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Von Harley Schlanger
Die jüngsten Ereignisse in Südwestasien lassen die akute Gefahr eines noch größeren regionalen Krieges befürchten, der bis zum Dritten Weltkrieg eskalieren könnte – einer Konfrontation zwischen Supermächten, die in einem Atomkrieg enden könnte. Wegen der erfolgreichen Blitzoffensive der Huthis (AnsarAllah) aus dem Jemen gegen Saudi-Arabien beriefen Spitzen des US-Zentralkommandos (CENTCOM) eine Geheimsitzung mit Stabschefs aus Israel, Saudi-Arabien, Ägypten und Golfstaaten ein, um einen Plan zur Unterstützung Saudi-Arabiens und Israels gegen die Huthis auszuarbeiten. Der britische Premierminister Burnham kündigte an, er ziehe einen Einsatz des Militärs in Betracht, um zu „helfen“.
Durch die Sperrung der Meerenge von Bab al-Mandab für saudische Schiffe in Kombination mit dem drastisch reduzierten Transport von Öl- und Gasprodukten durch die Straße von Hormus schrumpfen die saudischen Ölexporte auf ein Rinnsal, was die saudische Wirtschaft gefährdet und in den Ländern, die von Ölimporten aus dem Persischen Golf abhängig sind, eine galoppierende Inflation auslöst. Das hastig einberufene CENTCOM-Treffen ist Ausdruck der panischen Angst in Washington vor einem Zusammenbruch des bereits geschwächten Petrodollar-Systems.
Dabei gibt es eine Ironie, die den Betroffenen dieser sich verschärfenden Krise leider entgeht: All das geschieht genau 25 Jahre nach den Terroranschlägen auf die USA vom 11. September 2001, auf welche der weltweite „Krieg gegen den Terror“ und die Einführung von Überwachungs- und Polizeistaatsmethoden folgten – alles angeblich zum Schutz vor zukünftigen Anschlägen.
Das zeigt, daß diese Methoden des „Krisenmanagements“ in Wirklichkeit nie dazu gedacht waren, der angeblichen Gefahr entgegenzuwirken, im Gegenteil. Sie sollten Kriege und wirtschaftliche Verwerfungen in aller Welt ermöglichen, um die Macht der Finanz- und Konzernoligarchie aufrechtzuerhalten, die in einzigartiger Weise von den geopolitischen Konfrontationen und entsprechenden Narrativen profitiert. Das ist das imperiale britische Modell hinter der Doktrin der „Geopolitik“, das amerikanische Konzerne und Sicherheitsinstitutionen übernommen hatten, als die USA nach dem Zweiten Weltkrieg die britische Royal Navy als Vollstrecker des Imperiums ablösten.
Wenn man die verschiedenen Berichte über die Veranstaltungen in den USA zum Gedenken an den 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 betrachtet, fällt der traurige, distanzierte Ton auf, der die Erwartung der Teilnehmer widerspiegelt, daß die ganze Wahrheit über das Geschehen niemals ans Licht kommen wird. Das offenbart einen unnatürlichen Fatalismus, eine widerwillige Akzeptanz der „offiziellen“ Darstellung, wonach Teams von Entführern unter der Leitung eines bösen saudischen Fanatikers in einer Höhle in Afghanistan für den blutigen Terrorakt verantwortlich seien. Weil das so oft wiederholt wurde, wird es weithin akzeptiert, und jede andere These wird als „Verschwörungstheorie“ verspottet.
So hatten die Zusammenkünfte eher Pro-Forma-Charakter, auch mit dem Gedenken an die 3000 Menschen, die an jenem Tag starben oder später ihren Verletzungen erlagen, und dem Dank an die Ersthelfer, die alles gaben, um den Opfern zu helfen. Es gab ein paar Tränen und feierliche Versprechen, ein solches Ereignis nie wieder zuzulassen – manchmal ausgerechnet von Personen, die selbst aktiv daran beteiligt waren, eine gründliche Aufarbeitung zu verhindern und den im Zuge dieser Ereignisse eingeführten Überwachungsstaat zu erlauben.
Eine bemerkenswerte Ausnahme von diesem Muster bildeten zwei Veranstaltungen, bei denen Mitglieder der LaRouche-Bewegung eine maßgebliche Rolle spielten. Das sollte keine Überraschung sein; schließlich war es der amerikanische Staatsmann Lyndon LaRouche gewesen, der in einem Radiointerview mit Jack Stockwell aus Utah an jenem 11. September – noch während die Anschläge liefen – die „Bin-Laden-Story“ als Ablenkungsmanöver entlarvte. LaRouche sagte, er habe bereits vor einem solchen Ereignis gewarnt, weil „das Finanzsystem zusammenbricht“ und es unter solchen Umständen immer Versuche gebe, „Ereignisse durch spektakuläre Interventionen zu inszenieren“, um „die öffentliche Aufmerksamkeit von einer Sache auf eine andere zu lenken“. Er erläuterte dann, wie er zu dieser Schlußfolgerung gelangt war: Wenn man „weiß, wie die Welt tatsächlich organisiert ist, dann weiß man, daß man in keinem Land ohne Unterstützung einer oder mehrerer mächtiger Regierungen eine nachhaltige Vorbereitung auf terroristische Operationen organisieren kann“.1
LaRouche hatte im Januar des Jahres vorausgesagt, daß die sich verschärfende Wirtschaftskrise die Regierung von Präsident George W. Bush, die gerade ins Amt kam, dazu veranlassen würde, eine Art „Reichstagsbrand“ zu organisieren und als Vorwand für ein Krisenmanagement mit harter Austerität zu nutzen.
