der Vernunft gegen den kriminellen Wahnsinn der herrschenden „Epstein-Klasse“ durchsetzt. Die „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“1 und das wöchentliche Symposium der Internationalen Friedenskoalition2 (IPC) sind die Instrumente, mit denen wir eine Kultur der Hoffnung entwickeln können. Junge Menschen können diese Instrumente nutzen, um Regierungen zu schaffen, wie wir sie in der nahen Zukunft brauchen, damit die Menschheit überleben kann.


Anmerkungen

1. „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur”,
    Helga Zepp-LaRouche, Schiller-institut.

2. „Schließen Sie sich der Internationalen Friedenskoalition an”, Internetseite des Schiller-instituts.

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