Er betonte bei vielen Gelegenheiten, Bin Laden die Schuld zuzuschieben, sei Teil eines Ablenkungsmanövers, eines falschen Narrativs, um eine wirksame Aufklärung zu verhindern. Da das politische Establishment mit voller Unterstützung der Medien an der Bin-Laden-Geschichte festhielt, würden die Netzwerke hinter dem 11. September die „Karte des islamistischen Terrors“ weiter nutzen, um Kriege zu rechtfertigen – so wie es dann im Irak, in Libyen und in Syrien geschehen ist –, solange die Vertuschung nicht aufgedeckt wird.
Die erste Ausnahme von der kritiklosen Übernahme dieses offiziellen Narrativs war die prominente Aktivistin Terry Strada, die Vorsitzende einer Organisation von Angehörigen der Opfer, „9/11 Families United“, die bei der nationalen Gedenkfeier für die Opfer in New York sprach. Strada, deren Ehemann bei den Anschlägen ums Leben kam, fand deutliche Worte:
„Seit 25 Jahren entschied eine Regierung nach der anderen – einschließlich der Spitzenpolitiker, die heute hier vor uns stehen –, die Saudis zu schützen, anstatt sich auf die Seite der Angehörigen zu stellen. Sie haben Beweise zurückgehalten, sie haben gegen das JASTA-Gesetz [das sich besonders gegen die saudische Beteiligung richtet] ihr Veto eingelegt, sie haben Versprechen gebrochen – sowohl öffentlich als auch privat. Es war ein Verrat nach dem anderen.“
Das war eine direkte Herausforderung an die dort anwesenden Persönlichkeiten, die für diese 25 Jahre lange Vertuschung verantwortlich waren, darunter die Ex-Präsidenten Bill Clinton, George Bush, Barack Obama und Joe Biden. Strada appellierte an den ebenfalls anwesenden Vizepräsidenten Vance, diese Botschaft an Präsident Trump weiterzuleiten.
Die zweite Ausnahme war eine Bürgerversammlung in Manhattan, die der Kongreßkandidat Jose Vega einberief, dem sich die unabhängige Präsidentschaftskandidatin Diane Sare anschloß.2 Beide sind langjährige Aktivisten der LaRouche-Bewegung. Sie nannten es ein „generationsübergreifendes Forum“, weil es sich besonders an die jüngeren Amerikaner richtete, die den 11. September nicht bewußt erlebt haben und die nichts anderes kennen als die darauf folgenden Kriege und den Überwachungsstaat. Der Titel der Veranstaltung lautete „25 Jahre nach dem 11. September: der endlose Krieg, der sich gegen euch gewendet hat“. Unter den Teilnehmern waren vier prominente Whistleblower der National Security Agency (NSA) aus der Zeit des 11. September: Tom Drake, Kurt Wiebe, Bill Binney und Marc Milleur. Sie waren damals Teil eines Teams, das mit dem Programm „ThinThread“ eine sehr kompetente Überwachungsmethode entwickelte, die nicht die Privatsphäre der Bürger verletzte, um mutmaßliche Terroristen aufzuspüren. Aber die Mannschaft um Vizepräsident Dick Cheney lehnte dieses Programm ab und setzte statt dessen auf eine inkompetente und die Verfassungsrechte verletzende Version des „Kriegs gegen den Terror“.
Tom Drake beeindruckte die anwesenden jungen Menschen mit einer persönlichen Aufforderung:
„Meine Inspiration, meine Kraft und meine tägliche Bestimmung ist es, für die Zukunft der nächsten Generation einzustehen, ganz besonders für die jüngsten Generationen… Ihr seid dazu bestimmt, … das zu erben. Die Frage ist: Was seid ihr bereit aufzugeben? Wozu werdet ihr euch verpflichten, um dieses Land wieder zu seinem ursprünglichen Zweck als souveräne föderale Republik zurückzuführen?“
Nur diese persönliche Überzeugung von der Dringlichkeit der Sache, wie sie auch die anderen Redner und Strada vermittelten, kann die Passivität durchbrechen, die es den Verantwortlichen jahrelang ermöglicht hat, die Wahrheit über den 11. September zu vertuschen und die USA in permanente Kriege zu stürzen. Die Wahrheit über den 11. September aufzudecken, ist heute dringender denn je, um zu verhindern, daß die eskalierende Krise im Nahen Osten in einen Atomkrieg ausartet.
Anmerkungen
1. LaRouche bei Stockwell am 11. September 2001: „LaRouche Discusses the
September 11, 2001 Attack as It Unfolds”.
Siehe auch: 9/11 – „10 Jahre danach”, Neue Solidarität, Nr. 40, 5. Oktober 2011.
2. „9/11 25 Years Later: The Endless War Turned on You”, Youtube-Kanal des Kongreßkandidats Jose Vega.
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